Berufliche Weiterbildung_TÜV Rheinland Academy Virtual Classrooms

Berufliche Weiterbildung: Virtual Classrooms bewähren sich im Lockdown

Berufliche Weiterbildung ist auch in Krisenzeiten machbar. Eigentlich hatte sich der Seminarbetrieb der TÜV Rheinland Akademie mit Virtual Classrooms und hybriden Angeboten wieder eingependelt, doch Mitte Dezember 2020 schlug Corona noch einmal härter zu. Der zweite Lockdown führte zur erneuten Schließung der Seminarzentren. Trotzdem geht es weiter, denn Virtual Classrooms machen es möglich, sich beruflich weiterzubilden und sich online zertifizieren zu lassen. 

Bereits 2020 fanden an der TÜV Rheinland Akademie über 700 Seminare der beruflichen Weiterbildung mit rund 6.000 Teilnehmenden in Virtual Classrooms (VC) statt. Die Software Adobe Connect spielt dabei eine tragende Rolle, indem sie Lehrende und Lernende miteinander verbindet. Auf der Lernplattform werden Inhalte gemeinsam gestaltet und online bearbeitet, wodurch die physische Präsenz entfällt. Die Teilnehmenden partizipieren über ihre eigenen Tablets oder Laptops von zu Hause aus und können im VC sicher und flexibel miteinander interagieren. Um diese neue Angebotsstruktur einzurichten, mussten die Trainer*innen im März in kürzester Zeit ihre Didaktik und Methoden an die VC-Plattformen anpassen. Zwar hatten einige Seminarzentren bereits mit VCs gearbeitet, aber eine komplette Virtualisierung kam im März unerwartet und bedeutete viel Improvisationskunst. Auch im zweiten Lockdown Mitte Dezember wurde Flexibilität großgeschrieben, aber eine gewachsene Routine gegenüber dem ersten Lockdown war bereits spürbar.

Schneller Umzug auf virtuelle Lernplattformen

Von jetzt auf gleich war ein Umdenken gefragt. Mit viel Engagement gelang, was in dieser Konsequenz zuvor undenkbar schien: „Es war eine riesige Herausforderung, was unsere interdisziplinären Teams geleistet haben“, erinnert sich Dr. Julia Köneke, Seminarbereichsleiterin im Seminarbereich Süd der TÜV Rheinland Akademie. „Lerninhalte wurden über Nacht für elektronische Lernformate angepasst. Alle zogen an einem Strang, um die organisatorischen, pädagogischen und didaktischen Anforderungen zu erfüllen.“ Über den Sommer öffneten dann die Seminarzentren langsam wieder ihre Pforten. Auch wenn zuletzt weniger Teilnehmende in den Seminarräumen sitzen durften: Unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln konnte berufliche Weiterbildung ab Ende Mai auch wieder in Präsenzformaten stattfinden. Denn einige Angebote lassen sich nicht rein virtuell unterrichten.

Vor allem Kurse mit einem hohen Praxisanteil setzen die Präsenz der Kunden zwingend voraus. Doch auch für solche Praxisanforderungen entwickelte die TÜV Rheinland Akademie eine Lösung. Um die Gruppengrößen Corona-gerecht anzupassen, lernt ein Teil der Teilnehmenden virtuell am heimischen Schreibtisch, während sich der andere Teil im Klassenraum persönlich trifft. Moderne Kameratechnik und gute Organisation machen es möglich. Und für solche, die sich in Quarantäne oder häuslicher Isolation befinden, sind VCs die einzige Möglichkeit, an Angeboten der beruflichen Bildung überhaupt teilzunehmen.

