Kategorie-Archiv Gesundheitswesen

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Polen: Kompetenzerwerb für die Altenpflege in Deutschland

Die Nachfrage nach Dienstleistungen für Senioren in verschiedenen Bereichen steigt in Polen, aber auch in Deutschland in den vergangenen Jahren sprunghaft an. Aufgrund dieses Marktbedarfs nach professionell ausgebildeten, qualifizierten und zertifizierten Mitarbeitern hat die TÜV Rheinland Akademie in Polen bereits vor Jahren mit dem Aufbau eines entsprechenden Angebots rund um Altenpflege begonnen. Ein Zwischenstand. 

Viele Arbeitsagenturen in Polen beschäftigen ihre Mitarbeiter im Bereich der Altenpflege, insbesondere in Deutschland. Im Jahr 2011 interessierte sich einer der größten Verbände der Arbeitsvermittlung für Schulungen vor allem von Seniorenbetreuern und Altenpflegern, die oft in Deutschland tätig sind. Obwohl die Mitarbeiter bereits über langjährige Erfahrung verfügten, strebte dieser Verband weitere Fortbildungen seiner Mitarbeiter und eine fortschreitende Kompetenzentwicklung sowie Personenzertifizierung an, um eine Anerkennung auf dem deutschen Markt zu erreichen. Der Verband wandte sich an die TÜV Rheinland Akademie in Polen mit der Bitte um Entwicklung eines Ausbildungsprogramms in der Altenpflege. Das Ergebnis ist ein maßgeschneidertes Projekt für Arbeitsagenturen und deren Kunden.

Aufgrund der restriktiven Regelungen des deutschen Marktes verlangen die deutschen Arbeitgeber zunehmend nicht nur die Qualifikation, sondern auch Kompetenznachweise der Mitarbeiter in der Altenpflege. Diese Vorschriften definieren den Umfang der Anforderungen an Personen, die Pflege- und Betreuungsaufgaben wahrnehmen. Die Kollegen in Polen haben ein Training entwickelt, das diesen Anforderungen entspricht. Aufgeteilt in zwei Module bietet das Training einen selbstlernenden Teil (in Form von Skripten) als Vorbereitung auf das zweite Modul, das 80 Stunden intensive Workshops umfasst. Am ersten Tag des Workshops ist eine schriftliche Prüfung aus dem Selbstlernteil zu bewältigen.

Mit der Personenzertifizierung durch die PersCert TÜV hebt sich die polnische Altenpflegerin nun vom Markt ab, vor allem im Gegensatz zu nicht qualifizierten Menschen in dieser Branche. Die Kompetenz des Personals ist für die Beurteilung der Qualität der erbrachten Pflegeleistungen von größter Bedeutung. Die Betreuer müssen neben einer detaillierten theoretischen und praktischen Vorbereitung auch über angemessene zwischenmenschliche Fähigkeiten verfügen. In dieser Branche ist eine hohe Sensibilität für die Bedürfnisse älterer Menschen von entscheidender Bedeutung, wobei das Wissen um die fachgerechte Pflege und ein Verständnis für die Betreuten die Grundlage bildet.  

E-Learning-Modul zum Thema „Demenzkrankheiten“

Die Schulung für die Arbeitsagenturen basierte zunächst auf dem deutschen Programm „Pflegehelfer“ mit der Prüfung und Zertifizierung durch PersCert TÜV. Nach dreijähriger Erfahrung mit dieser Zielgruppe verfügt TÜV Rheinland Polen über das erforderliche Know-how, um weitere für die Zielgruppe spezifizierte Trainings zu entwickeln. Zu den dafür entwickelten Kursen gehört unter anderem ein dreitägiger Kurzworkshop inkl. E-Learning-Modul zum Thema „Demenzkrankheiten“, ein wichtiger Aspekt, der zu den Anforderungen des Berufsbildes gehört. Erarbeitet wurde das Training im Rahmen eines EU-Projekts, das sich hauptsächlich an die Mitarbeiter richtet, die bereits mit Senioren in Tageseinrichtungen oder Pflegeheimen arbeiten.

