Kategorie-Archiv Berufsausbildung

Berufliche Weiterbildung - Lehrgänge zum Meister

Pandemie-konform: Meisterlehrgänge und Ausbildereignung für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

Aufgrund des Fachkräftemangels blieben in Deutschland im Frühjahr 2020 über 60.000 Stellen sogenannter Spezialistentätigkeiten (Meister und Techniker) unbesetzt. Zusätzlich wurden zahlreiche Weiterbildungsmaßnahmen Pandemie-bedingt abgesagt.

„Die TÜV Rheinland Akademie hat frühzeitig auf die veränderten Ausbildungsbedingungen reagiert und ermöglicht es Interessierten dank eines hybriden Lernmodells, sich auch in Zeiten der Pandemie optimal für die berufliche Zukunft aufzustellen“, berichtet Claudia Raasch, Lehrgangsleiterin im TÜV Rheinland Akademie Trainingscenter in Magdeburg.

 

Meisterausbildung 4.0: Mit Live-Online-Trainings zum erfolgreichen Abschluss

Mit einer Kombination aus Präsenzunterricht, Live-Online-Training (LOT), Web-Campus und E-Tutoring bietet die TÜV Rheinland Akademie angehenden Meistern vielfältige Möglichkeiten, sich auch in Home-Office-Zeiten erfolgreich weiterzubilden. Etwa ein Drittel der Ausbildung wird dabei im Präsenzunterricht durchgeführt. Dank eines durchdachten Hygiene-Konzepts, das umfangreiche Abstandsregeln und eine ständige Anpassung der Gefährdungsbeurteilung (GBU) vorsieht, wird die Gesundheit aller Teilnehmenden geschützt. Zwei Drittel der Ausbildung entfallen auf ein Live-Online-Training, das wie klassische Präsenzseminare zu festgelegten Zeiten stattfindet. Bei der Ortswahl sind die Teilnehmenden jedoch flexibel. In einem virtuellen Klassenraum werden sie mit den anderen Teilnehmenden und ihrem Ausbilder verbunden, für die Teilnahme wird lediglich ein PC, Laptop oder mobiles Endgerät benötigt. Kombiniert wird dieses Konzept mit strukturierten Selbstlern-Einheiten. „Mit unserem angepassten hybriden Ausbildungskonzept wirken wir aktiv dem Fachkräftemangel in technisch-handwerklichen Berufen entgegen und bieten unseren Teilnehmenden optimale Karriereperspektiven nach erfolgreichem Abschluss“, erklärt Claudia Raasch.

 

Absolvent berichtet: „Ich wurde nach der Weiterbildung sofort befördert“

Das Feedback der Meisterausbildungsteilnehmenden fällt durchweg positiv aus: „Vor meiner Meisterausbildung war ich stellvertretender Lagerleiter – durch den erworbenen Meisterbrief wurde mir nun die Lagerleitung anvertraut“, berichtet Felix Strutz, der in der Nähe von Magdeburg im stahlverarbeitenden Gewerbe tätig ist und dank seiner Zertifizierung befördert wurde. Die Vorteile einer Weiterbildung bei der TÜV Rheinland Akademie sieht Ausbildungsabsolvent Raik Hüpfel vor allem in der Organisation der Kurse: „Eine individuelle Betreuung war dank überschaubarer Gruppengröße jederzeit möglich und auch der Online-Unterricht war sehr gut organisiert“, erklärt er. Hüpfel hat seine Ausbildung als Industriemeister für Kunststoff und Kautschuk bei der TÜV Rheinland Akademie vor Kurzem erfolgreich abgeschlossen. „Anfang März beginne ich meine Ausbildereignung. Ich freue mich schon sehr darauf zu lernen, wie ich mein Wissen effizient weitervermitteln kann“, berichtet er.

