Kategorie-Archiv Coaching

Chancen nach Studienabbruch oder Abschluss

Beratung & Coaching bei Studienabbruch oder Berufseinstieg

Einem aktuellen Bildungsbericht des Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Hannover nach, wurden in Deutschland vor Ausbruch der Pandemie 33 Prozent aller Bachelorstudiengänge vorzeitig abgebrochen. Die Gründe für einen Studienabbruch können sehr unterschiedlich sein. Doch egal ob nicht bestandene Prüfungen, finanzielle Schwierigkeiten oder Überforderung – die Konsequenz ist immer die gleiche: Rund jeder dritte Bachelor-Studierende beendet sein Studium ohne Abschluss.

 

Doch auch Berufseinsteiger stellen sich nach Erwerb eines Abschlusses oftmals die gleichen Fragen wie Studienabbrecher: Wie geht es jetzt für mich weiter? Welche Möglichkeiten und Perspektiven habe ich? Wie und wo finde ich als Absolvent einen Job, der zu mir passt? Die TÜV Rheinland Akademie hat es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit Betroffenen eine individuelle Lösung zu finden und bietet dafür ein umfassendes Beratungsangebot. „Im Gespräch erarbeiten wir gemeinsam, wo die persönlichen Stärken und Interessen liegen und welche Möglichkeiten der Arbeitsmarkt hergibt“, berichtet David Pabst, Kundenbetreuer an der TÜV Rheinland Akademie in Dresden.

 

Kundenbetreuer berichtet: „Eine Beratung von der Stange gibt es bei uns nicht“

David Pabst berät und coacht Menschen, die an einem wichtigen Punkt ihres beruflichen Werdegangs stehen. Der Sozialpädagoge aus Dresden analysiert die individuellen Ausgangssituationen, gibt eine berufliche Orientierung und erarbeitet mit mit seinen Kunden:innen eine auf sie zugeschnittene Bildungs- und Jobstrategie. Anschließend konzentriert er sich auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen der Teilnehmenden. Dabei kann es zum Beispiel darum gehen, die persönlichen Profile in beruflichen Netzwerken zu optimieren oder konkrete Tipps für den Bewerbungsprozess zu geben. „Die spezifischen Bedürfnisse, Wünsche und Ziele der Teilnehmenden stehen immer im Mittelpunkt unserer Empfehlungen. Eine Beratung von der Stange gibt es bei uns aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen daher nicht“, berichtet Pabst.

 

Studienabbruch – und jetzt?

Studienabbrecher und Studienabbrecherinnen werden oft als Gescheiterte stigmatisiert. Ein gutes Beispiel dafür sind die Ingenieurstudiengänge. „So ein Studium kann viele überfordern, da sie die Inhalte des Studiums unterschätzen“, weiß Pabst. Oft gestaltet sich das Studium zu schwer und wird deswegen entweder freiwillig abgebrochen oder die Studierenden werden exmatrikuliert, da sie die Prüfungen nicht geschafft haben. Eine der ersten und wichtigsten Aufgaben von Pabst ist es dann, den Betroffenen Mut zuzusprechen: „Der Studienabbruch ist nichts, wofür man sich schämen muss.“

Danach beginnt seine eigentliche Arbeit. Egal welcher Studiengang abgebrochen wurde und wer bei der Beratung vor ihm sitzt – zu Beginn wird immer ein umfangreiches und vor allem individuelles Aufnahmegespräch geführt. Dabei werden zunächst Fragen zur Lebenssituation der Person gestellt. Interessant für Pabst sind hier besonders die Gegebenheiten, die die Jobsuche beeinflussen. Hat die Person ein Auto? Kann beziehungsweise will sie deutschlandweit auf Jobsuche gesehen oder ist sie ortsgebunden? Kommt sogar ein neuer Studiengang in Frage und wenn ja, welcher? Danach wird zusammen mit den Teilnehmenden der Beratung ein persönlich zugeschnittener, langfristig ausgerichteter Plan entwickelt. Doch was, wenn ein angefangenes Studium nicht abgebrochen, sondern abgeschlossen wurde und trotzdem Unsicherheiten bestehen?

