Kategorie-Archiv Kompetenz

Chancen nach Studienabbruch oder Abschluss

Beratung & Coaching bei Studienabbruch oder Berufseinstieg

Einem aktuellen Bildungsbericht des Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Hannover nach, wurden in Deutschland vor Ausbruch der Pandemie 33 Prozent aller Bachelorstudiengänge vorzeitig abgebrochen. Die Gründe für einen Studienabbruch können sehr unterschiedlich sein. Doch egal ob nicht bestandene Prüfungen, finanzielle Schwierigkeiten oder Überforderung – die Konsequenz ist immer die gleiche: Rund jeder dritte Bachelor-Studierende beendet sein Studium ohne Abschluss.

 

Doch auch Berufseinsteiger stellen sich nach Erwerb eines Abschlusses oftmals die gleichen Fragen wie Studienabbrecher: Wie geht es jetzt für mich weiter? Welche Möglichkeiten und Perspektiven habe ich? Wie und wo finde ich als Absolvent einen Job, der zu mir passt? Die TÜV Rheinland Akademie hat es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit Betroffenen eine individuelle Lösung zu finden und bietet dafür ein umfassendes Beratungsangebot. „Im Gespräch erarbeiten wir gemeinsam, wo die persönlichen Stärken und Interessen liegen und welche Möglichkeiten der Arbeitsmarkt hergibt“, berichtet David Pabst, Kundenbetreuer an der TÜV Rheinland Akademie in Dresden.

 

Kundenbetreuer berichtet: „Eine Beratung von der Stange gibt es bei uns nicht“

David Pabst berät und coacht Menschen, die an einem wichtigen Punkt ihres beruflichen Werdegangs stehen. Der Sozialpädagoge aus Dresden analysiert die individuellen Ausgangssituationen, gibt eine berufliche Orientierung und erarbeitet mit mit seinen Kunden:innen eine auf sie zugeschnittene Bildungs- und Jobstrategie. Anschließend konzentriert er sich auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Teilnehmenden. Dabei kann es zum Beispiel darum gehen, die persönlichen Profile in beruflichen Netzwerken zu optimieren oder konkrete Tipps für den Bewerbungsprozess zu geben. „Die spezifischen Bedürfnisse, Wünsche und Ziele der Teilnehmenden stehen immer im Mittelpunkt unserer Empfehlungen. Eine Beratung von der Stange gibt es bei uns aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen daher nicht“, berichtet Pabst.

 

Studienabbruch – und jetzt?

Studienabbrecher und Studienabbrecherinnen werden oft als Gescheiterte stigmatisiert. Ein gutes Beispiel dafür sind die Ingenieurstudiengänge. „So ein Studium kann viele überfordern, da sie die Inhalte des Studiums unterschätzen“, weiß Pabst. Oft gestaltet sich das Studium zu schwer und wird deswegen entweder freiwillig abgebrochen oder die Studierenden werden exmatrikuliert, da sie die Prüfungen nicht geschafft haben. Eine der ersten und wichtigsten Aufgaben von Pabst ist es dann, den Betroffenen Mut zuzusprechen: „Der Studienabbruch ist nichts, wofür man sich schämen muss.“

Danach beginnt seine eigentliche Arbeit. Egal welcher Studiengang abgebrochen wurde und wer bei der Beratung vor ihm sitzt – zu Beginn wird immer ein umfangreiches und vor allem individuelles Aufnahmegespräch geführt. Dabei werden zunächst Fragen zur Lebenssituation der Person gestellt. Interessant für Pabst sind hier besonders die Gegebenheiten, die die Jobsuche beeinflussen. Hat die Person ein Auto? Kann beziehungsweise will sie deutschlandweit auf Jobsuche gesehen oder ist sie ortsgebunden? Kommt sogar ein neuer Studiengang in Frage und wenn ja, welcher? Danach wird zusammen mit den Teilnehmenden der Beratung ein persönlich zugeschnittener, langfristig ausgerichteter Plan entwickelt. Doch was, wenn ein angefangenes Studium nicht abgebrochen, sondern abgeschlossen wurde und trotzdem Unsicherheiten bestehen?

 

Gelungener Start ins Arbeitsleben: Den Berufseinstieg nach dem Studium meistern

Nicht immer ist es der Studienabbruch, der zum Problem wird. Auch mit einem Abschluss in der Tasche ergeben sich für Hochschulabsolvent:innen oft immense Herausforderungen. „Der Einstieg in den Job ist nicht immer einfach“, berichtet Pabst. Nicht selten haben Berufseinsteiger:innen „marktfremd“ studiert und sind ratlos, welchen Beruf sie mit ihrem Abschluss aufnehmen können. „Das Studium der Anglistik ist hierfür ein anschauliches Beispiel. Bei Studiengängen wie diesem steht oft kein konkreter Job dahinter. Absolventen und Absolventinnen wissen dann nicht, wo der Weg auf dem Arbeitsmarkt für sie hingehen soll. Genau da setzt unsere Beratung an, denn wir können Möglichkeiten und Wege aufzeigen“, weiß Pabst. Das Beratungsangebot von TÜV Rheinland zielt darauf ab, einen gelungenen Übergang vom Studium ins Berufsleben zu schaffen. „Zum Beispiel durch gezielte Weiterbildungen im Bereich Projekt- und Qualitätsmanagement“, verrät Pabst und berichtet, dass er nicht nur mit jüngeren Menschen zu tun hat: „Sogar Akademiker:innen im fortgeschrittenen Lebensalter, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind, nehmen das Beratungsangebot von TÜV Rheinland gerne wahr.“

 

Die Erfolgsaussichten für die Teilnehmenden der Berufsorientierung sind generell sehr gut. Mit der umfassenden Beratung von TÜV Rheinland bekommen die Teilnehmenden branchenunabhängig verschiedene Wege aufgezeigt, können bundesweit in unterschiedlichsten Unternehmen tätig werden, sich umschulen oder gezielt weiterbilden lassen.

 

Viele Weiterbildungen und Coachings bei TÜV Rheinland sind zu 100 Prozent über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) förderfähig. Bei weiteren Fragen rund um unser Angebot können Sie uns gerne jederzeit ansprechen. Wir beraten Sie persönlich und individuell. Vereinbaren Sie gleich einen kostenfreien Termin!

 

Sie haben Interesse an der Bildungsberatung der TÜV Rheinland Akademie? Hier finden Sie weitere Informationen: www.tuv.com/studenten

Beratung nach Studienabbruch oder für Berufseinstieg

MTA im Blended Learning Konzept

MRA 2021: Weiterführung des erfolgreichen Blended Learning Piloten

Spätestens seit 2020 steht fest: Berufliche Weiterbildung braucht mehr als qualitativ hochwertige Inhalte. Wer sich im letzten Jahr fachlich oder persönlich weiterentwickeln wollte, musste flexible Alternativen zum klassischen Fachseminar – in Präsenz –  finden. Neben den reinen Online-Kursen im Virtual Classroom kamen, in Abhängigkeit von regional festgelegten Kontaktbeschränkungen, zunehmend auch hybride Lernformate in das Repertoire vieler Bildungsanbieter. Eine Variante innerhalb dessen, ist das “Blended Learning”.

