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Eltern-Coaching Fit mit Kind

Fit mit Kind: Dank Coaching erfolgreich zurück ins Berufsleben.

Wie finde ich zurück auf den Arbeitsmarkt? Wie werde ich sowohl meinen Kindern als auch meinem Arbeitgeber gerecht? Welcher Job passt nach der Elternzeit zu mir? Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, stehen Mütter und Väter vor vielen verschiedenen Fragestellungen, mit denen sie sich oftmals alleingelassen fühlen. Das TÜV Rheinland Akademie Job-Coaching „Fit mit Kind“ setzt genau dort an: Durch die geförderte Weiterbildungsmaßnahme wird Eltern der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vereinfacht und sie erhalten professionelle Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

Teilnehmerin berichtet: „Durch das Coaching gehe ich selbstbewusster an die Jobsuche heran.“

 

Diana Khemiri ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes und nimmt derzeit am Job-Coaching „Fit mit Kind“ teil. Ihr Ziel ist es, ihre Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand zu bringen und Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Kind zu erhalten. „Ich war in einigen Jobfragen sehr unsicher und hatte große Selbstzweifel. Im Coaching bekomme ich Zuspruch und tolle Hilfestellungen, sowohl von Seiten der Coaches als auch von anderen Teilnehmenden“, berichtet Khemiri. Das helfe ihr, selbstbewusster an die Jobsuche heranzugehen. „Vor zunächst fremden Leuten über mein persönliches Leben zu sprechen, war zwar anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig, hat mein Selbstbewusstsein aber enorm gesteigert“, sagt sie.

Die größte Herausforderung sah sie nach ihrer Berufspause darin, einen Job zu finden, der sich mit den Betreuungszeiten ihres Sohnes vereinbaren lässt. Im Coaching „Fit mit Kind“ erhält sie nun konkrete Hilfestellungen, um Job und Kind unter einen Hut zu bringen. „Ich wurde bei der Vermittlung eines Kita-Platzes nicht nur an die entsprechenden Institutionen weitergeleitet, sondern aktiv bei der Suche unterstützt“, berichtet Khemiri. „Ohne die Unterstützung der TÜV Rheinland Coaches hätte ich die parallele Kita- und Jobsuche nicht allein geschafft.“

 

Fit für den Arbeitsmarkt dank professioneller Einzel- und Gruppencoachings

 

Auch der Austausch mit anderen Kursteilnehmenden habe ihr geholfen, neue Lösungsansätze für die Organisation ihres Alltags zu finden, so Khemiri. „In den Gruppencaochings tauschen wir uns über verschiedene Themen wie Kindererziehung und Betreuungsmöglichkeiten, aber auch das richtige Verhalten in Bewerbungssituationen aus“, berichtet sie. In Einzelcoachings werden persönlichere Themen besprochen, Bewerbungsunterlagen aktualisiert und akute Probleme aktiv angegangen, beispielsweise wenn es um Geld- oder Rechtsfragen geht. Außerdem werden gemeinsam mit dem Coach individuelle Stärken analysiert und sowohl Bewerbungs- als auch Kommunikations-Skills trainiert. Diana Khemiri fühlt sich nun durch den Kurs „Fit mit Kind“ optimal auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet: „Ich würde jederzeit wieder am Coaching teilnehmen und kann den Kurs wärmstens empfehlen“, sagt sie.

 

Job-Coach berichtet: „Wir gehen alle Probleme immer gemeinsam an.“

 

Die Ausgangssituationen der Kurs-Teilnehmenden sind sehr unterschiedlich – gemeinsam mit den Coaches werden deshalb in Gesprächen stets individuelle Lösungsansätze gesucht. „Komplizierte Lebenslagen, die scheinbar keinen Ausweg haben, erlebe ich in meinem Berufsalltag häufig: ob Probleme in der Partnerschaft oder mit dem Jugendamt, Angst vor Behördengängen oder schwierige Erziehungsfragen. Zusammen mit meinem Team und den Teilnehmenden versuchen wir, für jedes Problem eine passende Lösung zu finden. Wir gehen alle Probleme – falls nötig auch unter Hinzunahme von weiteren geeigneten Ansprechpartnern – immer gemeinsam an“, berichtet Bea Schmidt, Teamleiterin am TÜV Rheinland Trainingsstandort Erfurt, wo sie seit 2017 Eltern zum Thema „Beruf und Familie“ coacht. „Ziel von „Fit mit Kind“ ist es, eine Vereinbarkeit von Familienpflichten und Beruf herzustellen sowie die Kursteilnehmenden in kritischen Lebenssituationen optimal zu unterstützen“, erklärt die Expertin.

 

Die Maßnahme „Fit mit Kind“ ist über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) vom zuständigen Jobcenter bzw. der Agentur für Arbeit zu 100 % förderbar. Bei weiteren Fragen rund um unser Angebot können Sie sich gerne jederzeit über unser Kontaktformular melden, um persönlich beraten zu werden. Vereinbaren Sie gleich einen kostenfreien Termin!

 

Sie haben Interesse am Coaching „Fit mit Kind“ bei der TÜV Rheinland Akademie? Hier finden Sie weitere Informationen zum Kursangebot:

Coaching für Eltern: Fit mit Kind

E-Learning Angebote an der TÜV Rheinland Akademie

Neue E-Learning Angebote: Projekt- und Qualitätsmanagement

E-Learning Angebote auf dem Weg zum neuen Job: Nach dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes stehen Betroffene vor beruflichen Herausforderungen. Eines der am häufigsten auftretenden Probleme ist die oftmals erfolglose Suche nach einer geeigneten Weiterbildungsmaßnahme, mit der die Übergangszeit bis zur Aufnahme einer neuen Beschäftigung sinnvoll und effektiv genutzt werden kann. Das neue E-Learning Angebot von TÜV Rheinland setzt genau dort an und geht sogar noch einen Schritt weiter: Die geförderte Weiterbildungsmaßnahme umfasst – zusätzlich zu den Ausbildungsinhalten – noch ein integriertes Bewerbungs- und Motivationscoaching, mit dessen Hilfe den Teilnehmenden eine schnelle Rückkehr in die Berufswelt gelingt.

 

Dank innovativem Kursangebot schnell zurück in den Job

Das Kursangebot richtet sich an Arbeitssuchende mit Berührungspunkten zum Projekt- und Qualitätsmanagement, die sich in Form eines Einzeltrainings von Zuhause aus weiterbilden möchten. Im jeweiligen Kurs bekommen die Teilnehmenden dann berufsfeldübergreifendes Handlungswissen vermittelt. Neu und in dieser Form bundesweit einzigartig sind die in beiden Kursen integrierten Coachings, mit denen die Teilnehmenden wieder fit für eine Integration in den Arbeitsmarkt gemacht werden. Dabei profitieren sie neben einer individuellen Beratung zu ihrer persönlichen Situation auch von einem besonderen Arbeitsmarktcoaching. „Der Bruch in der Erwerbsbiografie kann bei Betroffenen Zweifel in Bezug auf die eigene Person oder ihren Wert für den Arbeitsmarkt auslösen“, so Hans-Björn Glock, Koordinator für berufliche Bildung von TÜV Rheinland. Genau hier liegt der Mehrwert des integrierten Coaching-Angebots. „In persönlichen Gesprächen werden Selbstzweifel oder Zukunftsängste genommen und die Teilnehmenden in ihren Fähigkeiten bestärkt“, so Glock. Die Kurse beinhalten darüber hinaus auch ein besonderes Arbeitsmarktcoaching, in denen zum Beispiel Lebensläufe von Arbeitssuchenden auf Punkte analysiert werden, die für eine erfolgreiche Wiederintegration in den Arbeitsmarkt relevant sind. Beide Kurse finden in Form eines Videotrainings von Zuhause aus statt. „Diese Lernform hat den großen Vorteil, dass selbst komplexe Lerninhalte beliebig oft wiederholbar erlernt werden können“, berichtet Glock.