 

Gelungener Start ins Arbeitsleben: Den Berufseinstieg nach dem Studium meistern

Nicht immer ist es der Studienabbruch, der zum Problem wird. Auch mit einem Abschluss in der Tasche ergeben sich für Hochschulabsolvent:innen oft immense Herausforderungen. „Der Einstieg in den Job ist nicht immer einfach“, berichtet Pabst. Nicht selten haben Berufseinsteiger:innen „marktfremd“ studiert und sind ratlos, welchen Beruf sie mit ihrem Abschluss aufnehmen können. „Das Studium der Anglistik ist hierfür ein anschauliches Beispiel. Bei Studiengängen wie diesem steht oft kein konkreter Job dahinter. Absolventen und Absolventinnen wissen dann nicht, wo der Weg auf dem Arbeitsmarkt für sie hingehen soll. Genau da setzt unsere Beratung an, denn wir können Möglichkeiten und Wege aufzeigen“, weiß Pabst. Das Beratungsangebot von TÜV Rheinland zielt darauf ab, einen gelungenen Übergang vom Studium ins Berufsleben zu schaffen. „Zum Beispiel durch gezielte Weiterbildungen im Bereich Projekt- und Qualitätsmanagement“, verrät Pabst und berichtet, dass er nicht nur mit jüngeren Menschen zu tun hat: „Sogar Akademiker:innen im fortgeschrittenen Lebensalter, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind, nehmen das Beratungsangebot von TÜV Rheinland gerne wahr.“

 

Die Erfolgsaussichten für die Teilnehmenden der Berufsorientierung sind generell sehr gut. Mit der umfassenden Beratung von TÜV Rheinland bekommen die Teilnehmenden branchenunabhängig verschiedene Wege aufgezeigt, können bundesweit in unterschiedlichsten Unternehmen tätig werden, sich umschulen oder gezielt weiterbilden lassen.

 

Viele Weiterbildungen und Coachings bei TÜV Rheinland sind zu 100 Prozent über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) förderfähig. Bei weiteren Fragen rund um unser Angebot können Sie uns gerne jederzeit ansprechen. Wir beraten Sie persönlich und individuell. Vereinbaren Sie gleich einen kostenfreien Termin!

 

Sie haben Interesse an der Bildungsberatung der TÜV Rheinland Akademie? Hier finden Sie weitere Informationen: www.tuv.com/studenten

Beratung nach Studienabbruch oder für Berufseinstieg

Eltern-Coaching Fit mit Kind

Fit mit Kind: Dank Coaching erfolgreich zurück ins Berufsleben.

Wie finde ich zurück auf den Arbeitsmarkt? Wie werde ich sowohl meinen Kindern als auch meinem Arbeitgeber gerecht? Welcher Job passt nach der Elternzeit zu mir? Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, stehen Mütter und Väter vor vielen verschiedenen Fragestellungen, mit denen sie sich oftmals alleingelassen fühlen. Das TÜV Rheinland Akademie Job-Coaching „Fit mit Kind“ setzt genau dort an: Durch die geförderte Weiterbildungsmaßnahme wird Eltern der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vereinfacht und sie erhalten professionelle Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

Teilnehmerin berichtet: „Durch das Coaching gehe ich selbstbewusster an die Jobsuche heran.“

 

Diana Khemiri ist alleinerziehende Mutter eines Sohnes und nimmt derzeit am Job-Coaching „Fit mit Kind“ teil. Ihr Ziel ist es, ihre Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand zu bringen und Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Kind zu erhalten. „Ich war in einigen Jobfragen sehr unsicher und hatte große Selbstzweifel. Im Coaching bekomme ich Zuspruch und tolle Hilfestellungen, sowohl von Seiten der Coaches als auch von anderen Teilnehmenden“, berichtet Khemiri. Das helfe ihr, selbstbewusster an die Jobsuche heranzugehen. „Vor zunächst fremden Leuten über mein persönliches Leben zu sprechen, war zwar anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig, hat mein Selbstbewusstsein aber enorm gesteigert“, sagt sie.