Wenn es um die Zulassung von Medizinprodukten geht, sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Markteinführung so komplex wie noch nie. Hier gilt es, eine Vielzahl an Normen, Richtlinien und Gesetzen einzuhalten und den dazugehörigen anerkannten Prozessen zu entsprechen. Um die Wettbewerbsfähigkeit am international stark umkämpften Markt zu gewährleisten, sind Geschwindigkeit und Effizienz beim Markteinführungsprozess maßgeblich. Fundiertes Wissen über die internationale Zulassung von Medizinprodukten und die dazugehörigen regulatorischen Anforderungen sind das A & O und damit maßgebend für den Markterfolg im globalen Umfeld. Die Weiterbildung zum Manager Regulatory Affairs Medical Devices International (MRA) ist eine Möglichkeit, um sich das erforderliche Fachwissen über das „In-Verkehr-Bringen“ von Medizinprodukten und die vielfältigen regulatorischen Anforderungen anzueignen. Für mehr Flexibilität und Abwechslung innerhalb der Weiterbildung sorgt das Blended Learning Konzept der TÜV Rheinland Akademie.

MRA im Blended Learning Konzept: Bekannter Lehrgang neu aufgebaut.

Seit 2020 bietet die TÜV Rheinland Akademie in Hamburg die Weiterbildung zum MRA im Blended Learning Konzept an. Die Inhalte werden dabei in einer Kombination aus Präsenz- und Onlinephasen vermittelt. Die Anpassung der Durchführungsform erfolgte auf ausdrücklichen Kundenwunsch, um flexibler und ortsunabhängiger am Unterricht im Virtual Classroom teilnehmen zu können. Andererseits sollte aber auch der direkte Austausch mit den anderen Teilnehmenden nicht zu kurz kommen. So wurde kurzer Hand ein Blended Learning Konzept für den MRA entwickelt.

Das Pilotprojekt 2020 war so erfolgreich, dass sich die TÜV Rheinland Akademie dazu entschlossen hat, den MRA auch in 2021 als Lehrgang im Blended Learning Konzept anzubieten.

Wie läuft das Blended Learning konkret ab?

Innerhalb des Blended Learning Lernkonzeptes werden Online- und Präsenz-Bildungsangebote miteinander kombiniert. Damit gelingt der fachliche Kompetenzaufbau deutlich flexibler und abwechslungsreicher.

Das erste Modul des 120 UE-Lehrgangs, für angehende Manager Regulatory Affairs Medical Devices International, findet in Präsenz statt. Damit ist gewährleistet, dass sich Teilnehmer:innen und Dozenten:innen persönlich kennenlernen und eine Grundlage für die Zusammenarbeit in den folgenden Wochen bilden können.

Die Module 2 und 3a finden online im Virtual Classroom statt, was den organisatorischen Aufwand für die Teilnehmenden stark reduziert, sie zeitlich entlastet und dem Vor- und Nachbereiten des Unterrichtsstoffs zugutekommt.

Das Modul 3b, also die Praxisphase und die Vorbereitung auf die Prüfung, findet dann wieder in Präsenz statt.

Gut zu wissen:

Der Lehrgang „Manager Regulatory Affairs International Medical Devices“ wird in Kooperation mit der Hochschule Ulm durchgeführt und endet mit einem Hochschulzertifikat. Dies unterstreicht die persönliche Qualifikation im Themengebiet der Medizinprodukte. Der nächste Durchgang unseres MRA Blended Learning-Kurses startet am 09.08.21 in Hamburg. Melden Sie sich schon jetzt an und sichern Sie sich Ihren Platz!

Alle weiteren Informationen und Eckdaten zum Lehrgang finden Sie hier.

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Internationale Fachkräftesicherung I Global Experts

Ein Meilenstein für die erfolgreiche Fachkräftesicherung

Nach Pandemie-bedingter Wartezeit, geht der Auftrag der internationalen Fachkräftesicherung endlich in die nächste Runde: Die ersten drei indischen Kfz-Mechatroniker sind in Deutschland angekommen und bereiten sich auf den bundesweiten Einsatz bei namhaften Branchenpartnern vor. Auch Fachkräfte aus weiteren Branchen sollen zeitnah folgen.

März 2021: „Die Ankunft der ersten drei von insgesamt 260 indischen Kfz-Mechatronikern stellt einen bedeutenden Meilenstein für uns dar, denn nun wird der Erfolg unserer Arbeit endlich sichtbar“, freut sich Thomas Bastian, Head of Global Experts bei TÜV Rheinland und führt fort: „Der 4. März markiert jedoch erst den Anfang. Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an einer professionellen Fachkräfteeinwanderung und erwarten weitere 150 IT-Experten, 20 Industriemechaniker sowie über 200 Pflegekräfte aus Indien, Asien, den baltischen Staaten und Serbien“.

Bundesweiter Einsatz für Kfz-Fachkräfte bei namhaften Branchenpartnern

Internationale Fachkräftesicherung I Global Experts

Miriam Möllers empfing die indischen Fachkräfte am Düsseldorfer Flughafen.

„Unser erstes persönliches Kennenlernen war trotz Einhaltung aller geltenden Hygienevorschriften sehr herzlich. Wir standen bereits zuvor in intensivem Austausch miteinander, die Vorfreude auf den Tag der Ankunft in Deutschland war aber auf allen Seiten besonders groß“, berichtet Miriam Möllers, internationale Projektmanagerin des Global Experts Team, die die drei indischen Fachkräfte am Düsseldorfer Flughafen empfing. Ebenfalls vor Ort war ein Projektmanager der Hyundai Motor Deutschland GmbH, Pilotpartner der TÜV Rheinland Akademie bei der Rekrutierung von internationalen Kfz-Mechatronikern und zugleich zukünftiger Arbeitgeber der drei ersten eingetroffenen Fachkräfte.

Neben dem südkoreanischen Automobilhersteller kooperiert TÜV Rheinland im Bereich der internationalen Fachkräfterekrutierung mit weiteren namhaften Branchenpartnern, darunter Mercedes-Benz, Volvo, Renault und Skoda.

Als Willkommensgeschenk erhielten Matthew Renjith, Pancharavally Sunny Lilt und Mukesh Vishnumohan Nair unter anderem ein deutsches Wörterbuch mit technischen Fachbegriffen, um ihre bereits vorhandenen Sprachkenntnisse weiter auszubauen und sich an ihrem zukünftigen Arbeitsplatz schnell zurechtzufinden. Zusätzlich durchlaufen sie in den nächsten drei Monaten ein Sprachprogramm mit Schwerpunkt im Bereich der technischen Sprache, um das B1-Niveau gemäß des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GERS) zu erlangen.

Fachkräftesicherung bedeutet: Keine kurzfristige Erwerbsmigration, sondern nachhaltige Fachkräfte-Integration!

Matthew Renjiths neuer Arbeitsplatz liegt in Eschweiler, aufgrund der behördlichen Auflagen des Landes Nordrhein-Westfalen konnte er in Begleitung eines Integrationsmanagers von TÜV Rheinland sofort zu seinem zukünftigen Betrieb reisen. Pancharavally Sunny Lilt und Mukesh Vishnumohan Nair werden in Itzehoe und Stuttgart beschäftigt. Sie mussten wegen strengerer Corona-Verordnungen der jeweiligen Bundesländer zunächst in eine einwöchige Quarantäne. Das Integrationsmanagement von TÜV Rheinland umfasst weitere praktische Hilfestellungen, um die Fachkräfte in den kommenden Wochen nachhaltig in die Gesellschaft zu integrieren. Dazu zählt zum Beispiel die Begleitung bei Behördengängen oder die Unterstützung bei der Wohnungssuche. „Wir wollen keine kurzfristige Erwerbsmigration schaffen, sondern dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegenwirken“, erklärt Thomas Bastian.

