Menschen an der Wand, mit Handy

Digital Natives: So punkten Sie als Arbeitgeber

Digital Natives oder auch Generation Z genannt arbeiten, um zu leben. Nicht umgekehrt. Entsprechend hohe Erwartungen stellen die digitalen Natives auch an ihren Arbeitgeber. 5 Handlungsfelder, die Sie deshalb beackern sollten.

Für die Digital Natives ist ein Leben ohne Instagram, WhatsApp oder YouTube möglich, aber sinnlos. Schließlich sind die nach 1998 Geborenen von Kindesbeinen an im (mobilen) Internet zuhause. Wer mit den Digital Natives jedoch lediglich eine hohe Technikaffinität verbindet, greift zu kurz. Denn die Arbeitskräfte der Zukunft zeichnet vor allem eins aus: Sie zeigen Haltung und haben Werte. Ob Fridays for Future, Black Lives Matter oder der konsequente Fleischverzicht: Digital Natives wissen, was sie wollen und machen sich dafür stark.

Das gilt auch erst recht im Job: Karriere machen ist für viele Berufsstarter zunächst zweitrangig, viel wichtiger ist ihnen, etwas Sinnvolles zu tun. Deshalb lässt sich die junge Fachkräfte-Generation mit flexiblen Arbeitszeit- und Vergütungsmodellen allein auch nicht für einen Job begeistern. Stattdessen legt sie großen Wert auf „weiche“ Aspekte wie Mitspracherecht, offene Kommunikation auf Augenhöhe sowie die Arbeit in einem gleichberechtigten Team. Dafür braucht es vorwiegend eines: Eine moderne Unternehmenskultur ohne starre Hierarchien und mit kurzen Entscheidungswegen.

Fünf Erfolgsfaktoren für Unternehmen, die Digital Natives für sich begeistern wollen

1. Innovative Vergütungssysteme

Geld allein macht nicht glücklich. Eine Binsenweisheit, die trotzdem erst wenige Unternehmen beherzigen. Natürlich wollen auch Fachkräfte der Digital Natives für ihre Arbeit ordentlich entlohnt werden. Allerdings haben Forscher der Universität Basel nachgewiesen, dass klassische Lohnerhöhungen die Motivation der Mitarbeiter nicht dauerhaft verbessern. Dagegen tragen kostenlose Firmenparkplätze, Dienstfahrräder, Tankgutscheine oder andere flexible Vergütungsinstrumente wesentlich stärker dazu bei, dass junge Mitarbeiter sich an ihren Arbeitsplatz wohlfühlen.

2. Flexible Arbeitszeiten

Stechuhr, Stempelkarte und in Stein gemeißelte Arbeitszeiten sind für Digital Natives ein No-Go. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für den beruflichen Nachwuchs ein wichtiges Thema. Sie wollen selbst bestimmen, wann sie arbeiten. Und zwar nicht nur, wenn sie kleine Kinder haben. Sondern generell. Denn der eine ist früh morgens produktiver, der andere läuft eher am späten Nachmittag oder abends zu Hochform auf. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht gängeln, profitieren also gleich doppelt: Die Mitarbeiterbindung steigt. Die Produktivität auch.

3. Ortsunabhängige Arbeitsmöglichkeiten

Neben den Arbeitszeiten spielt für Digital Natives auch der Arbeitsort eine große Rolle. Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Homeoffice für Arbeitnehmer und Unternehmen zur Selbstverständlichkeit geworden. Für den beruflichen Fachkräftenachwuchs eine gute Nachricht. Die Krise hat das Arbeiten von daheim salonfähig gemacht – jetzt sollten Unternehmen die Chance nutzen und ihren jungen Mitarbeitern noch flexiblere Arbeitsbedingungen bieten.

4. Kooperative Führungsmodelle speziell für Digital Natives

Früher war klar: Was der Chef sagt, gilt. Bei Digital Natives beißen autoritäre Chefs allerdings auf Granit. Die Arbeitskräfte der Zukunft wollen nicht mehr von oben gegängelt werden, sondern fordern maximale Handlungs- und Entscheidungsfreiheit ein. Sie wollen nach Schule, Ausbildung oder Studium nicht weiterhin Befehlsempfänger sein. Getreu der Formel „Geteilte Verantwortung führt zu doppeltem Erfolg“ sollten Unternehmen deshalb auf kooperative Führungskonzepte setzen.

5. Gutes Arbeitsklima

Einer der wichtigsten Aspekte, um bei Arbeitskräften der Generation Z zu punkten, ist ein gutes Arbeitsklima. Das fängt bei einem guten Führungsstil an und hört beim kollegialen Umgang der Mitarbeiter untereinander noch lange nicht auf. Auch die Gestaltung der Räumlichkeiten und Arbeitsplätze sowie Teamevents außerhalb der Arbeit tragen maßgeblich zu einem guten Arbeitsklima bei. Wer auch nach Feierabend mit seinen Angestellten in Kontakt bleibt, verwischt die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit. Das kommt bei Digital Natives bestens an.

 

KompetenzmanagementTÜVRheinlandAkademie

Tobias Kirchhoff
Tobias Kirchhoff

Leiter Marketing