Die größte Herausforderung sah sie nach ihrer Berufspause darin, einen Job zu finden, der sich mit den Betreuungszeiten ihres Sohnes vereinbaren lässt. Im Coaching „Fit mit Kind“ erhält sie nun konkrete Hilfestellungen, um Job und Kind unter einen Hut zu bringen. „Ich wurde bei der Vermittlung eines Kita-Platzes nicht nur an die entsprechenden Institutionen weitergeleitet, sondern aktiv bei der Suche unterstützt“, berichtet Khemiri. „Ohne die Unterstützung der TÜV Rheinland Coaches hätte ich die parallele Kita- und Jobsuche nicht allein geschafft.“

 

Fit für den Arbeitsmarkt dank professioneller Einzel- und Gruppencoachings

 

Auch der Austausch mit anderen Kursteilnehmenden habe ihr geholfen, neue Lösungsansätze für die Organisation ihres Alltags zu finden, so Khemiri. „In den Gruppencaochings tauschen wir uns über verschiedene Themen wie Kindererziehung und Betreuungsmöglichkeiten, aber auch das richtige Verhalten in Bewerbungssituationen aus“, berichtet sie. In Einzelcoachings werden persönlichere Themen besprochen, Bewerbungsunterlagen aktualisiert und akute Probleme aktiv angegangen, beispielsweise wenn es um Geld- oder Rechtsfragen geht. Außerdem werden gemeinsam mit dem Coach individuelle Stärken analysiert und sowohl Bewerbungs- als auch Kommunikations-Skills trainiert. Diana Khemiri fühlt sich nun durch den Kurs „Fit mit Kind“ optimal auf den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet: „Ich würde jederzeit wieder am Coaching teilnehmen und kann den Kurs wärmstens empfehlen“, sagt sie.

 

Job-Coach berichtet: „Wir gehen alle Probleme immer gemeinsam an.“

 

Die Ausgangssituationen der Kurs-Teilnehmenden sind sehr unterschiedlich – gemeinsam mit den Coaches werden deshalb in Gesprächen stets individuelle Lösungsansätze gesucht. „Komplizierte Lebenslagen, die scheinbar keinen Ausweg haben, erlebe ich in meinem Berufsalltag häufig: ob Probleme in der Partnerschaft oder mit dem Jugendamt, Angst vor Behördengängen oder schwierige Erziehungsfragen. Zusammen mit meinem Team und den Teilnehmenden versuchen wir, für jedes Problem eine passende Lösung zu finden. Wir gehen alle Probleme – falls nötig auch unter Hinzunahme von weiteren geeigneten Ansprechpartnern – immer gemeinsam an“, berichtet Bea Schmidt, Teamleiterin am TÜV Rheinland Trainingsstandort Erfurt, wo sie seit 2017 Eltern zum Thema „Beruf und Familie“ coacht. „Ziel von „Fit mit Kind“ ist es, eine Vereinbarkeit von Familienpflichten und Beruf herzustellen sowie die Kursteilnehmenden in kritischen Lebenssituationen optimal zu unterstützen“, erklärt die Expertin.

 

Die Maßnahme „Fit mit Kind“ ist über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) vom zuständigen Jobcenter bzw. der Agentur für Arbeit zu 100 % förderbar. Bei weiteren Fragen rund um unser Angebot können Sie sich gerne jederzeit über unser Kontaktformular melden, um persönlich beraten zu werden. Vereinbaren Sie gleich einen kostenfreien Termin!