Alle drei Kfz-Mechatroniker verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung bzw. einen Universitätsabschluss in ihrem Fachbereich. Nach Ablauf ihres vierjährigen Visums erhalten sie eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis und nehmen die deutsche Staatsbürgerschaft an. Anfang Mai 2021 sollen bereits die nächsten zehn Kfz-Mechatroniker in Deutschland ankommen. Damit geht die internationale Fachkräftesicherung in die nächste Runde.

Einen Überblick über die Global Expert Services finden Sie unter:
www.tuv.com/global-experts

Ihr Ansprechpartner für inhaltliche Fragen:

Thomas Bastian
Tel.: +49 221 / 806 6855
E-Mail: thomas.bastian@de.tuv.com

 

KompetenzmanagementTÜVRheinlandAkademie

 

Online-Weiterbildung im virtuellen Klassenzimmer

Dank Online-Weiterbildung zum Traumjob

Wenn es um das Thema Weiterbildung geht, mangelt es vielen Interessierten oftmals an Zeit oder an passenden Angeboten, die sich mit ihrer aktuellen persönlichen Situation vereinbaren lassen. Die 34-jährige Dresdnerin Isabell Zwinscher hat den Schritt einer beruflichen Neuorientierung über eine geförderte Online-Weiterbildung bei der TÜV Rheinland Akademie gewagt – mit Erfolg.

„Ich war auf der Suche nach einer Weiterbildung im Bereich Personalwesen, insbesondere die Themengebiete Sachbearbeitung und Gesetzeswesen interessierten mich sehr“, berichtet Isabell Zwinscher. „Bei der TÜV Rheinland Akademie wurde ich sofort fündig und auch der zeitliche Rahmen passte für mich ideal.“

Die Weiterbildung absolvierte Isabell Zwinscher von zu Hause aus, was ihr zusätzliche Sicherheit und Flexibilität gewährte: „Die Corona-Pandemie hatte keinen Einfluss auf meine Weiterbildung oder auf meinen Lernerfolg. Ich konnte die Unterrichtseinheiten ganz einfach online in einem virtuellen Klassenzimmer absolvieren, wo ich im direkten Austausch mit meinen Dozenten und den anderen Teilnehmenden stand“, berichtet Zwinscher. Trotz Lockdown konnte sie ihre Weiterbildung erfolgreich von zu Hause aus abschließen und fand direkt im Anschluss ihre Wunschanstellung bei einer Personalberatung in Dresden.

Online-Weiterbildung - Isabell Zwinscher

Isabell Zwinscher absolvierte ihre Online-Weiterbildung zum Thema Personalwesen und fand direkt im Anschluss ihren Traumjob.

„Die Weiterbildung hat mir geholfen, einen Einblick in andere Themengebiete des Personalwesens zu erhalten. So konnte ich ein Gefühl dafür bekommen, welche Bereiche zukünftig für mich interessant sein könnten“, berichtet Zwinscher und fügt an: „Ich würde jederzeit wieder an einer Online-Weiterbildung bei der TÜV Rheinland Akademie teilnehmen, denn die Kurse waren gut organisiert und die Kursinhalte verständlich aufbereitet.“

Online lernen im virtuellen Klassenzimmer: zeitlich flexibel, sicher, ortsunabhängig

Den Hauptvorteil einer virtuellen Weiterbildung sieht Jeannette Scharf, Kundenbetreuerin bei der TÜV Rheinland Akademie, vor allem im schnellen und flexiblen Anmeldesystem: „Da sich Interessenten bundesweit für verschiedene Maßnahmen anmelden können, kommt es zu keinen langen Wartezeiten. Die benötige Kursgröße ist schnell erreicht und freie Plätze können ganz einfach besetzt werden.“ Damit während der Online-Weiterbildung der Austausch zwischen Dozenten und Teilnehmenden nicht zu kurz kommt, wurden besondere Vorkehrungen implementiert: „Das Lernen im virtuellen Klassenzimmer ist kein einseitiger oder einsamer Prozess“, so Scharf. „Die Kursteilnehmenden tauschen sich in privaten Chat-Rooms aus und verabreden sich in virtuellen Räumen, um zum Beispiel Gruppenaufgaben zu lösen.“

Mit den Weiterbildungen im virtuellen Klassenzimmer hat die TÜV Rheinland Akademie ein zukunftsfähiges Modell geschaffen, das auch nach der Pandemie fortgeführt werden soll. „Das Lernen im virtuellen Klassenzimmer bietet viele Vorteile“, berichtet Kundenbetreuerin Scharf. So können die Teilnehmenden ortsunabhängig am Unterricht teilnehmen, was gerade in Zeiten von Kontaktbeschränkungen ein großer Pluspunkt ist, der zusätzliche Sicherheit bietet. „Auch wenn die Unterrichtszeiten klar geregelt sind, können Einheiten zur Wissensvertiefung in die Abendstunden verschoben werden, wenn tagsüber zum Beispiel Kinder betreut werden müssen“, erklärt Scharf.

Mehr als 500 Online-Weiterbildungen für Einsteiger und Aufsteiger

Interessierte können aus einer Vielzahl an Weiterbildungsmaßnahmen wählen, um Grundlagenkurse zu besuchen oder sich in einzelnen Berufsbereichen zu spezialisieren. Die Weiterbildungen im virtuellen Klassenzimmer können über einen Bildungsgutschein vom zuständigen Jobcenter bzw. der Agentur für Arbeit gefördert werden.

Sie haben ebenfalls Interesse an einer Online-Weiterbildung bei der TÜV Rheinland Akademie? Wir beraten Sie gern persönlich, telefonisch oder online zu unseren Angeboten, den jeweiligen Kursinhalten, Berufsperspektiven und Fördermöglichkeiten. Vereinbaren Sie gleich einen Termin. Sie wollen sich vorab einen Überblick über unsere geförderten Bildungsangebote verschaffen?

Dann kommen Sie hier zu unserer Online-Kursübersicht.

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Neujahrsvorsätze 2021

Alle Jahre wieder… Die Neujahrsvorsätze.

Ja, wir kramen sie immer wieder hervor, die gut durchdachten Vorsätze fürs neue Jahr.

Wie Böller, Karpfen und Berliner, gehören sie ja schließlich dazu und werden jedes Jahr aufs Neue – meist in feuchtfröhlicher Silvesterabend-Runde – ausformuliert.
Am Morgen danach bleibt von unseren ambitionierten Vorsätzen jedoch oft nicht viel mehr als der dicke Kopf – und das schlechte Gewissen, weil man ja nicht sofort mit der Umsetzung des „intensiven Sportprogramms“ oder dem neuen, „total gesunden Lebensstil“ anfangen kann (oder will). Aber morgen dann…oder auch übermorgen. Dann aber wirklich!


 

Gesagt, getan – oder auch nicht!?

Neujahrsvorsätze

Neujahrsvorsätze: Nur Schall & Rauch?

Mehr Sport, endlich Karriere machen, dem Alkohol abschwören, mit dem Rauchen aufhören und viel mehr Entschleunigung im Alltag
Viele Menschen verbinden den Jahreswechsel mit dem Bedürfnis, gute Vorsätze für sich zu entwickeln.

Meistens passiert mit ihnen jedoch dasselbe wie mit den kunterbunt-glitzernden Raketen – sie verpuffen im Himmel und übrig bleiben nur Schall und Rauch.