 

Anmeldungen für Ausbildereignung und Meisterausbildung ab sofort möglich

Zusätzlich zur Meisterausbildung bietet die TÜV Rheinland Akademie ab März 2021 bundesweit Kurse zur Ausbildereignung an. In Deutschland muss in jedem Unternehmen, das nach dem dualen System ausbildet, mindestens ein Ausbilder nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) tätig sein. Diese Person fungiert als Ansprechpartner für die Auszubildenden und ist gleichzeitig für die betriebsinterne Ausbildung verantwortlich. Die Ausbildereignung kann vor, während oder nach der Meisterausbildung abgelegt werden und ist für die Erteilung eines Meisterbriefes unabdingbar.

 

Ende Mai 2021 starten bundesweit fünf Meisterausbildungen, unter anderem in den Bereichen Elektrotechnik, Kunststoff/Kautschuk, Metall und Logistik. Die Dauer für die Meisterausbildung beträgt zwei Jahre. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung sowie einen Meisterbrief nach bestandener IHK-Prüfung. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine erfolgreich abgeschlossene Abschlussprüfung im jeweiligen Ausbildungsberuf bzw. die entsprechende Berufspraxis nach der jeweiligen Verordnung. Eine Förderung ist über das Aufstiegs-BAföG (Meister-BAföG) möglich.

 

Sie haben ebenfalls Interesse an einem Meisterlehrgang oder Ausbildereignung bei der TÜV Rheinland Akademie? Gern beraten wir Sie persönlich zu unserem Angebot. Vereinbaren Sie gleich einen Termin!

 

Weitere Informationen zur Meisterausbildung finden Sie hier:

https://akademie.tuv.com/themen/technik/meister

Gehörlose in der Weiterbildung Lagerlogistik

TÜV Rheinland ermöglicht Lagerlogistik-Weiterbildung für Gehörlose.

Bundesweit einzigartiges Pilotprojekt in Dresden erfolgreich gestartet! Gelebte Inklusion am Trainingsstandort Dresden: Hörende und Gehörlose werden gemeinsam im Bereich Lagerlogistik weitergebildet / Reibungslose Zusammenarbeit ohne größere Verständigungsprobleme möglich – durchweg positives Feedback von Teilnehmenden und Ausbilder / Dank erfolgreicher Testphase: Weiterbildung bei der TÜV Rheinland Akademie soll auch zukünftig für Gehörlose möglich sein


Rund 80.000 Menschen in Deutschland sind gehörlos. Auf den ersten Blick ist die Beeinträchtigung meist nicht erkenntlich. Dennoch sind die Vorurteile gegenüber gehörlosen Bewerbenden, gerade im beruflichen Kontext, oft groß. „Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die Inklusion gehörloser Mitarbeitenden nur unter besonderen Bedingungen möglich ist und schrecken deshalb davor zurück, sie einzustellen“, weiß Daniel Goersch, Lagerausbilder im Trainingscenter der TÜV Rheinland Akademie in Dresden. Dass diese Vorurteile jedoch meist unbegründet sind, beweist ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt, das in Dresden vor rund einem Jahr gestartet ist. Diese Projekt ermöglicht Gehörlosen gemeinsam mit hörenden Teilnehmenden eine Weiterbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik zu absolvieren. „Wir wurden vom Integrationsberatungsteam nach einer Besichtigung unseres Trainingscenters gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, Gehörlose in unsere Ausbildungsabläufe zu integrieren“, berichtet Kundenberaterin Regina Pörschke. „Wir haben sofort zugesagt und sind vom überwältigenden Engagement und Erfolg aller Mitarbeitenden und Lehrgangsteilnehmenden beeindruckt.“

Bessere Jobaussichten und neue Perspektiven.

Einer der sechs gehörlosen Weiterbildungsteilnehmenden ist Stephan Preiß. Der 35-Jährige hat bereits eine Ausbildung zum Beikoch absolviert und wurde über das Arbeitsamt auf die Weiterbildungsmaßnahme aufmerksam. Die Verständigung mit den hörenden Teilnehmenden und Ausbilder Daniel Goersch funktioniere sehr gut, berichtet Preiß. Ab Januar habe er einen festen Job im Bereich Lagerlogistik in Aussicht, erzählt er stolz. Die Weiterbildung könne er anderen Gehörlosen sehr empfehlen: „Eine super Möglichkeit, um seine Jobchancen zu erhöhen“, findet Preiß.