 

Sie haben Interesse am Coaching „Fit mit Kind“ bei der TÜV Rheinland Akademie? Hier finden Sie weitere Informationen zum Kursangebot:

Coaching für Eltern: Fit mit Kind

E-Learning Angebote an der TÜV Rheinland Akademie

Neue E-Learning Angebote: Projekt- und Qualitätsmanagement

E-Learning Angebote auf dem Weg zum neuen Job: Nach dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes stehen Betroffene vor beruflichen Herausforderungen. Eines der am häufigsten auftretenden Probleme ist die oftmals erfolglose Suche nach einer geeigneten Weiterbildungsmaßnahme, mit der die Übergangszeit bis zur Aufnahme einer neuen Beschäftigung sinnvoll und effektiv genutzt werden kann. Das neue E-Learning Angebot von TÜV Rheinland setzt genau dort an und geht sogar noch einen Schritt weiter: Die geförderte Weiterbildungsmaßnahme umfasst – zusätzlich zu den Ausbildungsinhalten – noch ein integriertes Bewerbungs- und Motivationscoaching, mit dessen Hilfe den Teilnehmenden eine schnelle Rückkehr in die Berufswelt gelingt.

 

Dank innovativem Kursangebot schnell zurück in den Job

Das Kursangebot richtet sich an Arbeitssuchende mit Berührungspunkten zum Projekt- und Qualitätsmanagement, die sich in Form eines Einzeltrainings von Zuhause aus weiterbilden möchten. Im jeweiligen Kurs bekommen die Teilnehmenden dann berufsfeldübergreifendes Handlungswissen vermittelt. Neu und in dieser Form bundesweit einzigartig sind die in beiden Kursen integrierten Coachings, mit denen die Teilnehmenden wieder fit für eine Integration in den Arbeitsmarkt gemacht werden. Dabei profitieren sie neben einer individuellen Beratung zu ihrer persönlichen Situation auch von einem besonderen Arbeitsmarktcoaching. „Der Bruch in der Erwerbsbiografie kann bei Betroffenen Zweifel in Bezug auf die eigene Person oder ihren Wert für den Arbeitsmarkt auslösen“, so Hans-Björn Glock, Koordinator für berufliche Bildung von TÜV Rheinland. Genau hier liegt der Mehrwert des integrierten Coaching-Angebots. „In persönlichen Gesprächen werden Selbstzweifel oder Zukunftsängste genommen und die Teilnehmenden in ihren Fähigkeiten bestärkt“, so Glock. Die Kurse beinhalten darüber hinaus auch ein besonderes Arbeitsmarktcoaching, in denen zum Beispiel Lebensläufe von Arbeitssuchenden auf Punkte analysiert werden, die für eine erfolgreiche Wiederintegration in den Arbeitsmarkt relevant sind. Beide Kurse finden in Form eines Videotrainings von Zuhause aus statt. „Diese Lernform hat den großen Vorteil, dass selbst komplexe Lerninhalte beliebig oft wiederholbar erlernt werden können“, berichtet Glock.

 

E-Learning: Flexible Weiterbildung ohne Wartezeit

Ein weiterer Vorteil der neuen E-Learning Angebote von TÜV Rheinland liegt in der Möglichkeit eines schnellen Kursstarts, der nach erfolgter Anmeldung jederzeit möglich ist. „Die Teilnehmenden müssen nicht auf einen offiziellen Start einer Präsenzveranstaltung warten, sondern bekommen nach erfolgreicher Anmeldung direkt ihren Online-Zugang freigeschaltet“, so Glock. „Die Weiterbildung kann somit ohne Verzögerung gestartet werden“. Auch nach dem Kursstart bleibt die Flexibilität erhalten. „Die Möglichkeit einer freien Zeiteinteilung in beiden Kursen bietet den entscheidenden Vorteil, dass jederzeit Bewerbungsgespräche geführt werden können, ohne dass die Teilnehmenden sich an festgelegten Stundenplänen orientieren müssen“, berichtet Glock. Selbst nach Aufnahme einer neuen Tätigkeit kann einfach berufsbegleitend weitergelernt werden. „Die Lerninhalte sind jederzeit abrufbar und können auch dann weitergenutzt werden, wenn die Teilnehmenden eine neue Stelle gefunden haben“, so Glock.