 

E-Learning: Flexible Weiterbildung ohne Wartezeit

Ein weiterer Vorteil der neuen E-Learning Angebote von TÜV Rheinland liegt in der Möglichkeit eines schnellen Kursstarts, der nach erfolgter Anmeldung jederzeit möglich ist. „Die Teilnehmenden müssen nicht auf einen offiziellen Start einer Präsenzveranstaltung warten, sondern bekommen nach erfolgreicher Anmeldung direkt ihren Online-Zugang freigeschaltet“, so Glock. „Die Weiterbildung kann somit ohne Verzögerung gestartet werden“. Auch nach dem Kursstart bleibt die Flexibilität erhalten. „Die Möglichkeit einer freien Zeiteinteilung in beiden Kursen bietet den entscheidenden Vorteil, dass jederzeit Bewerbungsgespräche geführt werden können, ohne dass die Teilnehmenden sich an festgelegten Stundenplänen orientieren müssen“, berichtet Glock. Selbst nach Aufnahme einer neuen Tätigkeit kann einfach berufsbegleitend weitergelernt werden. „Die Lerninhalte sind jederzeit abrufbar und können auch dann weitergenutzt werden, wenn die Teilnehmenden eine neue Stelle gefunden haben“, so Glock.

 

Interaktives Kursangebot – Förderung und Beratung möglich

Auch in einem weiteren Aspekt unterscheiden sich die neuen E-Learning Angebote von bisherigen Angeboten. Mithilfe eines interaktiven Quiz können die Teilnehmenden im Zuge der Prüfungsvorbereitung ihr Wissen überprüfen. „Die Quizfragen ermöglichen eine Reflektierung der Lerninhalte und eine damit einhergehende Festigung des Wissens. So können die Teilnehmenden ihren Lernfortschritt jederzeit eigenständig verfolgen“, so Glock und fügt hinzu:„ Beide Kurse sind über einen Bildungsgutschein zu 100% förderfähig. Dank persönlicher Beratung profitieren Interessenten außerdem von unserer Hilfe bei der Beantragung einer solchen Fördermaßnahme“.

 

Bei Fragen zu den neuen Kursen oder zu weiteren Themen rund um unser Angebot können Sie sich gerne jederzeit über unser Kontaktformular melden, um persönlich beraten zu werden. Vereinbaren Sie gleich einen kostenfreien Termin!

 

Sie haben Interesse an den neuen E-Learning Angeboten der TÜV Rheinland Akademie? Hier finden Sie weitere Informationen zum Kursangebot: www.tuv.com/elearning

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Internationale Fachkräftesicherung I Global Experts

Ein Meilenstein für die erfolgreiche Fachkräftesicherung

Nach Pandemie-bedingter Wartezeit, geht der Auftrag der internationalen Fachkräftesicherung endlich in die nächste Runde: Die ersten drei indischen Kfz-Mechatroniker sind in Deutschland angekommen und bereiten sich auf den bundesweiten Einsatz bei namhaften Branchenpartnern vor. Auch Fachkräfte aus weiteren Branchen sollen zeitnah folgen.

März 2021: „Die Ankunft der ersten drei von insgesamt 260 indischen Kfz-Mechatronikern stellt einen bedeutenden Meilenstein für uns dar, denn nun wird der Erfolg unserer Arbeit endlich sichtbar“, freut sich Thomas Bastian, Head of Global Experts bei TÜV Rheinland und führt fort: „Der 4. März markiert jedoch erst den Anfang. Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an einer professionellen Fachkräfteeinwanderung und erwarten weitere 150 IT-Experten, 20 Industriemechaniker sowie über 200 Pflegekräfte aus Indien, Asien, den baltischen Staaten und Serbien“.

Bundesweiter Einsatz für Kfz-Fachkräfte bei namhaften Branchenpartnern

Internationale Fachkräftesicherung I Global Experts

Miriam Möllers empfing die indischen Fachkräfte am Düsseldorfer Flughafen.

„Unser erstes persönliches Kennenlernen war trotz Einhaltung aller geltenden Hygienevorschriften sehr herzlich. Wir standen bereits zuvor in intensivem Austausch miteinander, die Vorfreude auf den Tag der Ankunft in Deutschland war aber auf allen Seiten besonders groß“, berichtet Miriam Möllers, internationale Projektmanagerin des Global Experts Team, die die drei indischen Fachkräfte am Düsseldorfer Flughafen empfing. Ebenfalls vor Ort war ein Projektmanager der Hyundai Motor Deutschland GmbH, Pilotpartner der TÜV Rheinland Akademie bei der Rekrutierung von internationalen Kfz-Mechatronikern und zugleich zukünftiger Arbeitgeber der drei ersten eingetroffenen Fachkräfte.

Neben dem südkoreanischen Automobilhersteller kooperiert TÜV Rheinland im Bereich der internationalen Fachkräfterekrutierung mit weiteren namhaften Branchenpartnern, darunter Mercedes-Benz, Volvo, Renault und Skoda.

Als Willkommensgeschenk erhielten Matthew Renjith, Pancharavally Sunny Lilt und Mukesh Vishnumohan Nair unter anderem ein deutsches Wörterbuch mit technischen Fachbegriffen, um ihre bereits vorhandenen Sprachkenntnisse weiter auszubauen und sich an ihrem zukünftigen Arbeitsplatz schnell zurechtzufinden. Zusätzlich durchlaufen sie in den nächsten drei Monaten ein Sprachprogramm mit Schwerpunkt im Bereich der technischen Sprache, um das B1-Niveau gemäß des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GERS) zu erlangen.

Fachkräftesicherung bedeutet: Keine kurzfristige Erwerbsmigration, sondern nachhaltige Fachkräfte-Integration!

Matthew Renjiths neuer Arbeitsplatz liegt in Eschweiler, aufgrund der behördlichen Auflagen des Landes Nordrhein-Westfalen konnte er in Begleitung eines Integrationsmanagers von TÜV Rheinland sofort zu seinem zukünftigen Betrieb reisen. Pancharavally Sunny Lilt und Mukesh Vishnumohan Nair werden in Itzehoe und Stuttgart beschäftigt. Sie mussten wegen strengerer Corona-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer zunächst in eine einwöchige Quarantäne. Das Integrationsmanagement von TÜV Rheinland umfasst weitere praktische Hilfestellungen, um die Fachkräfte in den kommenden Wochen nachhaltig in die Gesellschaft zu integrieren. Dazu zählt zum Beispiel die Begleitung bei Behördengängen oder die Unterstützung bei der Wohnungssuche. „Wir wollen keine kurzfristige Erwerbsmigration schaffen, sondern dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegenwirken“, erklärt Thomas Bastian.

Alle drei Kfz-Mechatroniker verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung bzw. einen Universitätsabschluss in ihrem Fachbereich. Nach Ablauf ihres vierjährigen Visums erhalten sie eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis und nehmen die deutsche Staatsbürgerschaft an. Anfang Mai 2021 sollen bereits die nächsten zehn Kfz-Mechatroniker in Deutschland ankommen. Damit geht die internationale Fachkräftesicherung in die nächste Runde.

Einen Überblick über die Global Expert Services finden Sie unter:
www.tuv.com/global-experts

Ihr Ansprechpartner für inhaltliche Fragen:

Thomas Bastian
Tel.: +49 221 / 806 6855
E-Mail: thomas.bastian@de.tuv.com

 

KompetenzmanagementTÜVRheinlandAkademie

 

Coching

Coaching: Ein wahrer Allrounder für alle Lebenslagen.

Job-Coaching, Bewerbungscoaching, Führungskräfte-Coaching, Mental- oder auch Krisen-Coaching… Offensichtlich gibt es ein unfassbar großes Coaching-Angebot für jede Lebenslage. Aber: Woran erkennt man eigentlich, dass man ein Coaching braucht? Wie findet man dann das „richtige Coaching“ für sich und seine Bedürfnisse? Gibt es hier überhaupt ein Richtig oder Falsch? Da wir hier auch keine schnellen Antworten geben können, haben wir bei einer Expertin nachgefragt.

Dana Przybille gehört seit mehreren Jahren zum Coaches-Team der TÜV Rheinland Akademie und verrät uns im Interview, was ein gutes Coaching ihrer Ansicht nach ausmacht, welche Ziele man damit verfolgen kann und was sie selbst besonders reizvoll an ihrer Arbeit als Coach findet.


Hallo Frau Przybille, den Begriff Coaching hört und liest man ja mittlerweile überall, in unterschiedlichsten Varianten. Was ist das denn eigentlich?

Wir Menschen und unsere Psyche sind sehr komplex. Demnach gibt es auch viele verschiedene Sichtweisen, Begriffserklärungen, Ansätze und Definitionen für Coachings. Ich persönlich definiere den Begriff als professionelle Begleitung von Lern-, Veränderungs- und Entwicklungsprozessen.
Um das etwas genauer zu erklären: Im Coaching schaffen wir einen Rahmen, der es dem Coachee ermöglicht seine Ziele zu definieren und Entwicklungsschritte eigenverantwortlich umzusetzen. Wer hier einen interessanten Ansatz für sich sieht, kann sich mit einem Coaching unterstützen lassen.