Besonderes Augenmerk legt die TÜV Rheinland Akademie Polen auf die Qualität der Trainingsprogramme. Wesentlicher Faktor während der Workshops ist die Möglichkeit, dass die Schüler in der Lage sind, Rehabilitations-Betten, Rollstühle, Blutdruckmessgeräte und kleine Pflegegeräte sachgemäß einzusetzen. Eine große Rolle spielen aber auch die Fähigkeiten, mit den Senioren zu kommunizieren und sie immer wieder zu aktivieren sowie die Soft Skills des Begleitpersonals. Bis heute haben die Kollegen in Polen in verschiedenen Kursen mehr als 200 Teilnehmer ausgebildet.  Obwohl in der Altenpflege-Branche hoher Ausbildungsbedarf besteht, lag das Hauptaugenmerk bei Investitionen lange auf Infrastruktur oder Equipment. Glücklicherweise zeichnet sich ab, dass das Bewusstsein für den Qualifikationsbedarf des Personals auch in der Altenpflege langsam schärft. Die TÜV Rheinland Akademie Polen ist bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass das Kompetenzniveau innerhalb der Branche zugunsten der alten Menschen so schnell wie möglich steigt.

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TÜVRheinlandAkademie_Stress_Resilienzcheck

In 48 Stunden zu mehr Mitarbeitergesundheit

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Stress als eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts. Er kann jeden treffen und massive psychische und körperliche Probleme verursachen. Schon deshalb sollten Arbeitgeber frühzeitig und konsequent den richtigen Umgang mit Stress am Arbeitsplatz finden und Mitarbeiter bedarfsgerecht unterstützen. Finden Sie heraus, wie gut das gelingt.

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu. In der Folge verzeichnen die Krankenkassen allein in Deutschland einen seit Jahren anhaltenden Anstieg stressbedingter Krankschreibungen. Von etwa 15 Fehltagen pro Kopf und Jahr entfallen aktuell durchschnittlich 2,5 Tage auf psychische Beschwerden. Europaweit ist laut einer aktuellen Umfrage zu sagen, dass jeder fünfte Arbeitnehmer täglich unter Stress steht und jeder dritte denkt darüber nach, in einen weniger anstrengenden Beruf zu wechseln.

Stress kostet die Wirtschaft Milliarden

Psychische Erkrankungen kommen auch die Wirtschaft teuer zu stehen. Laut Angaben der „Organisation for Economic Cooperation and Development“ (OECD) belaufen sich die ökonomischen Kosten psychischer Erkrankungen allein in der Europäischen Union (EU) jährlich auf rund 600 Milliarden Euro. Zumal inzwischen zahlreiche Länder die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz sogar per Gesetz vorschreiben. Betriebliches Gesundheitsmanagement macht sich also für Unternehmen in jeder Hinsicht bezahlt. Doch nicht jede berufliche Anforderung schadet der Gesundheit. So kann Stress in Maßen auch zu höheren Leistungen anspornen, die persönliche Entwicklung fördern und positive Impulse für die Lebens- und Arbeitsqualität geben. Für Unternehmen ist es deshalb entscheidend, frühzeitig zu erkennen, welche Belastungen sich negativ auf die Arbeitskraft und Motivation der Belegschaft auswirken.

Fakten entscheiden

Doch wie lassen sich jenseits subjektiver Aussagen der Mitarbeiter fundierte Erkenntnisse gewinnen? Mit dem Resilienz-Check bietet TÜV Rheinland erstmals ein Programm, dass die subjektiv empfundenen körperlichen und seelischen Belastungen der Mitarbeiter anhand von verlässlichen Messwerten objektiviert – von der Herzgesundheit über die Schlafqualität und -erholung bis zur allgemeinen Fitness. Der Resilienz-Check gibt Unternehmen ein Instrument an die Hand, um die physischen Auswirkungen von Stress in der Belegschaft realistisch einzuschätzen – und langfristig ausgerichtete, bedürfnisgerechte Präventionsmaßnahmen einzuleiten. Damit stellt er eine sinnvolle Ergänzung der Gefährdungsbeurteilung (GBU) dar und wird zu einem wertvollen Element des betrieblichen Arbeitsschutzes sowie des Gesundheitsmanagements.