 

Interaktives Kursangebot – Förderung und Beratung möglich

Auch in einem weiteren Aspekt unterscheiden sich die neuen E-Learning Angebote von bisherigen Angeboten. Mithilfe eines interaktiven Quiz können die Teilnehmenden im Zuge der Prüfungsvorbereitung ihr Wissen überprüfen. „Die Quizfragen ermöglichen eine Reflektierung der Lerninhalte und eine damit einhergehende Festigung des Wissens. So können die Teilnehmenden ihren Lernfortschritt jederzeit eigenständig verfolgen“, so Glock und fügt hinzu:„ Beide Kurse sind über einen Bildungsgutschein zu 100% förderfähig. Dank persönlicher Beratung profitieren Interessenten außerdem von unserer Hilfe bei der Beantragung einer solchen Fördermaßnahme“.

 

Bei Fragen zu den neuen Kursen oder zu weiteren Themen rund um unser Angebot können Sie sich gerne jederzeit über unser Kontaktformular melden, um persönlich beraten zu werden. Vereinbaren Sie gleich einen kostenfreien Termin!

 

Sie haben Interesse an den neuen E-Learning Angeboten der TÜV Rheinland Akademie? Hier finden Sie weitere Informationen zum Kursangebot: www.tuv.com/elearning

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Coching

Coaching: Ein wahrer Allrounder für alle Lebenslagen.

Job-Coaching, Bewerbungscoaching, Führungskräfte-Coaching, Mental- oder auch Krisen-Coaching… Offensichtlich gibt es ein unfassbar großes Coaching-Angebot für jede Lebenslage. Aber: Woran erkennt man eigentlich, dass man ein Coaching braucht? Wie findet man dann das „richtige Coaching“ für sich und seine Bedürfnisse? Gibt es hier überhaupt ein Richtig oder Falsch? Da wir hier auch keine schnellen Antworten geben können, haben wir bei einer Expertin nachgefragt.

Dana Przybille gehört seit mehreren Jahren zum Coaches-Team der TÜV Rheinland Akademie und verrät uns im Interview, was ein gutes Coaching ihrer Ansicht nach ausmacht, welche Ziele man damit verfolgen kann und was sie selbst besonders reizvoll an ihrer Arbeit als Coach findet.


Hallo Frau Przybille, den Begriff Coaching hört und liest man ja mittlerweile überall, in unterschiedlichsten Varianten. Was ist das denn eigentlich?

Wir Menschen und unsere Psyche sind sehr komplex. Demnach gibt es auch viele verschiedene Sichtweisen, Begriffserklärungen, Ansätze und Definitionen für Coachings. Ich persönlich definiere den Begriff als professionelle Begleitung von Lern-, Veränderungs- und Entwicklungsprozessen.
Um das etwas genauer zu erklären: Im Coaching schaffen wir einen Rahmen, der es dem Coachee ermöglicht seine Ziele zu definieren und Entwicklungsschritte eigenverantwortlich umzusetzen. Wer hier einen interessanten Ansatz für sich sieht, kann sich mit einem Coaching unterstützen lassen.

Ich als Coach fungiere dabei prozessbegleitend und biete Hilfestellungen an, um bspw. Hindernisse aus dem Weg zu räumen und passende Lösungsstrategien zu entwickeln. Man nennt das auch “Hilfe zur Selbsthilfe”. Dabei gebe ich natürlich keine konkreten Vorgaben, sondern setze eher Impulse, welche die Entwicklung von Lösungsstrategien beim Coachee selbst aktivieren. Dafür gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Methoden. Welche davon die Richtige ist, zeigt sich meist erst im Kennenlernprozess. Coaching ist immer interaktiv und findet personenzentriert statt. Der Mensch als Individuum steht dabei im Mittelpunkt. Demnach muss auch ich meinen “Methodenkoffer” immer anpassen und mich auf jede Situation und jeden Coachee neu einstellen.

Gelingt das immer?