 

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wer hat seine Neujahrsvorsätze tatsächlich mal umgesetzt?
Bringt es überhaupt etwas, sich Vorsätze zu nehmen? Woher kommt dieser Brauch eigentlich und warum ausgerechnet immer zum Jahreswechsel? Gehen wir all dem doch mal auf den Grund…

 

Der Ursprung.

Gute Vorsätze sind keine neuzeitliche Modeerscheinung. Schon im alten Rom wurde der anstehende Jahreswechsel dafür genutzt, um über die letzten Monate nachzudenken und sich motivierte Ziele für das neue Jahr zu stecken. Direkt danach bekräftigten die höchsten Beamten Roms ihre Loyalität gegenüber der Republik und legten einen Eid vor dem Kaiser ab. Alles zusammen wurde selbstverständlich in einer großen Zeremonie gefeiert, mit der dann auch noch Janus, der Gott des Neubeginns geehrt wurde. Wer jetzt aufgepasst hat, sieht die Verbindung vom göttlichen Namen zum Monatsnamen Januar. Großartig, die Römer – die haben definitiv keine halben Sachen gemacht!

 

Die Herausforderung.

Grundsätzlich ist es gut, sich Dinge vorzunehmen und ein Ziel anzuvisieren. Der erste Januar steht für den Beginn einer neuen Zeitrechnung – warum also nicht auch für den Beginn neuer und guter Gewohnheiten? Wenn wir dann aber schon nach kurzer Zeit merken, dass wir unsere Vorsätze schon wieder nicht einhalten und unsere beschwingt ausformulierten Ziele nicht erreichen können, sind wir demotivierter als im Jahr davor. Das war es dann, mit den guten Absichten.

Warum fällt es uns so schwer, die guten Vorsätze einzuhalten?

Naja – ein guter Vorsatz ist erst einmal nur ein Vorhaben und oft nicht konkret ausformuliert. „Ein paar Kilo abnehmen“ definiert noch nicht, wie viel letztendlich vom Hüftspeck weichen soll. Auch der Zeitraum der grandiosen Transformation (und mögliche Etappenziele) werden in den seltensten Fällen spezifisch benannt. Aber genau das ist wichtig, um ein Ziel klar vor Augen zu haben und es wirklich anzupacken.

 

Mit diesen 7 Tipps setzen Sie Ihre guten Vorsätze auch wirklich um.

  1. Formulieren Sie einen (!) Vorsatz, für den Sie sich wirklich begeistern können und konkretisieren Sie Ihr Vorhaben so genau wie möglich. Schriftlich! Denn: Wer schreibt, der bleibt (am Ball).
  2. Bleiben Sie dabei realistisch: Von jetzt auf gleich vegan leben, auf Kohlenhydrate verzichten und täglich 100 km laufen – NO WAY!
  3. Planen Sie den Weg zum Ziel, kalkulieren Sie mögliche Hindernisse mit ein und was es braucht, damit Sie diese überwinden können.
  4. Setzen Sie sich Etappenziele und belohnen Sie sich beim Erreichen dieser.
  5. Teilen Sie Freunden und Verwanden mit, was Sie vorhaben und bitten Sie um Unterstützung. Ein paar motivierende Worte oder auch ein Schubs in die richtige Richtung, können Wunder bewirken.
  6. Suchen Sie sich Gleichgesinnte. Vielleicht schwitzt Mutti ja im Fitness-Studio mit oder Ihre bessere Hälfte hört ebenfalls mit dem Rauchen auf – gemeinsam lässt sich so viel mehr erreichen!
  7. Aufgeben ist keine Option! Wenn Ihnen die Ideen für das Sportprogramm fehlen, hilft Ihnen sicher gern ein Personal Trainer weiter. Der Weg zum Traumjob wird leichter, wenn Sie sich mit einem spezialisierten Coach austauschen. Um dem Glimmstängel endlich abzuschwören, können Hypnosen, Ratgeber-Bücher o.ä. helfen.

Es gibt gewiss noch viele weitere Tipps – fest steht aber: Gute – also wirklich gute – Vorsätze sollten eine detaillierte Planung mit sich bringen, damit aus ihnen auch erreichbare Ziele werden.

 

Ziele deinieren

Wer seine Ziele genau definiert, hat auch gute Chancen sie zu erreichen.

 


 

Unterm Strich…

…bleibt es dennoch jedem selbst überlassen, ob er sich diese Mühe macht oder auch nicht. Selbst wenn es nur kurz anhält: Dieses motivierende Kribbeln im Bauch, wenn wir einen Vorsatz formulieren (den wir mal mehr, mal weniger ernst meinen) ist doch ein tolles Gefühl. Wenn das dann „alle Jahre wiederkehrt“… Es gibt Schlimmeres! 🙂

 


In diesem Sinne: Starten Sie das neue Jahr mit viel Optimismus und guten Ideen. Sie brauchen zwar keinen Jahreswechsel, um sich etwas vorzunehmen – wenn es aber DER Moment für Sie ist…Dann los!

Auf ein allseits erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr 2021!

Internationale Fachkräfte

Trotz Corona: TÜV Rheinland rekrutiert erfolgreich internationale Fachkräfte für deutschen Automobil- und IT-Sektor.

Der Fachkräftemangel belastet die deutsche Wirtschaft. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wird deutlich: Engpässe gibt es vor allem in der Pflegebranche und in IT-Berufen, aber auch weiterhin in der Automobilindustrie. Zwar schafft das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz einen erweiterten Rahmen für eine bedarfsgerechte Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern, doch die Antragsstellung sowie die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse gestalten sich oft langwierig. Die TÜV Rheinland Akademie hat deshalb gemeinsam mit der Handwerkskammer zu Köln, dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln und der Handwerkskammer Koblenz ein Verfahren erarbeitet, das den komplexen Prozess der Berufsanerkennung internationaler Fachkräfte vereinfacht und beschleunigt. „Innerhalb kurzer Zeit konnten wir rund 150 Fachkräfte aus dem Automobilsektor für große internationale Autohersteller rekrutieren“, berichtet Thomas Bastian, Head of Global Experts der TÜV Rheinland Akademie. Parallel dazu ging ein weiteres Pilotprojekt für Berufskraftfahrer und IT-Fachkräfte an den Start. Letztere sind wegen der fortschreitenden Digitalisierung in nahezu allen Branchen stark gefragt.

Global Experts: Internationale Fachkräftesicherung

Kfz-Fachkraft berichtet: „Große Ehre für mich, im Land des Automobils zu arbeiten“

Eine der bereits rekrutierten Fachkräfte ist Akhil Unnikrishnan aus Bengaluru im Süden Indiens. Der 29-Jährige ist gelernter Kfz-Mechatroniker und befindet sich aktuell in der Vermittlungsphase. „Für mich ist es eine große Ehre, in dem Land zu arbeiten, in dem das Auto erfunden wurde“, berichtet er. Harikrishnan K. B. aus Kuwait hat bereits eine Schulung zum Systemtechniker bei Mercedes Benz absolviert. Er wartet nun darauf, nach Deutschland reisen zu dürfen, um bei Mercedes als Kfz-Mechaniker zu arbeiten. Solange die Einreise Corona-bedingt nicht möglich ist, informiert er sich über neue Automobiltrends und -technologien und verbessert seine Deutschkenntnisse. Auch Kiran Gireesh soll als Fachkraft in Deutschland arbeiten, er wurde an den Automobilhersteller Hyundai vermittelt. Über Videotelefonate und E-Mails bleibt der 28-Jährige mit seinem zukünftigen Arbeitgeber in Kontakt, bis er einreisen darf. „Wir wollen keine kurzfristige Erwerbsmigration schaffen, sondern eine langfristige Win-win-Situation für beide Seiten, Unternehmen wie Fachkräfte“, erklärt Bastian. Deshalb werden die Fachkräfte im Voraus von den TÜV Rheinland Experten nicht nur fachlich geschult, sondern auch umfassend auf das Leben in Deutschland vorbereitet. Für mindestens 36 Monate ist die Fachkraft verpflichtend im Unternehmen angestellt. Während dieser Zeit wird sie durch die TÜV Rheinland Akademie fachspezifisch weitergebildet.