Ich als Coach fungiere dabei prozessbegleitend und biete Hilfestellungen an, um bspw. Hindernisse aus dem Weg zu räumen und passende Lösungsstrategien zu entwickeln. Man nennt das auch “Hilfe zur Selbsthilfe”. Dabei gebe ich natürlich keine konkreten Vorgaben, sondern setze eher Impulse, welche die Entwicklung von Lösungsstrategien beim Coachee selbst aktivieren. Dafür gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Methoden. Welche davon die Richtige ist, zeigt sich meist erst im Kennenlernprozess. Coaching ist immer interaktiv und findet personenzentriert statt. Der Mensch als Individuum steht dabei im Mittelpunkt. Demnach muss auch ich meinen “Methodenkoffer” immer anpassen und mich auf jede Situation und jeden Coachee neu einstellen.

Gelingt das immer?

Eine wichtige Grundvoraussetzung ist die Beziehung zwischen Coach und Coachee. Diese sollte neben fachlicher Kompetenz und der professionellen Distanz, vor allem auf Vertrauen basieren. Man könnte sagen, dass die Chemie stimmen muss. Ohne dem ist Coaching nicht zielführend möglich. An diesem Punkt muss man dann auch ganz ehrlich miteinander sein und Alternativen empfehlen. Glücklicherweise war ich bisher noch nicht in so einer Situation.

Wie läuft ein Coaching grundsätzlich ab?

Bevor ein Coaching tatsächlich beginnt, gibt es immer einen Auftrag. Der Coachee kommt freiwillig mit seinem Anliegen ins Coaching. Das Kick-off findet dann in Form eines Erstgespräches statt. Dies dient in erster Linie dazu eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Coach und Coachee können sich sozusagen etwas beschnuppern. Hier wird entschieden, ob beide in Interaktion treten können oder eben nicht. Wie schon erwähnt, muss die Chemie stimmen. Nachdem das „geklärt“ ist, werden die Ziele des Coachings bestimmt. Mit Hilfe der Ergebnisse aus dem Erstgespräch, den Beobachtungen und Wahrnehmungen, kann der Coach schon aus seinem Methodenkoffer ein oder mehrere Instrumente wählen, die dann im Coaching-Prozess Anwendung finden. Hierbei sollte man beachten, dass es nicht bei diesem Instrument bleibt und der Einsatz im gesamten Verlauf, situativ angepasst werden muss. Die Dauer des Coachings ist unterschiedlich und wird in der Regel im Vorfeld festgelegt. Abschließend werden verbindliche Termine vereinbart – und los geht´s.

Woran erkennt man denn, dass ein Coaching hilfreich wäre und welche Ziele sollte man sich setzen?

Der Markt bietet aktuell ein unheimlich breitgefächertes Angebot an verschiedenen Coachings, für jede zu bewältigende Herausforderung oder auch Krise in unserem Leben. Mental-Coaching, Karriere-Coaching, Krisen- oder Job-Coaching – die verschiedenen Ansätze und Methoden können unheimlich vielseitig eingesetzt werden. Jeder, der irgendwie “feststeckt” bzw. seinen Weg nicht mehr klar sieht und Unterstützung bei der Erreichung seiner Ziele oder dem Bewältigen von Krisen braucht, kann und sollte darüber nachdenken ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Mit einem Coaching kann so vieles erreicht werden, auch wenn es manchmal nur darum geht, neue oder ganz andere Perspektiven und Ansätze aufzuzeigen. Und das Beste ist: Unsere Coaching-Angebote sind mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS), der Agentur für Arbeit oder Jobcenter, zu 100% förderfähig. Dem Coachee entstehen demnach keine Kosten.

Die individuellen Ziele werden im Coaching – ausschließlich vom Coachee selbst – bestimmt. Oftmals werden diese schon bei der Wahl des Coachings ersichtlich und müssen dann nur noch etwas deutlicher ausformuliert werden. Wer ein Job- oder Karriere-Coaching bucht, will sich meist beruflich entwicheln, wer ein Lebenslagen- oder Krisen-Coaching beginnt, ist meist auf der Suche nach Struktur und Klarheit. Aber auch hier gibt es immer wieder Überraschungen. Neben dem Wunsch zur beruflichen Neuorientierung, können bspw. auch die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Selbstsicherheit und Durchsetzungsstärke relevant werden. Wenn so ein Fall auftritt, muss erst einmal “Ordnung geschaffen werden”.

Das klingt herausfordernd. Welche Methoden kann es zur Zielerreichung geben?

Die Vielzahl der Coaching-Arten auf dem „Coaching-Markt“ bringt natürlich auch ein enormes Quantum an Methoden mit sich. Hier gilt es die geeignete Methode zu wählen, denn jeder Coachee benötigt eine andere Vorgehensweise. Manchmal ist auch eine multimodale Arbeitsweise nötigt, d.h. man verwendet einen sogenannten Methodenmix um Coaching-Ziele zu erreichen. Ich persönlich verwende gern Elemente aus dem Systemischen Coaching. Systemisches Coaching verfolgt das Ziel, die Selbstorganisationsfähigkeit wiederherzustellen, und knüpft dabei direkt an seine Handlungsmöglichkeiten an.

Mit Hilfe von Fragetechniken aus der Systemik erlangt man Informationen über das “System des Coachees”. Parallel dazu wird verdeutlicht, wie bestimmte Situationen und Erlebnisse von den „Angehörigen“ des Systems unterschiedlich gesehen und betrachtet werden. Hierbei können zum Beispiel die Systemangehörigen mit angeregt werden, um neue Lösungsansätze zu finden und umzusetzen. Typische Fragetechniken sind zirkuläres Fragen, die Wunderfrage aber auch die Skalierungsfrage. Weitere Methoden die sich im Coaching bewährt haben sind die Erstellung eines Visionboards oder „Der Baum der Entwicklung“, von Maximilian Bache. Es gibt noch viele mehr, der Methodenkoffer ist gut gefüllt. 😉

Was sind die größten Herausforderungen beim Coaching? Gibt es Besonderheiten, auf die beide Parteien achten müssen?

Im Coaching besteht immer eine Gefahr der Abhängigkeit, Coach und Coachee begeben sich auf eine Gradwanderung, im Rahmen ihrer Beziehung. Jeder Coach sollte über Grundsätze in der Beratungsarbeit/Coachingarbeit verfügen. Wichtig dabei ist, dass eine professionelle beraterische Distanz gewahrt wird. Eine wertschätzende, respektvolle und wertfreie Haltung setze ich im Coaching voraus. Dazu gehört die Würdigung, Achtung und Respektanz gegenüber dem Coachee und seines Systems. Eine neutrale Verhaltensweise hinsichtlich der Glaubenssätze, der Veränderungsbereitschaft und auch den Beziehungen des Coachees ist unabdingbar für eine vertrauensvolle, ganzheitliche, ressourcen- und lösungsorientierte Arbeitsweise.

„Digitales Coaching“ wird aktuell sehr verbreitet angeboten. Was versteht man darunter und wie wird das bei der TÜV Rheinland Akademie umgesetzt?

Aristoteles sagte einmal: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“. Gerade in der aktuellen Situation, in der die Wirtschaft Corona-bedingt stillsteht und die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen so schnell nicht zu erwarten sind, findet diese Aussage noch mehr Gültigkeit.

Aufgrund unserer Flexibilität und der Strategien die wir entwickelt haben, sind wir auch weiterhin in der Lage, professionell mit unseren Teilnehmenden zu arbeiten.

Es ist uns erfolgreich gelungen, die präsenzorientierte Durchführung unserer Bildungsangebote und Coachings umzustellen. Durch die schnell voranschreitende Digitalisierung, ermöglichen uns Online-Plattformen wie beispielsweise Skype for Business, MS Teams oder Zoom die virtuelle Umsetzung.