Eine wichtige Grundvoraussetzung ist die Beziehung zwischen Coach und Coachee. Diese sollte neben fachlicher Kompetenz und der professionellen Distanz, vor allem auf Vertrauen basieren. Man könnte sagen, dass die Chemie stimmen muss. Ohne dem ist Coaching nicht zielführend möglich. An diesem Punkt muss man dann auch ganz ehrlich miteinander sein und Alternativen empfehlen. Glücklicherweise war ich bisher noch nicht in so einer Situation.

Wie läuft ein Coaching grundsätzlich ab?

Bevor ein Coaching tatsächlich beginnt, gibt es immer einen Auftrag. Der Coachee kommt freiwillig mit seinem Anliegen ins Coaching. Das Kick-off findet dann in Form eines Erstgespräches statt. Dies dient in erster Linie dazu eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Coach und Coachee können sich sozusagen etwas beschnuppern. Hier wird entschieden, ob beide in Interaktion treten können oder eben nicht. Wie schon erwähnt, muss die Chemie stimmen. Nachdem das „geklärt“ ist, werden die Ziele des Coachings bestimmt. Mit Hilfe der Ergebnisse aus dem Erstgespräch, den Beobachtungen und Wahrnehmungen, kann der Coach schon aus seinem Methodenkoffer ein oder mehrere Instrumente wählen, die dann im Coaching-Prozess Anwendung finden. Hierbei sollte man beachten, dass es nicht bei diesem Instrument bleibt und der Einsatz im gesamten Verlauf, situativ angepasst werden muss. Die Dauer des Coachings ist unterschiedlich und wird in der Regel im Vorfeld festgelegt. Abschließend werden verbindliche Termine vereinbart – und los geht´s.

Woran erkennt man denn, dass ein Coaching hilfreich wäre und welche Ziele sollte man sich setzen?

Der Markt bietet aktuell ein unheimlich breitgefächertes Angebot an verschiedenen Coachings, für jede zu bewältigende Herausforderung oder auch Krise in unserem Leben. Mental-Coaching, Karriere-Coaching, Krisen- oder Job-Coaching – die verschiedenen Ansätze und Methoden können unheimlich vielseitig eingesetzt werden. Jeder, der irgendwie “feststeckt” bzw. seinen Weg nicht mehr klar sieht und Unterstützung bei der Erreichung seiner Ziele oder dem Bewältigen von Krisen braucht, kann und sollte darüber nachdenken ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Mit einem Coaching kann so vieles erreicht werden, auch wenn es manchmal nur darum geht, neue oder ganz andere Perspektiven und Ansätze aufzuzeigen. Und das Beste ist: Unsere Coaching-Angebote sind mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS), der Agentur für Arbeit oder Jobcenter, zu 100% förderfähig. Dem Coachee entstehen demnach keine Kosten.

Die individuellen Ziele werden im Coaching – ausschließlich vom Coachee selbst – bestimmt. Oftmals werden diese schon bei der Wahl des Coachings ersichtlich und müssen dann nur noch etwas deutlicher ausformuliert werden. Wer ein Job- oder Karriere-Coaching bucht, will sich meist beruflich entwicheln, wer ein Lebenslagen- oder Krisen-Coaching beginnt, ist meist auf der Suche nach Struktur und Klarheit. Aber auch hier gibt es immer wieder Überraschungen. Neben dem Wunsch zur beruflichen Neuorientierung, können bspw. auch die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Selbstsicherheit und Durchsetzungsstärke relevant werden. Wenn so ein Fall auftritt, muss erst einmal “Ordnung geschaffen werden”.

Das klingt herausfordernd. Welche Methoden kann es zur Zielerreichung geben?

