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Fachkräfte gewinnen aus aller Welt: Internationales Recruiting leicht gemacht für Unternehmen

In Deutschland fehlen die Fachkräfte. Der Mangel führt bereits in vielen Unternehmen zu Umsatzeinbußen. Deshalb hat die TÜV Rheinland Akademie ein praxisorientiertes Modell entwickelt, mit dem es gelingt, zeitnah qualifizierte Fachkräfte aus aller Welt zu rekrutieren. Aus Indien kommen dieser Tage die ersten Kfz-Mechatroniker, die künftig bei Hyundai-Händlern in Deutschland arbeiten. Alles, was Unternehmen belastet, übernimmt die TÜV Rheinland Akademie. Wie funktioniert der Prozess?

Kaum ein Mittelständler oder Konzern ist zufrieden mit der Fachkräftegewinnung in Deutschland. Je nach Studie fehlen pro Jahr bis zu 450.000 gut ausgebildete Spezialisten, vor allem in den MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technikberufen.

Da andere Länder dieser Welt die Qualifizierung im MINT-Bereich deutlich konsequenter handhaben, ist das internationale Recruiting für Branchen und Unternehmen ein sinnvoller Weg, den Mangel an Spezialisten zu decken und Nachfrage und Bedarf perfekt zu matchen. Wären da nur nicht die mangelnden Kontakte zu geeigneten Bewerbern, die Sprachhürden und die damit verbundene Bürokratie, um internationale Spezialisten einreisen zu lassen. Allein bei dem Gedanken daran dürfte sich so manche Personalabteilung überfordert fühlen. Auch wenn das Fachkräftezuwanderungsgesetz einige Hürden etwas gesenkt hat, bedarf es eines speziellen Know-hows, die gesetzlichen Voraussetzungen für die Migration von Zuwanderern in den hiesigen Arbeitsmarkt zu organisieren.

Um genau diese Hürden zu meistern, hat die TÜV Rheinland Akademie jetzt ein Modell entwickelt, mit dem Unternehmen ihren Fachkräftebedarf gezielt und zeitnah decken können – ohne sich um die damit verbundenen Formalitäten und den komplexen Rekrutierungs- und Qualifizierungsprozess kümmern zu müssen. Vor allem können sie sicher sein, dass die neuen Mitarbeiter tatsächlich dem gewünschten Anforderungsprofil entsprechen.

Derzeit fährt die TÜV Rheinland Akademie Pilotprojekte mit verschiedenen Partnern aus der Kfz-Branche. Das initiale Pilotprojekt wurde Anfang 2019 gestartet, bei dem es darum geht, den Bedarf nach Kfz-Mechatronikern bei der Hyundai Motor Deutschland GmbH zu erfüllen. Bis 2022 soll die TÜV Rheinland Akademie bis zu 250 Fachkräfte in Indien rekrutieren. Die ersten 100 sind bereits gewonnen und bereiten sich derzeit mit den lokalen Kollegen auf ihren Einsatz in Deutschland vor. Die neuen Mitarbeiter verpflichten sich für mindestens 36 Monate. Sollte ein Arbeitnehmer vorzeitig ausfallen, besetzt die TÜV Rheinland Akademie die Position erneut.

Gute Qualifikation und Motivation

Der Auftraggeber profitiert beim neuen Modell von der Expertise der TÜV Rheinland Akademie im Bereich Kompetenzentwicklung und andererseits von der Internationalität der TÜV Rheinland Akademie in mehr als 26 Ländern.  Die Zusammenarbeit im TÜV Rheinland-Verbund beginnt bei einem effektiven Rekrutierungsprozess vor Ort und setzt sich bis zum Integrationsmanagement in Deutschland fort.

Im aktuellen Fall identifiziert der indische Standort der TÜV Rheinland Academy anhand des vom Auftraggeber erstellten Anforderungsprofils geeignete Kandidaten. In Indien etwa gibt es sieben Universitätsabschlüsse, die mit dem Berufsbild und dem Kompetenzprofil des hiesigen Mechatronikers vergleichbar sind. In die engere Auswahl kommen sehr gut Englisch sprechende Bewerber, die zudem mindestens zwei Jahre praktische Berufserfahrung nachweisen können. Zusammen mit den Personalern des Auftraggebers führt die TÜV Rheinland Academy die ersten Bewerbergespräche. Darüber hinaus werden die Kandidaten sowohl sprachlich als auch fachlich gründlich auf die kommenden Anforderungen in Deutschland vorbereitet. Über Sprachschulen und künftig auch mittels eines virtuellen Sprachtrainings erwerben sie das Sprachniveau A2 mit Zertifikat und absolvieren in den ersten drei Monaten nach der Ankunft die B1-Prüfung und werden bei Bedarf auf B2 weiter qualifiziert.

Besteht fachlicher Weiterbildungsbedarf, werden die zu vermittelnden Fachkräfte in den Inhalten mit langjährig erprobten Online-Learnings durch die TÜV Rheinland Akademie geschult. Grundlage sind die kompletten Ausbildungsinhalte der dualen deutschen Ausbildung zum Mechatroniker.

Komplexe Verfahren für Berufsanerkennung und Einreise

Haben die Mechatroniker ihren Arbeitsvertrag unterschrieben, begleitet sie das Team von TÜV Rheinland Academy Indien weiter durch den Prozess. Unter anderem bereitet es sie gründlich auf die kulturellen und arbeitsrechtlichen Bedingungen in Deutschland vor – unterstützt durch das Team der TÜV Rheinland Akademie in Deutschland. Die deutschen Kollegen kümmern sich um die Anerkennung der in diesem Falle indischen Qualifikationsnachweise und die aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen. Mit der Handwerkskammer (HWK) Köln hat die TÜV Rheinland Akademie ein Verfahren für eine Prüfung der Zeugnisse vereinbart, damit die formale Anerkennung durch die dezentralen HWK zügig erfolgen kann. Visa und sonstige Nachweise nach dem kürzlich beschlossenen Fachkräfteeinwanderungsgesetz komplettieren die Einreisevorbereitung. Bis der Flieger nach Deutschland abhebt, sind pro Person rund 30 Dokumente zu bearbeiten und teilweise zu übersetzen und zu beglaubigen. Dieser Aufwand ist bereits so weit standardisiert, dass die TÜV Rheinland Akademie bei Bedarf monatlich künftig eine Vielzahl an Fachkräften nach Deutschland bringen kann.

Noch handelt es sich um ein Pilotprojekt, das aber so vielversprechend anläuft, dass es auf weitere Länder aus dem internationalen TÜV Rheinland-Verbund sowie weitere technische Berufe und Branchen ausgedehnt wird. Zahlreiche weitere Unternehmen aus Mittelstand und Industrie haben bereits vertieftes Interesse angemeldet. Demnächst berichten wir über den Fortgang dieses Projekts – am besten schauen Sie bald wieder vorbei.

Thomas Bastian
Thomas Bastian