Die Kommunikation mit unseren Teilnehmenden findet hierbei auf vielfältiger Weise statt. Durch Telefonie und Video-/Web Conferencing führen wir an Maßnahmeinhalte heran und stehen dabei auch beratend zur Seite. Besonders das Coaching profitiert davon, weil „äußere Einflüsse“ (die zum Teil auch ablenkend sein können) in der digitalen Durchführung nicht existieren. Zum anderen befinden sich die Kunden in ihrem „Zuhause“, welches oftmals der Rückzugsort oder ihr persönlicher „Schutzraum“ angesehen wird. Dort fühlen sie sich wohl, dort dürfen sie sein. Und das spiegelt sich im Coaching wieder. Ich erlebe meine Kunden authentischer und selbstsicherer.

Und wie läuft das dann ab?

Das „Digitale-Coaching“ läuft genauso ab, wie in der Präsenz. Vorab gibt es hier ein Telefongespräch indem der Auftrag geklärt wird. Im Anschluss werden Termine und das passenden Medium zur Umsetzung vereinbart.

Das einzige was der Kunde für die alternative Durchführung benötigt, ist eine stabile Internetverbindung und ein Laptop, Tablet oder Smartphone.

 

Digitales Coaching: Individuell, flexibel und (fast) überall realisierbar.

 

Zu guter letzt: Was reizt Sie an Ihrer Tätigkeit als Coach – und – haben Sie eine hervorzuhebende „Erfolgsgeschichte“?

Ganz klar: Der Mensch, mit all seinem Leben. 🙂 Als Coach tätig zu sein erfüllt mich auf all meinen Ebenen. Mein Job ist nie eintönig, sondern sehr facettenreich und bunt. Jedes Coaching beinhaltet für mich eine Erfolgsgeschichte – selbst wenn es nur kleine Dinge sind, die wir gemeinsam bewegen konnten. Veränderungs- oder Entwicklungsprozesse benötigen nunmal Zeit. Man darf nicht vergessen, dass selbst gewünschte Veränderungen auch hemmende und teilweise blockierende Ängste auslösen und dann sogar wie Blockaden wirken können. Ich sehe mich als Wegbegleiter an der Seite meiner Coachees und freue mich über jeden einzelnen Schritt auf diesem Weg.

Ein gutes Beispiel fällt mir aber tatsächlich gerade ein…

Eine Kundin, welche sich in einem Transformationsprozess vom Mann zur Frau befand, suchte mich auf, weil sie keinen Job fand. Sie vermutete, dass dies an ihrer „Verwandlung“ lag. Darunter hatte sie sehr gelitten. Im Rahmen des Coachings haben wir daran gearbeitet, dass sie ihren Selbstwert wiederfindet und gemeinsam eine Strategie entwickelt, welche das Ziel hatte sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Selbstvermarktungsstrategien ist das “A und O”. Gemeinsam sind wir damit rausgegangen und sie hat sich persönlich bei potenziellen Arbeitgebern vorgestellt. Das war vor dem Coaching undenkbar. Etwa 1 Woche nachdem das Coaching beendet wurde, hat sie ihren Arbeitsvertrag als Verkäuferin unterschrieben. Ich freue mich auch heute noch über diesen Erfolg und bin unglaublich stolz auf meine Kundin.

Im Coaching-Prozess selbst ist mir bewusst geworden, mit wieviel Diskriminierung sie sich täglich auseinandersetzen muss. Unvorstellbar in der heutigen Zeit. Umso schöner ist es dann, wenn ich mit meiner Arbeit etwas bewegen kann.

Das ist definitiv ein würdiger Abschluss unseres Interviews. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen und uns einen kleinen Einblick in die Welt des Coachings gewährt haben! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß bei Ihrer Arbeit und hoffen, dass Sie auch in Zukunft noch viele Erfolgsgeschichten sammeln können.

 

Kurzportrait Dana Przybille

Dana Przybille

Dana Przybille gehört seit 2015 zum Coaches-Team der TÜV Rheinland Akademie in Lehnitz.

Ich selbst komme aus dem schulmedizinischen Bereich und war als exam. Gesundheits-/Krankenpflegerin auf der Intensivstation und auch in der Anästhesie tätig.

Nach einer beruflichen Auszeit, in der ich an meiner beruflichen Neuorientierung werkelte, habe ich verschiedene Ausbildungen im Bereich Coaching/Beratung absolviert, so zum Bsp. Train the Trainer, Bewerbungsmanagement, Kommunikationsmanagement, Burnout Berater.

Seit 2015 bin ich für die TÜV Rheinland Akademie in Lehnitz in unterschiedlichen Maßnahmen und Projekten unterwegs. Als Coach begleite und berate Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen und Lebensphasen.

Und was soll ich sagen – ich liebe meinen Job! 🙂

 

 

Neujahrsvorsätze 2021

Alle Jahre wieder… Die Neujahrsvorsätze.

Ja, wir kramen sie immer wieder hervor, die gut durchdachten Vorsätze fürs neue Jahr.

Wie Böller, Karpfen und Berliner, gehören sie ja schließlich dazu und werden jedes Jahr aufs Neue – meist in feuchtfröhlicher Silvesterabend-Runde – ausformuliert.
Am Morgen danach bleibt von unseren ambitionierten Vorsätzen jedoch oft nicht viel mehr als der dicke Kopf – und das schlechte Gewissen, weil man ja nicht sofort mit der Umsetzung des „intensiven Sportprogramms“ oder dem neuen, „total gesunden Lebensstil“ anfangen kann (oder will). Aber morgen dann…oder auch übermorgen. Dann aber wirklich!


 

Gesagt, getan – oder auch nicht!?

Neujahrsvorsätze

Neujahrsvorsätze: Nur Schall & Rauch?

Mehr Sport, endlich Karriere machen, dem Alkohol abschwören, mit dem Rauchen aufhören und viel mehr Entschleunigung im Alltag
Viele Menschen verbinden den Jahreswechsel mit dem Bedürfnis, gute Vorsätze für sich zu entwickeln.

Meistens passiert mit ihnen jedoch dasselbe wie mit den kunterbunt-glitzernden Raketen – sie verpuffen im Himmel und übrig bleiben nur Schall und Rauch.

 

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wer hat seine Neujahrsvorsätze tatsächlich mal umgesetzt?
Bringt es überhaupt etwas, sich Vorsätze zu nehmen? Woher kommt dieser Brauch eigentlich und warum ausgerechnet immer zum Jahreswechsel? Gehen wir all dem doch mal auf den Grund…

 

Der Ursprung.

Gute Vorsätze sind keine neuzeitliche Modeerscheinung. Schon im alten Rom wurde der anstehende Jahreswechsel dafür genutzt, um über die letzten Monate nachzudenken und sich motivierte Ziele für das neue Jahr zu stecken. Direkt danach bekräftigten die höchsten Beamten Roms ihre Loyalität gegenüber der Republik und legten einen Eid vor dem Kaiser ab. Alles zusammen wurde selbstverständlich in einer großen Zeremonie gefeiert, mit der dann auch noch Janus, der Gott des Neubeginns geehrt wurde. Wer jetzt aufgepasst hat, sieht die Verbindung vom göttlichen Namen zum Monatsnamen Januar. Großartig, die Römer – die haben definitiv keine halben Sachen gemacht!

 

Die Herausforderung.

Grundsätzlich ist es gut, sich Dinge vorzunehmen und ein Ziel anzuvisieren. Der erste Januar steht für den Beginn einer neuen Zeitrechnung – warum also nicht auch für den Beginn neuer und guter Gewohnheiten? Wenn wir dann aber schon nach kurzer Zeit merken, dass wir unsere Vorsätze schon wieder nicht einhalten und unsere beschwingt ausformulierten Ziele nicht erreichen können, sind wir demotivierter als im Jahr davor. Das war es dann, mit den guten Absichten.

Warum fällt es uns so schwer, die guten Vorsätze einzuhalten?

Naja – ein guter Vorsatz ist erst einmal nur ein Vorhaben und oft nicht konkret ausformuliert. „Ein paar Kilo abnehmen“ definiert noch nicht, wie viel letztendlich vom Hüftspeck weichen soll. Auch der Zeitraum der grandiosen Transformation (und mögliche Etappenziele) werden in den seltensten Fällen spezifisch benannt. Aber genau das ist wichtig, um ein Ziel klar vor Augen zu haben und es wirklich anzupacken.

 

Mit diesen 7 Tipps setzen Sie Ihre guten Vorsätze auch wirklich um.