 

Internationale Fachkräfte für Deutschland: Dank neuem Verfahren in maximal sechs Monaten zur erfolgreichen Vermittlung

„Unser neu entwickeltes Verfahren ermöglicht es inländischen Begleitpersonen, Anträge und Unterlagen sowie ausländische Bildungsabschlüsse weitgehend elektronisch bei Handwerkskammern einzureichen, obwohl sich die Antragsstellenden und die Originaldokumente im Ausland befinden,“ berichtet Thomas Bastian. Dank des neuen Verfahrens dauert es maximal sechs Monate, bis die jeweilige Fachkraft in Deutschland arbeiten kann. „Wir sind bisher das einzige Unternehmen, das ein derartiges beschleunigtes Verfahren etabliert hat“, weiß Bastian. Er zeigt sich optimistisch, dass bis Ende des Jahres alle Fachkräfte in Deutschland eintreffen. „In der Theorie wären sie morgen bereit, sich in den Flieger nach Deutschland zu setzen“, so Bastian, „aber leider konnten beispielsweise die Visumstellen in Indien während des Lockdowns nicht wie gewohnt arbeiten. Momentan müssen wir darauf warten, dass diese Stellen ihre Prozesse wieder aufnehmen und unsere Kandidaten ausreisen können. Corona-Test sind für einreisende Teilnehmer natürlich Pflicht.“ Dass die Nachfrage seitens der Industrie durch die Corona-Pandemie abnehme, glaubt Bastian nicht: „Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften bleibt weiterhin bestehen.“

 

Weitere Fragen zum Thema “internationale Fachkräfte für Deutschland” beantwortet Ihnen Thomas Bastian: thomas.bastian@de.tuv.com

 

+++UPDATE+++

Über das beschleunigte VISA Verfahren kommen die ersten indischen Kfz Mechatroniker für Hyundai und Mercedes bereits in QI 2021 in Deutschland an.

TÜV Rheinland Akademie_Synthesia

Künstliche Intelligenz hilft besser zu lernen

Hilft Künstliche Intelligenz, besser zu lernen? Eindeutig ja. Bei der Digitalisierung von Lerninhalten setzt die TÜV Rheinland Akademie verstärkt auf Automatisierung durch Künstliche Intelligenz – und kann ihre Trainingsvideos im internationalen Schulungsgeschäft deshalb jetzt in bis zu 38 Sprachen ausliefern. Die Ansprache der Lernenden erfolgt in der Muttersprache. Besser lernen geht kaum.

Die jüngste Ansprache von Markus Dohm, Executive Vice President bei Academy & Life Care, hinterließ großen Eindruck in der TÜV Rheinland Akademie-Welt rund um den Globus. Mitarbeitende staunten nicht schlecht, dass ihr Chef neuerdings mehrere Landessprachen spricht – neben perfektem Englisch auch noch Arabisch, Spanisch und Chinesisch, alles fließend.

Basis dieses gelungenen „Coups“ ist eine Kooperation der TÜV Rheinland Akademie mit dem Londoner Startup Synthesia, eines der führenden Unternehmen für KI-gestützte Produktion von Videos. Der Beitrag von Markus Dohm war ein erfolgreicher Testlauf für das eigentliche Projekt, mit dem die TÜV Rheinland Akademie inzwischen an den Start gegangen ist: seine Trainings- und Schulungsvideos, die die TÜV Rheinland Akademie für ihre international tätigen Kunden anbietet, in bis zu 38 Sprachen zu übersetzen. Künstliche Intelligenz hilft besser zu lernen, denn der Experte spricht den Lernenden direkt in dessen Muttersprache an. Eine höhere Identifikation beim Lernenden ist nahezu nur noch face-2-face möglich. In Schulungsvideos ist Sprache ein Schlüsselfaktor, um eine persönliche Verbindung herzustellen und den Lernfortschritt weiter zu intensivieren.

Mit Künstlicher Intelligenz Kosten sparen

Ganz nebenbei löst die Kooperation zwischen der TÜV Rheinland Akademie und Synthesia ein immer drängenderes Problem, das alle international aktiven Kompetenzbegleiter und alle Global Player kennen, die Wert darauf legen, dass ihr Kompetenzmanagement weltweit nach den gleichen Standards betrieben wird. Videos werden in der beruflichen Weiterbildung immer wichtiger, aber klassische Videoproduktionen mit zahlreichen muttersprachlichen Experten sind kostenintensiv und erfordern einen hohen Aufwand – der sich im operativen Alltag kaum amortisieren lässt und durch Covid-19 auch schwieriger verwirklichen lässt. Per Software dagegen lassen sich Videos zu einem Bruchteil der Kosten internationalisieren – und das unter gefahrloser Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften.

Nach den bisherigen Erfahrungen der TÜV Rheinland Akademie ist KI in der betrieblichen Weiterbildung ein echter Gamechanger. Der Kompetenzentwickler setzt KI dort ein, wo sie Effizienz und Wirksamkeit sowie Skalierbarkeit steigert und einen Beitrag dazu leisten kann, die Weiterbildungsangebote für die eigenen Zielgruppen noch positiver zu gestalten. Im Bereich Schulungsvideos bedeutet das: Mit KI lassen sich…

  • … auf eine ökonomisch vertretbare Weise Sprachbarrieren einreißen.
  • … Wissen und Kompetenzen nachhaltiger vermitteln.
  • … Produktionskosten senken.
  • … Ressourcen smarter einsetzen und entstehende Freiräume für die Entwicklung neuer Inhalte nutzen.

Fazit: Der Einsatz Künstlicher Intelligenz ist ein Wettbewerbsvorteil für jene Lernanbieter, die akzeptieren, dass KI keine Zukunftstechnologie mehr ist, sondern längst in unserem Alltag Einzug gehalten hat und die ihre damit verbundenen Chancen nutzen.

KompetenzmanagementTÜVRheinlandAkademie

Virtuelle Klassenzimmer TÜV Rheinland Akademie

Virtuelle Klassenzimmer: die Zukunft der Weiterbildung

Virtuelle Klassenzimmer gibt es zwar schon länger, aber seit Corona liegen sie voll im Trend. Anbieter betrieblicher Weiterbildung wie die TÜV Rheinland Akademie digitalisierten in kurzer Zeit ihr reguläres Seminarangebot und modifizierten die Trainingsmethoden und ihre Didaktik. Ziel ist, die digitale Technologie effektiv zugunsten aller Lerntypen mit Virtuellen Klassenzimmern zu nutzen.