Berufliche Weiterbildung in VC erreicht hohe Zufriedenheitswerte 

Die Rückmeldung der Seminarteilnehmenden ist deshalb wohl auch eindeutig: „Wie schön, dass die TÜV Rheinland Akademie jetzt auch VCs anbietet“, ist eine häufige Reaktion bei der Anmeldung. Die Anreise und oft auch der Hotelaufenthalt entfallen. Für viele Kund*innen ist auch die Vereinbarkeit von Familie und beruflicher Weiterbildung mit VC-Seminaren ein klarer Vorteil. Die Erfahrungen mit den VCs sind fast durchgehend positiv. Teilnehmende sind überrascht, dass die Inhalte im VC-Seminar so gut vermittelt werden. Allerdings fehlen manchmal die zwischenmenschlichen Begegnungen in den Pausen.  Seminarmanagerin Christiana Kath aus dem Seminarbereich Ost bestätigt diesen Eindruck. Die Organisation eins VC-Seminars ist einerseits einfacher zu erledigen, da beispielsweise nur digitale Unterlagen erforderlich sind. Andererseits fehlt aber auch der persönliche Austausch mit den Teilnehmern und die Seminareröffnung von Angesicht zu Angesicht. „Was uns allerdings überrascht hat“, so Christiana Kath, „dass bei Seminaren mit einer TÜV-Prüfung der Aufwand zur Durchführung des VC-Seminars gestiegen ist.“

Online-Prüfungen mit schneller Zertifikatsvergabe

Dafür gibt es gute Gründe. Abschlussprüfungen finden in normalen Zeiten in Gruppen statt, für die eine Aufsicht reicht. Für Online-Prüfungen wie bei Zertifikatslehrgängen ist es aber erforderlich, dass eine Prüferin oder ein Prüfer jeweils einen Kunden oder eine Kundin während der digitalen Arbeit synchron betreut. Für dieses neue Testverfahren passte die TÜV Rheinland Akademie ein ausgeklügeltes System an, das alle Vorschriften der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) erfüllt.

Für eine Prüfung melden die Trainer*innen den Prüfling an. Damit wird bereits bescheinigt, dass dieser die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt. Der Prüfling vereinbart anschließend einen Termin und erhält Instruktionen, wie die Prüfung abgehalten wird. Durch die bundesweite Verteilung der Prüfer*innen können die Termine jederzeit stattfinden. Der Prüfling lädt sich eine Prüfungssoftware herunter, über die er sich fünfzehn Minuten vor der Startzeit mit seinen Zugangsdaten einloggt. Die Software funktioniert über einen normalen Browser. Nach dem Einloggen sind alle anderen Funktionen auf dem Endgerät allerdings eingefroren. Das Googlen von Antworten oder das Blättern in digitalen Unterlagen wird damit unterbunden. Über die Web-Kamera authentifiziert sich der Prüfling und anschließend aktiviert die Prüfungsaufsicht den Test. Dieser besteht bisher aus Multiple-Choice-Fragen. Aktuell bereiten die Trainer*innen auch ein Verfahren für offene Fragen und Diskussionen vor. Nach bestandener Prüfung erhalten die Kund*innen sofort ihr Ergebnis und können sich ihr Zertifikat herunterladen.

Fit für den Restart – berufliche Bildung gerade im Lockdown

Gerade für Fachkräfte in Kurzarbeit sind die neuen VC-Angebote im Rahmen der beruflichen Weiterbildung der TÜV Rheinland Akademie eine Chance. Die Teilnehmer*innen nutzen ihre Zeit für ihre berufliche Entwicklung. sie machen sich fit für den Restart, denn irgendwann endet die Pandemie. Dann ist es gut, wenn sie aktuelle Zertifikate vorweisen und ihrem Arbeitgeber damit neues Know-how zur Verfügung stellen und – im Ernstfall – gute Gründe für die Weiterbeschäftigung präsentieren können. Auch aus diesem Grund ist die Nachfrage nach VC-Seminaren anhaltend groß. Die Seminarzentren schrieben für 2021 bereits 1.630 Seminare in Virtual Classrooms aus und führten bis Ende Januar schon 69 davon erfolgreich durch.

Hier geht’s zum Angebot der beruflichen Weiterbildungen im Virtual Classroom:

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Birte Micheels
Birte Micheels