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Corporate Resilienz: Stress lass nach!

Agil, flexibel, „always on“: Das Zeitalter der Digitalisierung verlangt Arbeitnehmern einiges ab. Der eine kommt damit gut klar, der andere fühlt sich von der Dynamik zunehmend gestresst und wird im schlimmsten Fall krank. Um das zu verhindern, sollten Unternehmen an ihrer Corporate Resilienz arbeiten. Aber was bedeutet das ganz konkret?

Es gibt Menschen, die blühen unter großem Stress regelrecht auf: Der Bericht war eigentlich schon gestern fällig? Kein Problem! Der Kundenbesuch wurde kurzfristig vorgezogen? Dann müssen die anderen Termine halt ebenfalls umgelegt werden. Wer unter hohem Druck erst so richtig in Fahrt kommt, verfügt über eine hohe Resilienz – und ist dementsprechend für das digitale Zeitalter bestens gerüstet. Vielen Arbeitnehmern machen die wachsende Informationsflut, ständige Restrukturierungen, verkürzte Innovationszyklen sowie die steigende Arbeitsverdichtung allerdings massiv zu schaffen. Das zeigt u.a. die immer größer werdende Zahl psychischer Erkrankungen: Zwischen 1997 und 2017 hat sich die Anzahl der Krankentage aufgrund psychischer Beschwerden laut DAK-Psycho-Report verdreifacht.

Resilienz lässt sich lernen

Zum Glück lässt sich dagegen etwas tun: Resilienz lässt sich lernen und stärken – ähnlich wie Fußball oder Tischtennis. Denn Resilienz ist kein statischer Werkzeugkoffer persönlicher Eigenschaften oder positiver Umweltfaktoren, sondern ein variabler und multidimensionale Prozess, der idealerweise – wie das Sporttraining – kontinuierlich angelegt ist. Anders gesagt: Wer regelmäßig trainiert, kann seine persönliche Widerstandskraft gegenüber Belastungen aktiv stärken. Und auch stressige Jobsituationen gelassen meistern. Schon deshalb sollten Unternehmen das Thema Corporate Resilienz unbedingt auf ihre Agenda setzten. Dazu gehört zunächst einmal, die Resilienz-Konstellationen in Führungsebenen, Abteilungen und Teams gründlich zu analysieren und – wo immer möglich – zu optimieren. Wichtig dabei: Der Schwerpunkt sollte nicht auf der Pathogenese, sondern auf der Salutogenese liegen. Meint konkret: Statt nur zu fragen, was jemanden krank gemacht hat oder krankzumachen droht, geht es vor allem darum herauszufinden, was ihn gesund erhalten kann. Präventive Ansätze eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) versuchen deshalb, nicht nur an Defiziten zu arbeiten, sondern die Stärken eines Mitarbeiters auszubauen. Arbeitsmedizinische oder arbeits-, betriebs- und organisationspsychologische (ABO-Psych) Analysen helfen dabei.

Die Vorbildfunktion des Managements

Dreh- und Angelpunkt für Corporate Resilienz sind die Führungskräfte. Denn die psychische Gesundheit der gesamten Mitarbeiterschaft ist nicht von der persönlichen Resilienz einzelner Vorgesetzter zu trennen. Schließlich haben Manager einerseits eine Vorbildfunktion und sind andererseits zuweilen selbst Stressfaktor – zum Beispiel, wenn ein Projektleiter um Mitternacht Anweisungen an sein Team sendet. Die Nachricht zu Unzeiten belastet die Mitarbeiter gleich doppelt: Digital im Feierabend und real am nächsten Tag im Büro. Die Folgen sind nicht selten Qualitätsverluste, Unzufriedenheit und steigende Krankmeldungen. Umso wichtiger, dass die Chefetage ihre eigene Resilienz-Kompetenz zuallererst auf den Prüfstand stellt.

Neben dem Resilienz-Check des Managements gilt es aber auch, das Mindset der Unternehmenskultur zu modernisieren – zum Beispiel durch einen offenen, transparenten und lösungsorientierten Umgang mit Fehlern. Das trägt nicht nur zu Qualitätsverbesserungen, sondern auch zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit bei. Last but not least sollte Corporate Resilienz als eine strategische Initiative mit den notwendigen Ressourcen im gesamten Unternehmen sowie den Unternehmenszielen verankert sein. Denn nur so prägt sich das Thema dauerhaft ins kollektive Bewusstsein von Mitarbeitern und Management ein.

Entspannte Mitarbeiter sind produktiver

Und das ist wichtig: Denn Mitarbeiterzufriedenheit steigt parallel mit der unternehmerischen Widerstandskraft. Wer seinen Chef als ausgeglichen, souverän, kommunikativ und loyal erlebt, wird weniger krank. Dies ist zumindest die Erkenntnis des AOK-Fehlzeiten-Reports 2018: Demnach fehlt ein resilienter Mitarbeiter im Durchschnitt 9,4 Tage im Jahr – und damit nur rund halb so viel wie Arbeitnehmer, die sich ständig gestresst fühlen. Erfahren Sie hier, wie Sie durch Interventions- und Trainingsansätze die Resilienz-Kompetenzen Ihrer Führungskräfte und Mitarbeiter gezielt entwickeln.

Betriebliches Gesundheitsmanagement AMD TÜV

Markus Dohm
Markus Dohm