Die Vielzahl der Coaching-Arten auf dem „Coaching-Markt“ bringt natürlich auch ein enormes Quantum an Methoden mit sich. Hier gilt es die geeignete Methode zu wählen, denn jeder Coachee benötigt eine andere Vorgehensweise. Manchmal ist auch eine multimodale Arbeitsweise nötigt, d.h. man verwendet einen sogenannten Methodenmix um Coaching-Ziele zu erreichen. Ich persönlich verwende gern Elemente aus dem Systemischen Coaching. Systemisches Coaching verfolgt das Ziel, die Selbstorganisationsfähigkeit wiederherzustellen, und knüpft dabei direkt an seine Handlungsmöglichkeiten an.

Mit Hilfe von Fragetechniken aus der Systemik erlangt man Informationen über das “System des Coachees”. Parallel dazu wird verdeutlicht, wie bestimmte Situationen und Erlebnisse von den „Angehörigen“ des Systems unterschiedlich gesehen und betrachtet werden. Hierbei können zum Beispiel die Systemangehörigen mit angeregt werden, um neue Lösungsansätze zu finden und umzusetzen. Typische Fragetechniken sind zirkuläres Fragen, die Wunderfrage aber auch die Skalierungsfrage. Weitere Methoden die sich im Coaching bewährt haben sind die Erstellung eines Visionboards oder „Der Baum der Entwicklung“, von Maximilian Bache. Es gibt noch viele mehr, der Methodenkoffer ist gut gefüllt. 😉

Was sind die größten Herausforderungen beim Coaching? Gibt es Besonderheiten, auf die beide Parteien achten müssen?

Im Coaching besteht immer eine Gefahr der Abhängigkeit, Coach und Coachee begeben sich auf eine Gradwanderung, im Rahmen ihrer Beziehung. Jeder Coach sollte über Grundsätze in der Beratungsarbeit/Coachingarbeit verfügen. Wichtig dabei ist, dass eine professionelle beraterische Distanz gewahrt wird. Eine wertschätzende, respektvolle und wertfreie Haltung setze ich im Coaching voraus. Dazu gehört die Würdigung, Achtung und Respektanz gegenüber dem Coachee und seines Systems. Eine neutrale Verhaltensweise hinsichtlich der Glaubenssätze, der Veränderungsbereitschaft und auch den Beziehungen des Coachees ist unabdingbar für eine vertrauensvolle, ganzheitliche, ressourcen- und lösungsorientierte Arbeitsweise.

„Digitales Coaching“ wird aktuell sehr verbreitet angeboten. Was versteht man darunter und wie wird das bei der TÜV Rheinland Akademie umgesetzt?

Aristoteles sagte einmal: „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“. Gerade in der aktuellen Situation, in der die Wirtschaft Corona-bedingt stillsteht und die Aufhebung der Kontaktbeschränkungen so schnell nicht zu erwarten sind, findet diese Aussage noch mehr Gültigkeit.

Aufgrund unserer Flexibilität und der Strategien die wir entwickelt haben, sind wir auch weiterhin in der Lage, professionell mit unseren Teilnehmenden zu arbeiten.

Es ist uns erfolgreich gelungen, die präsenzorientierte Durchführung unserer Bildungsangebote und Coachings umzustellen. Durch die schnell voranschreitende Digitalisierung, ermöglichen uns Online-Plattformen wie beispielsweise Skype for Business, MS Teams oder Zoom die virtuelle Umsetzung.

Die Kommunikation mit unseren Teilnehmenden findet hierbei auf vielfältiger Weise statt. Durch Telefonie und Video-/Web Conferencing führen wir an Maßnahmeinhalte heran und stehen dabei auch beratend zur Seite. Besonders das Coaching profitiert davon, weil „äußere Einflüsse“ (die zum Teil auch ablenkend sein können) in der digitalen Durchführung nicht existieren. Zum anderen befinden sich die Kunden in ihrem „Zuhause“, welches oftmals der Rückzugsort oder ihr persönlicher „Schutzraum“ angesehen wird. Dort fühlen sie sich wohl, dort dürfen sie sein. Und das spiegelt sich im Coaching wieder. Ich erlebe meine Kunden authentischer und selbstsicherer.

Und wie läuft das dann ab?