Weiterbildungen in  Seminarräumen sind bis zur Entdeckung eines Impfstoffes nur mit Hygiene-Konzept möglich. Das „physical distancing“ bleibt auf unbestimmte Zeit gültig. Berufliche Weiterbildung darf deshalb jedoch nicht auf der Strecke bleiben. Für Unternehmen und ihre Mitarbeiter gibt es gerade jetzt hervorragende Möglichkeiten. Solange viele Unternehmen noch in Kurzarbeit sind, lässt sich die Zeit für eine Verlängerung Corona-bedingter Lernkurven nutzen. In Zeiten geringer Auslastung lohnen sich Investitionen in die Qualifizierung der Mitarbeiter.
Denn mit dem Kompetenzaufbau stärken Arbeitgeber wie Arbeitnehmer ihre Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft der Arbeit. Wer sich heute in einem Virtuellen Klassenzimmer (Virtual Classrooms, VC) vom Home-Office oder über mobile Endgeräte weiterbildet, genießt zudem eine lebendige Lernwelt mit Interaktion und Spaß, inklusive gleichzeitiger Kontrolle des Lernerfolgs.

Virtuelle Klassenzimmer: synchroner Unterricht in Echtzeit

Konzepte und technische Lösungen für lebendige, interaktive Formate des betrieblichen Wissenstransfers gibt es bereits seit den 90er Jahren. Synchrone Lernmedien sind von Anfang an Bestandteil der betrieblichen Weiterbildung. Diejenigen, die von e-Learning sprachen, hatten in der Regel Web Based Training im Sinn. Limitierende Faktoren waren oft die technische Infrastruktur oder die fehlende Bandbreite. Die Interaktion zwischen Teilnehmern und Ausbildern fand über Chats oder Telefonkonferenzen statt. Um die Teilnehmer noch besser bei der Gestaltung ihrer Lernumgebung und des Lernfortschritts zu unterstützen, entwickelten Bildungseinrichtungen und Universitäten so genannte virtuelle Klassenzimmer, die synchronen Unterricht in Echtzeit ermöglichen. Alle Ausbilder, Moderatoren und Teilnehmer sind über Webcam und Headsets live miteinander verbunden. Dies eröffnet pädagogische und methodische Möglichkeiten, die denen realer Seminare nahezu ebenbürtig sind.

Zusätzlich zum traditionellen Whiteboard-Vortrag eines Trainers können sich die Teilnehmer in offenen Diskussionen austauschen, gefolgt von einer Online-Teilnehmerbefragung. Dies geschieht in einer Videokonferenz, die auch durch Chats eine neue Lebendigkeit erhält. Die Teilnehmenden können darüber hinaus auch eigene Beiträge leisten, Reden halten und Präsentationen oder Videos von ihren Computern aus aufzeichnen. Darüber hinaus lassen sich Arbeitsgruppen bilden; asynchrone Newsgroups ergänzen den Austausch im Rahmen des digitalen Lernens, das den großen Vorteil hat, ein ganzes Toolset für synchrone und asynchrone Lernprozesse kombinieren zu können (Blended Learning).

Die Ausbilder der TÜV Rheinland Akademie haben ihre Didaktik und Methoden bereits an Virtuelle Klassenzimmer angepasst, um die Vorteile von Face-2-Face-Seminaren in ein digitales Szenario zu übertragen und ein vielfältiges und lebendiges Lernerlebnis zu bieten. Je nach Zusammensetzung der Lerngruppen, Lehrinhalte und Lernziele passen sie ihre Ausbildung auch den Bedürfnissen der Teilnehmer an. Vor allem aber gehen sie auch in persönlicher Interaktion auf die verschiedenen Lerntypen ein, um den individuellen Lernerfolg für alle zu gewährleisten.

Unmittelbares Feedback für Ausbilder und Teilnehmer

Gute Ausbilder nutzen das Wissen über die Lerntypen in ihren Kursen, um ihre Ausbildungsmodule optimal darauf abzustimmen. Impulsvorträge von dreißig oder mehr Minuten, die in der Vergangenheit üblich waren, werden in mehrere kleinere aufgeteilt. Diese können mit Videos, Gruppenarbeiten und Flash-Umfragen aufgelockert werden, um die Teilnehmenden in den weiteren Verlauf der Seminareinheit einzubeziehen. Alles in allem sind die Lektionen interaktiver, multimedialer und manchmal auch mit spielerischen Elementen gestaltet.
In kurzen Einzelgesprächen können Ausbilder zudem den individuellen Lernstand überprüfen. Auf diese Weise erhalten sie ein unmittelbares Feedback, um z.B. Wissenslücken frühzeitig durch Wiederholung der Lektionen zu schließen. Und auch Leistungsbeurteilungen können nun rechtskonform durchgeführt werden, mit geeigneten und eindeutig gekennzeichneten Tools.

Schlussfolgerung: Digitale und analoge Ausbildung werden sich in Zukunft noch stärker ergänzen

Auch wenn die praktischen Fertigkeiten, wie im Falle der Schweißerausbildung, in Zukunft noch geschult werden müssen, kann das notwendige theoretische Wissen durchaus in einem Virtuellen Klassenzimmer vermittelt werden – eventuell ergänzt durch innovative digitale Ansätze, wie z.B. ein Virtual-Reality-Szenario. Dies ermöglicht es kleineren Gruppen, verfügbare praktische Ausbildungsplätze abwechselnd zu nutzen. In jedem Fall haben die Ausbilder der TÜV Rheinland Akademie während des Corona-Shutdowns demonstriert, dass sie in der Lage sind, auch bisher konventionelle Angebote aus ihrem Seminarportfolio erfolgreich in Virtuellen Klassenzimmern zu vermitteln.
Vor allem aber zeigen die Rückmeldungen der Teilnehmer auch, dass sie eine lebendige Lernwelt mit Interaktion und Spaß erlebt haben. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: “Zwei Tage lang habe ich an einem Online-Seminar bei TÜV Rheinland teilgenommen. Der Tutor war professionell, seriös und verantwortungsbewusst. Statt scheinbar langweiliger Begriffe und Lektionen habe ich begeisterte Erklärungen erlebt, die mir im Gedächtnis bleiben. Auf jede Frage antwortete der Tutor rechtzeitig und mit einem Lächeln und gab professionelle Antworten. Und er stellte auch Fragen, damit wir gut interagieren konnten. Das dreitägige Virtuelle Klassenzimmer hat meine Begeisterung geweckt, weiter online zu lernen.”

Hier finden Sie die aktuellen Angebote in den Virtuellen Klassenzimmern der TÜV Rheinland Akademie.

KompetenzmanagementTÜVRheinlandAkademie

 

Fachkräfte mit TÜVRheinland

Mehr Fachkräfte mit TÜV Rheinland

Die internationale Gewinnung von Fachkräften, die die TÜV Rheinland Akademie Ende 2019 entwickelt hat, gedeiht prächtig. Neben Hyundai ist nun Viasona eingestiegen; eine 100-prozentige Mercedes Tochter. Die ersten Kfz-Mechatroniker wurden bei Mercedes-Benz platziert. Mit den ersten BMW-Pilothändlern laufen Gespräche über eine strategische Zusammenarbeit in Deutschland und Großbritannien, um Fachkräfte bereitzustellen.

Zurzeit büffeln rund 220 indische Kfz-Mechatroniker und 55 Mechatroniker bei TÜV Rheinland Academy NIFE Indien, um in wenigen Monaten ihre Sprachausbildung auf B1-Niveau abzuschließen. Einige der Fachkräfte erhalten noch Nachqualifikationen in Arbeitsgebieten, die sich von den in Deutschland gelehrten Inhalten unterscheiden. Sie bereiten sich mit Unterstützung von TÜV Rheinland Global Experts darauf vor, ab April in den Werkstätten von Hyundai, Mercedes und einigen Mehrmarkenhändlern anzufangen. Bevor sie aber nach Deutschland einreisen können, sind parallel noch viele Bürokratiehürden zu bewältigen. Der Aufwand mit den hiesigen und den örtlichen Behörden der Kandidaten ist enorm, aber die TÜV Rheinland Akademie hat eine gute Lösung gefunden, die Prozesse zu beschleunigen.