Individuelle Stressfaktoren ermitteln

Auf der einen Seite profitiert der einzelne Mitarbeiter. Nach Angaben per Online-Fragebogen zum körperlichen (z.B. zum Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, zur Schlafqualität) und psychischen Zustand (arbeitsbezogenes Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM)) im Kontext ihrer Arbeit erfolgt anschließend eine Messung per Brustgurt. An zwei idealtypischen Arbeitstagen werden unterschiedliche Vitaldaten zur Herzgesundheit, Schlafqualität, Stressbelastung sowie körperliche Aktivität mithilfe eines Sensors ermittelt, der wie ein Pflaster unterhalb der Brust auf die Haut geklebt wird. Nach Messende wird automatisch ein persönlicher Gesundheitsbericht zugestellt. Auf der anderen Seite erhält das Unternehmen einen anonymisierten Unternehmensbericht für die gezielte Planung betrieblicher Präventionsmaßnahmen: Mit einfachen anonymisierten Vergleichswerten über bspw. Abteilungen oder Standorte werden Handlungsschwerpunkte priorisiert.

Eine klassische Win-Win-Situation: Mitarbeiter erfahren, welche Stressfaktoren sie besonders motivieren bzw. belasten, Arbeitgeber erhalten ein ganzheitliches Bild über den Gesundheitszustand der eigenen Belegschaft – und können danach gezielt Gesundheitsprävention ausrichten. Zum Beispiel, indem sie Arbeitsabläufe neu ausrichten, zusätzliche Ressourcen einplanen oder Angebote zur betrieblichen Gesundheitsprävention zielgruppenspezifisch ausgestalten, ob Gesundheitsberatung, Maßnahmenplanung oder die Einführung eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagementsystems.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre betriebliche Gesundheitsförderung optimieren:

https://attendee.gotowebinar.com/recording/1667794604145327885

 

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MDR-Übergangsfrist – Alles klar zur Halbzeit?

Langsam aber sicher rückt das Ende der Übergangsfrist für die EU-Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR) des 25. Mai 2020 immer näher. Inzwischen ist die Hälfte der dreijährigen Übergangsfrist verstrichen und absehbar, dass die Umsetzung der MDR in den Unternehmen der Medizinprodukteindustrie nur langsam vorangeht und der Druck zunimmt.

Dies unterstreichen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von RAPS und KPMG. Vielen der befragten Medizinproduktehersteller fehlt eine langfristige Planung für die Erfüllung der Anforderungen der neuen MDR. Nur 22% der Befragten bestätigen ein umfassendes Verständnis und eine Strategie für die MDR-Auswirkung zu haben; 41% haben nur wenig bis keine Kenntnis der Regularien. Sehr kritisch ist, dass fast 80% der Befragten momentan die notwendige Kenntnis und das Verständnis für die MDR fehlt. Gleichwohl empfehlen Fachexperten und die Verbände weiter mit Hochdruck an der zügigen Umsetzung der MDR-Anforderungen zu arbeiten. Alle Akteure warten auf detaillierte Informationen, die die Umsetzung der MDR lebbar machen. Inzwischen gibt es zwar seitens der Europäischen Kommission eine Anleitung (Step by step guide) und ein Merkblatt (Factsheet) für die Umsetzung der Medizinprodukteverordnung. Die MDCG (Medical Device Coordination Group) hat 2018 ebenfalls erste Leitfäden zur MDR veröffentlicht. Aber es gibt immer noch zu viele Unklarheiten wie zum Beispiel die Begrifflichkeit „ausreichend klinische Daten“.

Das 4.Spring update Medizinproduktekonferenz der TÜV Rheinland Akademie thematisiert Fragen und Probleme bei der Auslegung und Umsetzung der Medical Device Regulation. Die Konferenz bietet zudem eine Plattform, sich über die aktuellen Brennpunktthemen für Medizinproduktehersteller zu informieren und auszutauschen. Das Konferenzprogramm sowie Informationen zur Anmeldung finden Sie unter:

https://akademie.tuv.com/shop/product/4-spring-update-medizinproduktekonferenz-2019-5865