Das „Digitale-Coaching“ läuft genauso ab, wie in der Präsenz. Vorab gibt es hier ein Telefongespräch indem der Auftrag geklärt wird. Im Anschluss werden Termine und das passenden Medium zur Umsetzung vereinbart.

Das einzige was der Kunde für die alternative Durchführung benötigt, ist eine stabile Internetverbindung und ein Laptop, Tablet oder Smartphone.

 

Digitales Coaching: Individuell, flexibel und (fast) überall realisierbar.

 

Zu guter letzt: Was reizt Sie an Ihrer Tätigkeit als Coach – und – haben Sie eine hervorzuhebende „Erfolgsgeschichte“?

Ganz klar: Der Mensch, mit all seinem Leben. 🙂 Als Coach tätig zu sein erfüllt mich auf all meinen Ebenen. Mein Job ist nie eintönig, sondern sehr facettenreich und bunt. Jedes Coaching beinhaltet für mich eine Erfolgsgeschichte – selbst wenn es nur kleine Dinge sind, die wir gemeinsam bewegen konnten. Veränderungs- oder Entwicklungsprozesse benötigen nunmal Zeit. Man darf nicht vergessen, dass selbst gewünschte Veränderungen auch hemmende und teilweise blockierende Ängste auslösen und dann sogar wie Blockaden wirken können. Ich sehe mich als Wegbegleiter an der Seite meiner Coachees und freue mich über jeden einzelnen Schritt auf diesem Weg.

Ein gutes Beispiel fällt mir aber tatsächlich gerade ein…

Eine Kundin, welche sich in einem Transformationsprozess vom Mann zur Frau befand, suchte mich auf, weil sie keinen Job fand. Sie vermutete, dass dies an ihrer „Verwandlung“ lag. Darunter hatte sie sehr gelitten. Im Rahmen des Coachings haben wir daran gearbeitet, dass sie ihren Selbstwert wiederfindet und gemeinsam eine Strategie entwickelt, welche das Ziel hatte sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Selbstvermarktungsstrategien ist das “A und O”. Gemeinsam sind wir damit rausgegangen und sie hat sich persönlich bei potenziellen Arbeitgebern vorgestellt. Das war vor dem Coaching undenkbar. Etwa 1 Woche nachdem das Coaching beendet wurde, hat sie ihren Arbeitsvertrag als Verkäuferin unterschrieben. Ich freue mich auch heute noch über diesen Erfolg und bin unglaublich stolz auf meine Kundin.

Im Coaching-Prozess selbst ist mir bewusst geworden, mit wieviel Diskriminierung sie sich täglich auseinandersetzen muss. Unvorstellbar in der heutigen Zeit. Umso schöner ist es dann, wenn ich mit meiner Arbeit etwas bewegen kann.

Das ist definitiv ein würdiger Abschluss unseres Interviews. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen und uns einen kleinen Einblick in die Welt des Coachings gewährt haben! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß bei Ihrer Arbeit und hoffen, dass Sie auch in Zukunft noch viele Erfolgsgeschichten sammeln können.

 

Kurzportrait Dana Przybille

Dana Przybille

Dana Przybille gehört seit 2015 zum Coaches-Team der TÜV Rheinland Akademie in Lehnitz.

Ich selbst komme aus dem schulmedizinischen Bereich und war als exam. Gesundheits-/Krankenpflegerin auf der Intensivstation und auch in der Anästhesie tätig.

Nach einer beruflichen Auszeit, in der ich an meiner beruflichen Neuorientierung werkelte, habe ich verschiedene Ausbildungen im Bereich Coaching/Beratung absolviert, so zum Bsp. Train the Trainer, Bewerbungsmanagement, Kommunikationsmanagement, Burnout Berater.

Seit 2015 bin ich für die TÜV Rheinland Akademie in Lehnitz in unterschiedlichen Maßnahmen und Projekten unterwegs. Als Coach begleite und berate Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen und Lebensphasen.

Und was soll ich sagen – ich liebe meinen Job! 🙂