Optimierte Berufsanerkennung von Fachkräften

Aktuell arbeitet das Team zusammen mit der Handwerkskammer zu Köln an der Anerkennung der Berufsabschlüsse der Fachkräfte. Für jeden Mechatroniker sind bis zu 30 Dokumente zu übersetzen und zu beglaubigen; dafür stellte die TÜV Rheinland Akademie staatlich anerkannte und vereidigte Übersetzer ein. Zudem sind die Curricula der einzelnen Studiengänge zu übersetzen und festzustellen, ob sie den Studienleistungen vergleichbarer deutscher Abschlüsse entsprechen. Denn dieser Nachweis und die Dokumentation der Vergleichbarkeit mit deutschen Referenzberufen im BQ-Portal schaffen erst die Voraussetzung der Anerkennung durch eine Handwerks- oder Handelskammer. Das BQ-Portal ist ein deutsches Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen. Das Portal unterstützt Arbeitgeber, die Qualifikation ihrer Bewerber aus dem Ausland einzuordnen. Insgesamt kann dieser Prozess für jeden einzelnen Kandidaten zwischen zwei und drei Monate dauern. Die TÜV Rheinland Akademie ist derzeit im Begriff, diese Anerkennungsverfahren auf einen Monat zu reduzieren.

Einwanderung von Fachkräften – beschleunigte Visaverfahren

Die Anerkennung bildet anschließend die Grundlage für die Visaerteilung der deutschen Botschaft in Indien, die wiederum bis zu drei Monate dauern kann. Das aber könnte sich künftig auch beschleunigen. Denn einerseits wird das seit März 2020 geltende Fachkräfteeinwanderungsgesetz einige Erleichterungen bringen. Andererseits hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem jüngsten Indienbesuch in Aussicht gestellt, dass die Außenhandelskammer, mit der das Global Experts Team in engem Kontakt steht, deutsche Arbeitgeber bei der Anwerbung von Fachkräften künftig noch intensiver unterstützen soll.

Bei Hyundai fangen die ersten fünf Mechatroniker im April 2020 in Händlerwerkstätten an. Und gemeinsam mit der Zentrale wird ab Anfang 2020 in das Hyundai Händlernetz skaliert. Bei der Chemnitzer Mercedes-Händlerkette Schloz Wöllenstein GmbH & Co. KG geht es ebenfalls im Frühjahr mit vier Fachkräften, bei Mercedes-Benz in Bremen mit drei Fachkräften los. Bei Viasona, einem Tochterunternehmen von Schloz Wöllenstein, das Personaldienstleistungen für das Kfz-Gewerbe erbringt, werden jährlich 200 bis 250 Kfz Mechatroniker bei Mercedes platziert. Mittlerweile melden sich bei der TÜV Rheinland Akademie monatlich vier bis fünf BMW-Händler, die Interesse an indischen Mechatronikern haben. Das TÜV Rheinland Akademie Trainingscenter in Chemnitz betreut die Sprachschulungen in Indien. Zudem bereiten die Chemnitzer Kollegen die Integration der Kandidaten vor; ein Modellprojekt, das bundesweit ausgebaut werden wird.

Fachkräfte unterzeichnen feierlich die Arbeitsverträge

Auch die Arbeitgeber engagieren sich bereits mit viel Freude, um den neuen indischen Kollegen einen herzlichen Empfang zu bereiten. So ließ ein Werkstattteam von Schloz Wöllenstein T-Shirts mit Mercedes-Logo und den Namen ihrer vier neuen Kollegen drucken und nach Indien schicken. In einer virtuellen Konferenz lernten sich die Chemnitzer und Inder bereits kennen. Und als Dank für die herzlichen Willkommensgesten aus Chemnitz drehten die Mechatroniker in Indien ein Video, wie sie feierlich und in Anwesenheit ihrer Familien ihre Arbeitsverträge unterzeichneten. Das wiederum inspirierte die Schloz Wöllensteiner, ein Video mit Werkstattrundgang für die Inder zu drehen, damit diese sich schon mal in ihre neuen Arbeitsplätze eingewöhnen können. Beide Seiten freuen sich aufeinander. Das zeigt wieder einmal, dass Herzlichkeit, gemeinsame Werte und Ziele, Grenzen in jeder Art und Weise überwinden.

Kontakt: thomas.bastian@de.tuv.com

KompetenzmanagementTÜVRheinlandAkademie

Fehler Innovation TÜV Rheinland Fehlerkultur

Wie Fehler Innovationen treiben

Es gibt Fehler, die dürfen nicht geschehen, weil das Schadenausmaß so ungeheuerlich ist. Explodierende Dampfkessel, nicht gewartete Kraftwerke oder Industrieanlagen gefährden Menschenleben. Hochrisikotechnologie wird daher seit über 100 Jahren durch die technischen Überwachungsvereine regelmäßig geprüft. Auch Organisationen geben sich Regeln, Pläne und Controlling-Routinen, um Fehler zu vermeiden oder Schäden zu minimieren. Regierungen schaffen zudem gesetzliche Vorgaben, die korrektes Verhalten und die Grenzen definieren, in denen sich Unternehmen und ihre Akteure bewegen dürfen. Dadurch lässt sich menschliches Versagen aber nicht immer verhindern. Denn Menschen machen Fehler. Aber: Fehler sind wertvoll, wenn Verursacher und ihre Organisationen daraus lernen. Dafür braucht es allerdings eine Fehler- und Lernkultur. Denn erst dadurch lassen sich Wiederholungen verhindern, finanzielle und Reputationsschäden minimieren. Eine Fehler- und Lernkultur wird zum kritischen Erfolgsfaktor für die Einführung agiler Unternehmensstrukturen.

Im Gegensatz zu vorsätzlichem Handeln, das unter Umständen strafbewehrt ist, sind Fehler unbeabsichtigte Abweichungen von Regeln und Gesetzen. In den meisten Fällen haben sie nur geringe Auswirkungen. Oft kommt es nicht einmal heraus, wenn Mitarbeiter aus Schusseligkeit oder unter Stress Fehler machen. Die mittelbaren Folgen aber können langfristige Schäden verursachen. Ein schlechter Service oder immer wieder vorkommende Fehler des Personals können zu Reputationsschäden führen oder zu Abwanderungsbewegungen bei Kunden und Umsatzeinbußen. Passieren solche Fehler in einem Krankenhaus oder Pflegeheim, können Menschen dadurch sterben. Sind durch eine fehlerhafte oder manipulierte Software nicht Dutzende, sondern Millionen Kunden betroffen, kann das ein Unternehmen ernsthaft in Schwierigkeiten bringen. Finanzielle und Reputationsschäden sowie Strafzahlungen durch Gerichtsurteile können die Existenz selbst von Konzernen gefährden. Die Wirtschaftsgeschichte ist voll von Unternehmen, die in wenigen Jahren von der Champions League in die Regionalliga abstiegen oder in der Versenkung verschwanden.