  1. Formulieren Sie einen (!) Vorsatz, für den Sie sich wirklich begeistern können und konkretisieren Sie Ihr Vorhaben so genau wie möglich. Schriftlich! Denn: Wer schreibt, der bleibt (am Ball).
  2. Bleiben Sie dabei realistisch: Von jetzt auf gleich vegan leben, auf Kohlenhydrate verzichten und täglich 100 km laufen – NO WAY!
  3. Planen Sie den Weg zum Ziel, kalkulieren Sie mögliche Hindernisse mit ein und was es braucht, damit Sie diese überwinden können.
  4. Setzen Sie sich Etappenziele und belohnen Sie sich beim Erreichen dieser.
  5. Teilen Sie Freunden und Verwanden mit, was Sie vorhaben und bitten Sie um Unterstützung. Ein paar motivierende Worte oder auch ein Schubs in die richtige Richtung, können Wunder bewirken.
  6. Suchen Sie sich Gleichgesinnte. Vielleicht schwitzt Mutti ja im Fitness-Studio mit oder Ihre bessere Hälfte hört ebenfalls mit dem Rauchen auf – gemeinsam lässt sich so viel mehr erreichen!
  7. Aufgeben ist keine Option! Wenn Ihnen die Ideen für das Sportprogramm fehlen, hilft Ihnen sicher gern ein Personal Trainer weiter. Der Weg zum Traumjob wird leichter, wenn Sie sich mit einem spezialisierten Coach austauschen. Um dem Glimmstängel endlich abzuschwören, können Hypnosen, Ratgeber-Bücher o.ä. helfen.

Es gibt gewiss noch viele weitere Tipps – fest steht aber: Gute – also wirklich gute – Vorsätze sollten eine detaillierte Planung mit sich bringen, damit aus ihnen auch erreichbare Ziele werden.

 

Ziele deinieren

Wer seine Ziele genau definiert, hat auch gute Chancen sie zu erreichen.

 


 

Unterm Strich…

…bleibt es dennoch jedem selbst überlassen, ob er sich diese Mühe macht oder auch nicht. Selbst wenn es nur kurz anhält: Dieses motivierende Kribbeln im Bauch, wenn wir einen Vorsatz formulieren (den wir mal mehr, mal weniger ernst meinen) ist doch ein tolles Gefühl. Wenn das dann „alle Jahre wiederkehrt“… Es gibt Schlimmeres! 🙂

 


In diesem Sinne: Starten Sie das neue Jahr mit viel Optimismus und guten Ideen. Sie brauchen zwar keinen Jahreswechsel, um sich etwas vorzunehmen – wenn es aber DER Moment für Sie ist…Dann los!

Auf ein allseits erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr 2021!

Gehörlose in der Weiterbildung Lagerlogistik

TÜV Rheinland ermöglicht Lagerlogistik-Weiterbildung für Gehörlose.

Bundesweit einzigartiges Pilotprojekt in Dresden erfolgreich gestartet! Gelebte Inklusion am Trainingsstandort Dresden: Hörende und Gehörlose werden gemeinsam im Bereich Lagerlogistik weitergebildet / Reibungslose Zusammenarbeit ohne größere Verständigungsprobleme möglich – durchweg positives Feedback von Teilnehmenden und Ausbilder / Dank erfolgreicher Testphase: Weiterbildung bei der TÜV Rheinland Akademie soll auch zukünftig für Gehörlose möglich sein


Rund 80.000 Menschen in Deutschland sind gehörlos. Auf den ersten Blick ist die Beeinträchtigung meist nicht erkenntlich. Dennoch sind die Vorurteile gegenüber gehörlosen Bewerbenden, gerade im beruflichen Kontext, oft groß. „Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die Inklusion gehörloser Mitarbeitenden nur unter besonderen Bedingungen möglich ist und schrecken deshalb davor zurück, sie einzustellen“, weiß Daniel Goersch, Lagerausbilder im Trainingscenter der TÜV Rheinland Akademie in Dresden. Dass diese Vorurteile jedoch meist unbegründet sind, beweist ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt, das in Dresden vor rund einem Jahr gestartet ist. Diese Projekt ermöglicht Gehörlosen gemeinsam mit hörenden Teilnehmenden eine Weiterbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik zu absolvieren. „Wir wurden vom Integrationsberatungsteam nach einer Besichtigung unseres Trainingscenters gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, Gehörlose in unsere Ausbildungsabläufe zu integrieren“, berichtet Kundenberaterin Regina Pörschke. „Wir haben sofort zugesagt und sind vom überwältigenden Engagement und Erfolg aller Mitarbeitenden und Lehrgangsteilnehmenden beeindruckt.“

Bessere Jobaussichten und neue Perspektiven.

Einer der sechs gehörlosen Weiterbildungsteilnehmenden ist Stephan Preiß. Der 35-Jährige hat bereits eine Ausbildung zum Beikoch absolviert und wurde über das Arbeitsamt auf die Weiterbildungsmaßnahme aufmerksam. Die Verständigung mit den hörenden Teilnehmenden und Ausbilder Daniel Goersch funktioniere sehr gut, berichtet Preiß. Ab Januar habe er einen festen Job im Bereich Lagerlogistik in Aussicht, erzählt er stolz. Die Weiterbildung könne er anderen Gehörlosen sehr empfehlen: „Eine super Möglichkeit, um seine Jobchancen zu erhöhen“, findet Preiß.

Das Feedback der Teilnehmenden – hörend wie gehörlos – sei durchweg positiv, berichtet Daniel Goersch: „Die Verständigung funktioniert besser als gedacht. Man lernt als Hörender sehr schnell die wichtigsten Gebärden.“ Auch Weiterbildungsteilnehmer Christian Schelle ist vom inklusiven Modell überzeugt: „Ich bin erstaunt, wie gut die Zusammenarbeit mit den Gehörlosen funktioniert“, berichtet der 32-Jährige. Die Arbeitsmotivation sei gerade bei den gehörlosen Teilnehmenden besonders hoch, erzählt Goersch: „Sie arbeiten extrem gewissenhaft und konzentriert, weil sie kaum abgelenkt werden.“

Therorie, Praxis und hochmoderne Technik.

Zusätzlich unterstützt wird die Weiterbildung durch den Einsatz einer hochmodernen Mixed Reality Brille. Damit werden die digitale Inhalte interaktiv dargestellt und reale Arbeitssituationen simuliert – besonders für die gehörlosen Teilnehmenden ein wichtiges Hilfsmittel. „Bei der Vermittlung theoretischer Inhalte ist die Unterstützung durch Dolmetscher jedoch unverzichtbar“, so Goersch. Der Theorieunterricht findet deshalb in getrennten Gruppen statt. Das ermöglicht maximale Konzentration auf beiden Seiten und funktioniert sehr gut.

„Die Verständigung funktioniert besser als gedacht. Man lernt als Hörender sehr schnell die wichtigsten Gebärden.“ (Daniel Goersch, Ausbilder)

„Die Industrie 4.0 macht die Inklusion Gehörloser problemlos möglich.“

Gemeinsam durchlaufen die Teilnehmenden über maximal sechs Monate hinweg alle Bestandteile des modularen Trainingscenters, vom Wareneingang bis zur Kommissionierung, am Ende wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Auch in Zukunft sollen Gehörlose und Hörende die Weiterbildung zusammen absolvieren. „Unter den Gesichtspunkten der Industrie 4.0 ist die Inklusion von Gehörlosen gerade im Bereich Lagerlogistik problemlos möglich, nicht nur in der Weiterbildung, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt Daniel Goersch. „Die Kommunikation über Sprache wird in vielen Teilen überflüssig – das bietet eine enorme Chance für gehörlose Arbeitssuchende.“


Sie haben ebenfalls Interesse an einer Weiterbildung oder Umschulung, an der TÜV Rheinland Akademie?

Der Einstieg ins modulare Trainingscenter für den Bereich Lager / Logistik ist jederzeit möglich. Die Weiterbildungsmaßnahme dauert je nach Vereinbarung bis zu sechs Monate. Weitere Angebote finden Sie vorab in unserem Katalog.

Ihre Ansprechpartnerin vor Ort: Regina Charlotte Pörschke

Vereinbaren Sie gleich einen Termin!

 

 

Internationale Fachkräfte

Trotz Corona: TÜV Rheinland rekrutiert erfolgreich internationale Fachkräfte für deutschen Automobil- und IT-Sektor.

Der Fachkräftemangel belastet die deutsche Wirtschaft. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wird deutlich: Engpässe gibt es vor allem in der Pflegebranche und in IT-Berufen, aber auch weiterhin in der Automobilindustrie. Zwar schafft das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz einen erweiterten Rahmen für eine bedarfsgerechte Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern, doch die Antragsstellung sowie die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse gestalten sich oft langwierig. Die TÜV Rheinland Akademie hat deshalb gemeinsam mit der Handwerkskammer zu Köln, dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln und der Handwerkskammer Koblenz ein Verfahren erarbeitet, das den komplexen Prozess der Berufsanerkennung internationaler Fachkräfte vereinfacht und beschleunigt. „Innerhalb kurzer Zeit konnten wir rund 150 Fachkräfte aus dem Automobilsektor für große internationale Autohersteller rekrutieren“, berichtet Thomas Bastian, Head of Global Experts der TÜV Rheinland Akademie. Parallel dazu ging ein weiteres Pilotprojekt für Berufskraftfahrer und IT-Fachkräfte an den Start. Letztere sind wegen der fortschreitenden Digitalisierung in nahezu allen Branchen stark gefragt.

Global Experts: Internationale Fachkräftesicherung

Kfz-Fachkraft berichtet: „Große Ehre für mich, im Land des Automobils zu arbeiten“

Eine der bereits rekrutierten Fachkräfte ist Akhil Unnikrishnan aus Bengaluru im Süden Indiens. Der 29-Jährige ist gelernter Kfz-Mechatroniker und befindet sich aktuell in der Vermittlungsphase. „Für mich ist es eine große Ehre, in dem Land zu arbeiten, in dem das Auto erfunden wurde“, berichtet er. Harikrishnan K. B. aus Kuwait hat bereits eine Schulung zum Systemtechniker bei Mercedes Benz absolviert. Er wartet nun darauf, nach Deutschland reisen zu dürfen, um bei Mercedes als Kfz-Mechaniker zu arbeiten. Solange die Einreise Corona-bedingt nicht möglich ist, informiert er sich über neue Automobiltrends und -technologien und verbessert seine Deutschkenntnisse. Auch Kiran Gireesh soll als Fachkraft in Deutschland arbeiten, er wurde an den Automobilhersteller Hyundai vermittelt. Über Videotelefonate und E-Mails bleibt der 28-Jährige mit seinem zukünftigen Arbeitgeber in Kontakt, bis er einreisen darf. „Wir wollen keine kurzfristige Erwerbsmigration schaffen, sondern eine langfristige Win-win-Situation für beide Seiten, Unternehmen wie Fachkräfte“, erklärt Bastian. Deshalb werden die Fachkräfte im Voraus von den TÜV Rheinland Experten nicht nur fachlich geschult, sondern auch umfassend auf das Leben in Deutschland vorbereitet. Für mindestens 36 Monate ist die Fachkraft verpflichtend im Unternehmen angestellt. Während dieser Zeit wird sie durch die TÜV Rheinland Akademie fachspezifisch weitergebildet.

 

Internationale Fachkräfte für Deutschland: Dank neuem Verfahren in maximal sechs Monaten zur erfolgreichen Vermittlung

„Unser neu entwickeltes Verfahren ermöglicht es inländischen Begleitpersonen, Anträge und Unterlagen sowie ausländische Bildungsabschlüsse weitgehend elektronisch bei Handwerkskammern einzureichen, obwohl sich die Antragsstellenden und die Originaldokumente im Ausland befinden,“ berichtet Thomas Bastian. Dank des neuen Verfahrens dauert es maximal sechs Monate, bis die jeweilige Fachkraft in Deutschland arbeiten kann. „Wir sind bisher das einzige Unternehmen, das ein derartiges beschleunigtes Verfahren etabliert hat“, weiß Bastian. Er zeigt sich optimistisch, dass bis Ende des Jahres alle Fachkräfte in Deutschland eintreffen. „In der Theorie wären sie morgen bereit, sich in den Flieger nach Deutschland zu setzen“, so Bastian, „aber leider konnten beispielsweise die Visumstellen in Indien während des Lockdowns nicht wie gewohnt arbeiten. Momentan müssen wir darauf warten, dass diese Stellen ihre Prozesse wieder aufnehmen und unsere Kandidaten ausreisen können. Corona-Test sind für einreisende Teilnehmer natürlich Pflicht.“ Dass die Nachfrage seitens der Industrie durch die Corona-Pandemie abnehme, glaubt Bastian nicht: „Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften bleibt weiterhin bestehen.“

 

Weitere Fragen zum Thema “internationale Fachkräfte für Deutschland” beantwortet Ihnen Thomas Bastian: thomas.bastian@de.tuv.com

 

+++UPDATE+++

Über das beschleunigte VISA Verfahren kommen die ersten indischen Kfz Mechatroniker für Hyundai und Mercedes bereits in QI 2021 in Deutschland an.

Weiterbildung zur Fachkraft für Metalltechnik

Meine Umschulung zur Fachkraft für Metalltechnik

Mehdi Hassas hat bereits jeweils eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker und zum Schweißer im Iran beziehungsweise der Türkei absolviert. Da beide Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt wurden, entschloss er sich für einen beruflichen Neustart bei der TÜV Rheinland Akademie im Trainingscenter Cottbus. Dort absolvierte er zunächst die Umschulung zur Fachkraft für Metalltechnik und bildete sich anschließend im Bereich modulares Schweißen weiter. Wie ihm die Umschulung und die Weiterbildung bei der TÜV Rheinland Akademie gefallen haben, was er dabei gelernt hat und wie seine Pläne für die Zukunft aussehen, verrät uns Mehdi Hassas im Interview.


Herr Hassas, Sie haben bereits zwei Ausbildungen, eine zum KFZ-Mechaniker und eine zum Schweißer, abgeschlossen. Warum wollten Sie noch einmal einen beruflichen Neustart wagen und haben sich für eine Umschulung entschieden?

Die beiden Ausbildungen habe ich im Iran und in der Türkei gemacht, sie wurden allerdings hier in Deutschland nicht anerkannt, weil die offiziellen Zertifikate dafür fehlten. Da ich aber unbedingt weiterhin in diesem Bereich arbeiten wollte, habe ich mich für einen Neustart an der TÜV Rheinland Akademie in Cottbus entschieden.

Wie kamen Sie auf die TÜV Rheinland Akademie?

Ich bin durch eigene Recherche und Empfehlungen auf das Kursangebot gestoßen, die TÜV Rheinland Akademie ist ja überall bekannt.

Welche Weiterbildungen haben Sie absolviert?

Die Umschulung zur Fachkraft für Metalltechnik an der TÜV Rheinland Akademie in Cottbus passte optimal zu meinen Vorstellungen. Von 2017 bis 2019 habe ich diese Umschulung absolviert und mit der Note 1 abgeschlossen, darauf bin ich sehr stolz. Im Anschluss folgte eine siebenmonatige Weiterbildung im Bereich modulares Schweißen.

Sie haben an unserem geförderten Weiterbildungsprogramm teilgenommen, wie waren Ihre Erfahrungen damit?

Das geförderte Weiterbildungsprogramm war ein echter Glücksgriff für mich. Da ich derzeit noch auf meine Arbeitserlaubnis warte, konnte ich die Wartezeit sinnvoll nutzen und die nötigen Voraussetzungen für meinen beruflichen Neustart in Deutschland schaffen. TÜV Rheinland ist ein sehr bekannter Name, der einem viele Türen öffnet. Ich bin dankbar dafür, dass ich die Umschulung und die Weiterbildung über die Akademie machen konnte. Deshalb habe ich sie auch schon an zwei meiner Freunde weiterempfohlen.

Können Sie uns einen kleinen Einblick in die Zeit Ihrer Weiterbildungen geben?

Vorweg kann ich sagen: Die Zeit bei der TÜV Rheinland Akademie war toll! Ich habe nun drei Jahre an der Akademie verbracht und konnte mir dadurch ein komplett neues Leben aufbauen. Meine beruflichen Vorkenntnisse haben mir die Umschulung natürlich erleichtert, es gab aber auch vieles, das neu für mich war. Meine vorherigen Ausbildungen liefen eher nach dem Prinzip „learning by doing“ ab. Hier gab es nun auch einen umfangreichen Theorieteil, der meiner Meinung nach sehr wichtig ist. Dass meine Erfahrungen an der TÜV Rheinland Akademie so positiv sind, liegt mit Sicherheit auch an meinem Ausbilder. Herrn Polten war bei Fragen immer  für uns da. Er hat aber auch jedem Einzelnen Raum für selbstständiges Arbeiten gegeben. Ich konnte sehr von seinem Fachwissen profitieren.