Digitalisierung: Komplexität, Unsicherheit, Beschleunigung, Fehler

Im Gegensatz zum vordigitalen Zeitalter hat sich mit der Einführung von Computern, Internet und Algorithmen zur Automatisierung von Prozessen die Geschwindigkeit erhöht. In immer kürzeren Abständen folgen Innovationszyklen, die durch den globalen und digital beschleunigten Wettbewerbsdruck Unternehmen zu schnellem Handeln zwingen. Nachdenken und saubere Analyse werden ersetzt durch hektische Umtriebigkeit. Fehler sind in solchen Situationen vorprogrammiert. In einer Studie von Ernst & Young „Fehlerkultur in deutschen Unternehmen“ befragte das Beratungshaus exakt 800 Mitarbeiter und 218 Führungskräfte aus den Branchen Maschinenbau, Transport und Logistik, Automobilhersteller und -zulieferer sowie Banken und Versicherungen. Rund 80 Prozent der Führungskräfte gaben an, in den letzten zwei Jahren Fehler gemacht zu haben. Dadurch störten sie den Betriebsablauf, verzögerten Projekte und erzeugten Reputationsschäden. Und nach mehrheitlicher Einschätzung der Mitarbeiter wurden in ihren Unternehmen Fehler auch vertuscht. Denn die Angestellten meinten, dass nur 45 Prozent der Manager ihre Fehler auch zugeben konnten. 57 Prozent der Angestellten glauben zudem, dass Fehler in Unternehmen deshalb vertuscht werden, weil die Mitarbeiter befürchten müssen, als Überbringer der schlechten Nachrichten Konsequenzen zu erleiden. Und nur 40 Prozent im Top-Management reden offen über Fehler und geben damit ein positives Signal, dass sie mit Fehler konstruktiv und produktiv umgehen.

Entwickler, die Fehler machen dürfen, sind schneller erfolgreich

In der Realität deutscher Unternehmen sieht es bei Fehlerkultur und -management aber eher trübe aus. Einen produktiven Umgang mit Fehlern erleben nur neun Prozent der Mitarbeiter im eigenen Unternehmen. Und in lediglich vier Prozent existiert überhaupt eine Fehlerkultur, die über Hierarchieebenen hinweg eine offene Kommunikation fördert. Dieser Befund ist erschreckend, zumal es auf Teamebene wohl eine größere Bereitschaft gibt, über Fehler zu sprechen. Das ist auch dringend geboten, denn immer mehr Unternehmen führen agile Projektgruppen auch jenseits der IT-Entwicklung ein, delegieren Verantwortung und bauen Hierarchieebenen ab. Solange agile Einheiten ihre Ziele erreichen, werden sie gefeiert. Scheitern sie und passieren Fehler, greifen häufig alte Muster mit Schuldzuweisungen und Benennung eines Sündenbocks. Eine systematische Analyse, um aus einem Fehler zu lernen, unterbleibt. Agile Einheiten machen aber Fehler, weil sie in der Regel auf unsicherem Terrain bei hoher Komplexität agieren und die Transformationsprozesse in einem Unternehmen vorantreiben. Nur eine systematisch etablierte und auf allen Ebenen funktionierende Fehlerkultur und ein schnelles Management der Fehler bieten hier Abhilfe. Lernen könnten Unternehmen dies von den aus der IT bekannten agilen Entwicklungsmethoden wie Scrum, Design Thinking und DevOps. Denn hier ist ein produktiver Umgang mit Fehlern in den Entwicklungsprozess Teil des Systems. Im Laufe der Entstehung dieser Programmiermethoden hat sich ein Kosten-Nutzen-orientierter Umgang mit Fehlern etabliert. Fehler sowie deren rasche Eliminierung sind quasi als Normalfall institutionalisiert. Da am Anfang eines komplexen IT-Projektes nicht alle Anforderungen bekannt sein können, da sich im Entstehungsprozess völlig neue Funktionen als sinnvoll erweisen und da sich durch Rückkopplung mit den Auftraggebern auch völlig unerwartete Herausforderung ergeben, sind regelmäßige Überprüfungsschleifen selbstverständlich. Agile Entwicklungsmethoden sind daher anfangs relativ fehlertolerant und organisieren nach jedem Entwicklungsabschnitt, sogenannten Sprints, schnelle Feedback-Schleifen. Statt in die Fehlervermeidung zu investieren, sind in agilen Methoden Evaluation und schnelles Testmanagement in inkrementellen Prozessen integriert. Das führt zu einem entspannten Umgang in Projektteams mit Fehlern. Ein Schwarzes-Peter-Spiel, um einzelnen Teammitgliedern Versagen nachzuweisen, wird überflüssig. Durch die Einbindung der Auftraggeber in das Testmanagement erhöht sich die Transparenz. Und mit dieser Fehlerkultur entsteht ein offener Umgang und eine schnelle Korrektur, was im Ergebnis das Entwicklungstempo erhöht.

Fehler-Kultur gehört in die Unternehmen

Nun kann man einen Mittelständler oder Konzern nicht mit einer Projektgruppe von Entwicklern vergleichen, die vielleicht 15 oder 30 Köpfe zählt. Aber von den Prinzipien der agilen Prozessgestaltung können Unternehmen lernen. Dabei stehen sie vor drei Herausforderungen: Ein Fehlermanagement braucht eine kulturelle Verankerung, bedarf klarer Strukturen und muss bei den Führungskräften anfangen. Die kulturelle Verankerung gehört dabei in die Unternehmensleitlinien. Hierin sollte sich das Unternehmen als lernende Organisation definieren, die mit Fehlern offen umgeht, intern auf allen Hierarchieebenen konstruktive Kritik fördert und eine transparente Kommunikation im Umgang mit Fehlern anstrebt. Strukturell sollte ein einfaches System gegenseitig-kollegialer Evaluation dafür sorgen, dass Fehler rechtzeitig identifiziert und besprochen werden können. Wichtig ist, dass alle Beteiligten den Mehrwert erkennen, den ein strukturelles Fehlermanagement bietet. Denn mit der Erfahrung, dass sich positive Veränderungen daraus ergeben und alle davon profitieren, steigert auch die Bereitschaft und Motivation zu Veränderungen. Die vielleicht schwierigste Herausforderung ist, eine Fehlerkultur auch im Management auf allen Führungsebenen zu etablieren. Denn mit reinen Selbstverpflichtungen und Sonntagsreden auf Betriebsversammlungen ist es nicht getan. Als Vorbilder ist ihr Verhalten und ihr Umgang mit Fehlern entscheidend, wie sich eine Fehlerkultur tatsächlich in einem Unternehmen in die Praxis umsetzen lässt. Um Manager zu einer offenen Fehlerkultur zu bewegen, haben sich Schulungs- und Coaching-Angebote sowie arbeits-, betriebs- und organisationspsychologische (ABO-Psych) Analysen bewährt. Hierbei begleiten Arbeitspsychologen auf verschiedenen Ebenen Führungskräfte und ihre Teams. Mit ihrer Expertise, individuellen oder Gruppenberatungen können sie den Prozess positiv befördern, damit sich ein Fehlermanagement erfolgreich etabliert.

Fazit

Durch ein Fehlermanagement können Unternehmen nicht nur ihre finanziellen und Reputationsschäden begrenzen, die durch unweigerlich vorkommende Fehler entstehen. Langfristig erhöht sich die Lernfähigkeit einer Organisation. In den Köpfen der Manager und Mitarbeiter entsteht ein Prozessdenken mit gemeinsamer Evaluation, wie Teams, Abteilungen und Bereiche ihre Arbeit und auch ihre Zusammenarbeit mit Kunden, Kooperationspartnern und Lieferanten verbessern können. Durch die Vernetzung, die gemeinsame Reflektion und die offene Kommunikation werden Unternehmen insgesamt agiler und können dadurch die Herausforderungen der Digitalisierung besser bewältigen.

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