Wie geht es nach Ihrer Zeit an der TÜV Rheinland Akademie weiter?

Dass ich mich an der TÜV Rheinland Akademie weitergebildet habe, hat mir schon einige Türen geöffnet. Unter anderem habe ich bereits ein Jobangebot vorliegen, das werde ich – sobald ich meine Arbeitserlaubnis habe – sofort annehmen. Vielleicht kann ich, bis es soweit ist, noch einige kleinere Weiterbildungsmaßnahmen besuchen. Perspektivisch könnte ich mir eine Qualifizierung zum „Schweißfachmann“ vorstellen. Falls das zeitlich nicht mehr klappt, möchte ich mich aber auf jeden Fall berufsbegleitend weiterbilden – dafür kommt dann nur die TÜV Rheinland Akademie infrage.

Herr Hassas, wir danken Ihnen für die Einblicke und freuen uns sehr über Ihr durchweg positives Feedback. Wir hoffen, Sie schon bald wieder an der TÜV Rheinland Akademie begrüßen zu dürfen und wünschen viel Erfolg bei Ihrem beruflichen Neustart!

Sie haben ebenfalls Interesse an einer Weiterbildung oder Umschulung, an der TÜV Rheinland Akademie? Hier kommen Sie zur Kursübersicht: https://kurse.tuv.com/kurse-suchen 

Bei weiteren Fragen rund um unser Angebot können Sie sich gerne jederzeit über unser Kontaktformular melden, um persönlich beraten zu werden. Vereinbaren Sie gleich einen Termin!

Mythen der Führung_SvenGrote_TÜVRheinland

7 Mythen zum Thema Leadership, die Führungskräfte besser gleich streichen

Wie können, wie müssen Manager und Führungskräfte im Kontext der Digitalen Transformation dafür sorgen, dass Teams und der einzelne Mitarbeiter gesund, qualifiziert und motiviert bleiben – und das trotz Veränderungsdruck und dynamischen Prozessen? Zum Beispiel erst einmal selbstkritisch sein: Denn, wenn es nicht läuft im Unternehmen, Produktivität und Innovationsrate hinter den Erwartungen zurückbleiben und das Unternehmen am Markt immer weiter zurückfällt, kann auch das Nebeneinander überkommener und neuer Führungsmodelle die Ursache dafür sein. So manche Führungskraft klammert sich gern an überholte Modelle der Personalführung – und hofft zugleich, den Wandel irgendwie erfolgreich zu überstehen. Dr. Sven Grote, der auch auf den aktuellen TÜV Rheinland Dialogen „Mensch & Gesundheit“ gesprochen hat, greift die wichtigsten Führungsmythen auf.

 „In der Führungsforschung gibt es nichts, was es nicht gibt“, resümierte der Organisationspsychologe Prof. Nerdinger bereits im Jahr 1994. Und die Welt der Führungsansätze, der Führungsmodelle, der Führungsinstrumente ist seitdem nicht weniger bunt. Allein die Führungskräfteentwicklung treibt zahlreiche Blüten, vom Führen mit Pferden und Wölfen, über Persönlichkeitstrainings, Outdoor-Seminare mit und ohne Floßbau bis hin zu mannigfaltigen Esoterikangeboten, um nur wenige Stichworte zu nennen. Ähnlich verhält es sich mit Anforderungen an Führungskräfte. Hier ist genau zu prüfen, was wirklich sinnvoll ist und einer genaueren Betrachtung – auch im Sinne des evidenzbasierten Managements – standhält oder sich vielleicht als Mythos erweist.

Mythos 1: Kompetenz ist ein Modethema. Die Handlungskompetenz von Führungskräften und Mitarbeitern kann nicht als vergängliches Trend- oder Modethema abgetan werden. Sie ist vielmehr als zeitloser Kern des unternehmerischen Wandels und als ein Garant für den Erfolg in der Industrie 4.0 zu sehen. Handlungskompetenz geht über Wissen und formelle Qualifikation hinaus und fokussiert auch die praktische Anwendung von Wissen. Sie bewährt sich vor allem in neuartigen, unbekannten Situationen. Handlungskompetenz wurde schon in Zeiten „relativer Stabilität“ als relevant erachtet. Umso mehr steigt die Bedeutung von Handlungskompetenz in Zeiten „disruptiver“, also exponentiell-sprunghafter Veränderungen. Die systematische Definition und Entwicklung relevanter Kompetenzen bleibt eine wichtige Führungsaufgabe.

Mythos 2: Fachkompetenz ist nicht wichtig. Dies ist ein Mythos, den man seit vielen Jahren hört, oftmals von Beratern oder Trainern. Demnach ist Fachkompetenz bei Führungskräften gar nicht so wichtig. Viel wichtigere Erfolgsfaktoren seien soziale Kompetenzen und emotionale Intelligenz. Einer genaueren Betrachtung hält diese Aussage jedoch nicht stand. Hierfür lassen sich weder in der Forschung noch in der Praxis Anhaltspunkte finden. Im operativen Geschäft finden sich selten Führungskräfte, die ohne ausgeprägte Fachkompetenz dauerhaft erfolgreich agieren, allein schon weil die Akzeptanz durch Mitarbeiter fehlen würde. Eine eingeschränkte Fachkompetenz lässt sich nicht ohne weiteres durch soziale Kompetenzen wie etwa Empathie oder Intuition kompensieren.

Mythos 3: Sozialkompetenz ist der Erfolgsfaktor schlechthin. Frühere Studien (mit Prof. Kauffeld und Prof. Frieling) mit echten Teams aus Unternehmen nach dem Kasseler-Kompetenz-Raster (heute Act4-teams) haben die Rolle der Kompetenzen untersucht. Das Kasseler-Kompetenz-Raster, kurz KKR, ist ein im Jahr 2000 am Institut für Arbeitswissenschaft der Universität Kassel entwickeltes Verfahren zur „Fremdeinschätzung der Problemlösungskompetenz von Gruppen“. Eine Gruppe von fünf bis sieben Mitarbeitern bearbeitete dazu ein aktuelles und relevantes Problem aus dem betrieblichen Ablauf in 60 bis 90 Minuten. Der Prozess der Problembearbeitung wurde dazu aufgeschrieben und anhand des KKR ausgewertet. Diese Untersuchung zeigte die Bedeutung insbesondere der Fach-, Methoden- und Selbstkompetenzen auf; soziale Kompetenzen differenzierten weniger bzw. kaum zwischen effektiven und weniger effektiven Problemlösegruppen.

Mythos 4: Führungskräfte müssen extrovertiert sein. Die empirische Datenlage bestätigt dies nicht. Es gibt zahlreiche Gegenbeispiele von höchst erfolgreichen und gleichzeitig wenig extrovertierten Führungskräften und Unternehmensgründern. Führungskräfte gelangen auf ganz unterschiedliche Weise zu Akzeptanz bei den Mitarbeitern und Wirksamkeit im Unternehmen, etwa durch Beharrlichkeit, Ausdauer, Loyalität dem Unternehmen und den Mitarbeitern gegenüber, Zugänglichkeit und vertrauensvollen Umgang. Extrovertierte Menschen kommen zwar leichter an Führungsposten, sie sind aber dadurch nicht zwangsläufig erfolgreicher als andere.

Mythos 5: Die Industrie 4.0 und der digitale Wandel ist ein neuer Lebensabschnitt für die deutschen Unternehmen. Viele Unternehmen beschäftigen sich schon seit Jahren mit der digitalen Transformation, durchgängigen Prozessen und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Die digitale Transformation ist für zukunftsorientierte Unternehmen schon lang im Fokus, auch wenn sie aktuell neue Impulse erfährt und an Fahrt gewinnt.

Mythos 6: Wer verstehen will, was die Digitale Transformation bedeutet, muss ins Silicon Valley. Denn hier sind demnach die Vordenker, die Trendsetter, die Visionäre des neuen Arbeitens zu finden. Doch sind wesentliche Aspekte der Unternehmenskultur „unsichtbar“. Auch lässt sich vieles nicht „eins-zu-eins“ übertragen. Viele Führungsinstrumente des Silicon Valley setzen zwar neue Impulse, tragen jedoch auch bekannte und vertraute Aspekte in sich. Bestimmte Konzepte wie die agile Führung drohen zu Modewörtern zu verkommen.

Mythos 7: Digitalisierung ist vor allem eine Frage der Technologie. Es besteht die Gefahr, die Digitalisierung und Industrie 4.0 auf technologische Aspekte zu verengen. Es reicht oft nicht, eine App anzubieten. Zu einfach gedachte Lösungen geraten dann zu „digitalen Seifenblasen“, die in der Praxis zerplatzen. Nachhaltige Digitalisierungsprozesse betreffen zumeist auch Fragen der Kooperation, der Führung und Unternehmenskultur bis hin zu Wertefragen. Diese Fragen zu umgehen, mag als attraktive Abkürzung erscheinen, entpuppt sich zumeist aber als Sackgasse. Unternehmen brauchen zur erfolgreichen Digitalisierung Handlungskompetenzen. Es geht darum, die eigenen Kompetenzen zu reflektieren, zu kommunizieren und systematisch zu entwickeln. Ausprobieren, Scheitern und Lernen gehört ebenso dazu wie die richtige Kommunikation. Es gilt, Mitarbeitern Freiheiten einzuräumen, sich mit ihnen auszutauschen, zu wissen, was sie wollen und ihnen zu signalisieren, dass ihre Ideen willkommen sind. Auf große Veränderungen, auf Wandel, auf eine unklare Zukunft, wie sie die Digitale Transformation mit sich bringt, können Organisationen leichter reagieren, die auf Kompetenzen setzen. Ausprobieren, scheitern, verwerfen, seine Kompetenzen erkennen und neue hinzugewinnen. All das ist keine Zauberformel. Aber es ist vielleicht ein Tipp, den man zugunsten erfolgreicher Führung in Zeiten von Disruption und Digitaler Transformation als Führungskraft noch stärker beherzigen sollte.

Dr.SvenGrote_Speaker_TÜVRheinlandDialogue

Über den Autor Dr. Seven Grote: Inhaber der Unternehmensberatung Fokus-K, mit Arbeits- und Forschungsschwerpunkten auf Kompetenzmessung, -modellierung, -entwicklung, -management. Weitere Schwerpunkte sind Per­sonal- und Organisationsentwicklung, Führung, Training und Transfer, Gruppenarbeit, Teamdiagnose, -entwicklung, -management, betriebliche Veränderungsprozesse, Prozessbegleitung, Großgruppenveranstaltungen. Lehrtätigkeiten an Hochschulen, u.a. Leuphana in Lüneburg, dem DISC an der Universität Kaiserslautern, Business and Information Technology School, Berlin, UNIKIMS, Kassel. https://www.fokus-k.de

 

 

Managementhacks_Communication_TUVRheinland

Management-Hack: Interne Kommunikation optimieren

In einer VUKA-Welt ist alles volatil, unsicher, komplex und voller Ambivalenz. Vielen Führungskräften fehlt angeblich die Zeit, ausreichend mit ihren Mitarbeitern zu kommunizieren. Aber interne Kommunikation wird immer erfolgskritischer, insbesondere in großen Unternehmen mit Standorten weltweit. Wie sollen alle an einem gemeinsamen Strang ziehen, wenn die meisten nicht wissen, an welchem Ende und zu welchem Zweck? Hier ein paar Tipps, wie Sie in Ihrer Organisation die interne Kommunikation verbessern.

Tipp 1: Nutzen Sie Vertriebstools für Mitarbeiter zur Verbesserung der internen Kommunikation

Webinare sind nicht nur hervorragende Tools für den Vertrieb gegenüber den Kunden von morgen. Sie eignen sich auch bestens für regelmäßige Q&As mit den Mitarbeitern. Im Gegensatz zu statischen internen Newslettern sind regelmäßige interne Fragen & Antworten interaktiv und perfekt, um sicherzustellen, dass alle den gleichen Wissensstand haben und um mögliche Missverständnisse oder Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und dem auch gegenzusteuern. Sorgen Sie dafür, dass die Webinare Teil sind der internen Kommunikation und über Kanäle wie den Mitarbeiternewsletter, Yammer oder Slack rechtzeitig beworben werden. Stellen Sie vorweg klar dar, wie Mitarbeiter an diesem Webinar teilnehmen können. Überlegen Sie im Voraus, welche Fragen kommen könnten und bitten Sie Ihr Team, die Antworten schon vorzubereiten. Machen Sie sich darauf gefasst, dass auch unangenehme oder unerwartete Aspekte angesprochen werden. Entwickeln Sie dafür eine souveräne Strategie.

Tipp 2: Ressourcen intelligent managen

Arbeiten Sie nicht härter, sondern intelligenter. Management-Software und -Plattformen können Ihnen dabei helfen, Ressourcen und Projekte in Echtzeit zu managen und die interne Kommunikation erheblich zu verbessern. Die können Zuständigkeiten besser delegieren, stellen sicher, dass Ihr Team im Zeitplan bleibt und können unterstützen, wenn sich Engpässe abzeichnen. Sie überbrücken die Kommunikation zwischen Management, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Beispiele dafür sind Plattformen wie Bitrix24 oder Monday (Dapulse) – mit Gruppen- und Video-Chats, Dokumentenverwaltung, Cloud-Service, integriertem Kalender, E-Mail, CRM, HR-Tools und vieles mehr. Setzen Sie erreichbare Ziele und teilen Sie sie in überschaubare Abschnitte. Hängen Sie Dateien an und legen Sie Fälligkeitsdaten fest. Lassen Sie sich und das Team von der Software automatisiert an überfällige Aufgaben erinnern – falls es diese damit überhaupt noch gibt. Erfahren Sie ebenfalls automatisch, wenn Meilensteine erreicht sind und bleiben Sie über die Erfolge im Team in Echtzeit auf dem Laufenden.

Tipp 3: Stellen Sie auf Echtzeit-Kommunikation um

SMS und E-Mail sind oldschool. Wieviel schneller könnten Ihre Mitarbeiter sich verständigen, Entscheidungen erhalten, aber auch selbst treffen, wenn sie für die interne Kommunikation eine Direct-Messaging-App nutzen dürften – so wie auch im Privaten? Yammer ist ein Collaboration-Tool, das es Teams ermöglicht, Nachrichten, Dateien, Dokumente oder Updates schnell und ohne große Umwege zu teilen. Auch Slack mit privaten wie öffentlichen Kanälen rankt inzwischen auf der Beliebheitsskala von Corporate Apps ganz oben. Die App unterstützt Direct Messaging, Drag & Drop für die gemeinsame Nutzung von Dateien, Feedback und Kommentare zu Dokumenten und zentralisiert alle Benachrichtigungen. Die App verfügt außerdem über eine Suchfunktion, mit der man die Inhalte nach Schlüsselwörtern durchsuchen kann. Übrigens – Projektmangement-Tools wie Monday gestatten eine Integration von Direct Messengern wie Slack.

Tipp 4: Wagen Sie eine anonyme Mitarbeiter-Befragung

Haben Sie den Mut, anonyme Feedback-Software einzusetzen, um von Ihren Mitarbeitern zu erfahren, was sie an Ihrer Führungsleistung und der internen Kommunikation konkret verbessern können. Unter Umständen sind die Ergebnisse zunächst vernichtend. Sehen Sie es als Chance. Nur, wenn Sie wissen, wo der Schuh drückt, können Sie etwas ändern. Die Erfahrung zeigt: Dieser Mut wird Ihnen in Mitarbeiterzufriedenheit und Performance zurückgezahlt. Aber auch nur, wenn Sie etwas ändern und die Ergebnisse nicht einfach zurück in die Schublade legen.

Tipp 5: Kommunizieren Sie klar und wertschätzend

Zur professionellen internen Kommunikation gehört, die Zeit anderer zu respektieren. Das gilt für Meetings wie für Einzelgespräche. Keine weitschweifigen Ausführungen, sondern argumentieren Sie klar und auf den Punkt. Lassen Sie andere ausreichend zu Wort kommen und fangen Sie sie ein, wenn sie den Rahmen und das Zeitbudget anderer im Meeting sprengen. Und wenn ein Gespräch am Ende eine Entscheidung benötigt, dann entscheiden Sie. Bleiben Sie respektvoll und wertschätzend in Ihrer Sprache. Empathie wird heute gern als Teil sozialer Kompetenz angesehen, als wäre sie uns nicht angeboren. „Ich kann mir vorstellen, dass Sie das stolz macht“ oder „Das hat Sie sicherlich verärgert“ sind gute Beispiele dafür, wie eine Führungskraft Einfühlungsvermögen zeigt. Klare Sprache, klarer Kopf.