Das Feedback der Teilnehmenden – hörend wie gehörlos – sei durchweg positiv, berichtet Daniel Goersch: „Die Verständigung funktioniert besser als gedacht. Man lernt als Hörender sehr schnell die wichtigsten Gebärden.“ Auch Weiterbildungsteilnehmer Christian Schelle ist vom inklusiven Modell überzeugt: „Ich bin erstaunt, wie gut die Zusammenarbeit mit den Gehörlosen funktioniert“, berichtet der 32-Jährige. Die Arbeitsmotivation sei gerade bei den gehörlosen Teilnehmenden besonders hoch, erzählt Goersch: „Sie arbeiten extrem gewissenhaft und konzentriert, weil sie kaum abgelenkt werden.“

Therorie, Praxis und hochmoderne Technik.

Zusätzlich unterstützt wird die Weiterbildung durch den Einsatz einer hochmodernen Mixed Reality Brille. Damit werden die digitale Inhalte interaktiv dargestellt und reale Arbeitssituationen simuliert – besonders für die gehörlosen Teilnehmenden ein wichtiges Hilfsmittel. „Bei der Vermittlung theoretischer Inhalte ist die Unterstützung durch Dolmetscher jedoch unverzichtbar“, so Goersch. Der Theorieunterricht findet deshalb in getrennten Gruppen statt. Das ermöglicht maximale Konzentration auf beiden Seiten und funktioniert sehr gut.

„Die Verständigung funktioniert besser als gedacht. Man lernt als Hörender sehr schnell die wichtigsten Gebärden.“ (Daniel Goersch, Ausbilder)

„Die Industrie 4.0 macht die Inklusion Gehörloser problemlos möglich.“

Gemeinsam durchlaufen die Teilnehmenden über maximal sechs Monate hinweg alle Bestandteile des modularen Trainingscenters, vom Wareneingang bis zur Kommissionierung, am Ende wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Auch in Zukunft sollen Gehörlose und Hörende die Weiterbildung zusammen absolvieren. „Unter den Gesichtspunkten der Industrie 4.0 ist die Inklusion von Gehörlosen gerade im Bereich Lagerlogistik problemlos möglich, nicht nur in der Weiterbildung, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt Daniel Goersch. „Die Kommunikation über Sprache wird in vielen Teilen überflüssig – das bietet eine enorme Chance für gehörlose Arbeitssuchende.“


Sie haben ebenfalls Interesse an einer Weiterbildung oder Umschulung, an der TÜV Rheinland Akademie?

Der Einstieg ins modulare Trainingscenter für den Bereich Lager / Logistik ist jederzeit möglich. Die Weiterbildungsmaßnahme dauert je nach Vereinbarung bis zu sechs Monate. Weitere Angebote finden Sie vorab in unserem Katalog.

Ihre Ansprechpartnerin vor Ort: Regina Charlotte Pörschke

Vereinbaren Sie gleich einen Termin!

 

 

technische Kompetenzen entwickeln_TÜV Rheinland Akademie

Technische Kompetenzen virtuell entwickeln

Unter Corona leiden auch Auszubildende, vor allem in Berufen, in denen es gilt, technische Kompetenzen zu entwickeln. Deshalb hat die TÜV Rheinland Akademie ihre weltweiten Dienstleistungen im Bereich der beruflichen Bildung weiter ausgebaut: Schweißer und Elektroingenieure lernen in virtuellen Klassenzimmern (Virtual Classrooms, VC) ihr Handwerk. Simulationen verkürzen die praktischen Übungen an Industriegeräten, die seit der Pandemie in kleinen Gruppen und auf Distanz eingesetzt werden.

Für Auszubildende und Studierende eines Ölkonzerns auf der arabischen Halbinsel war der Lockdown zunächst ein Schock. Ihre Ausbildung drohte auf unbestimmte Zeit ausgesetzt zu werden. Aber sie hatten Glück. Innerhalb weniger Tage richtete ihr Trainingscenter Virtuelle Klassenzimmer (Virtual Classrooms, VC) ein. Der Betreiber des Trainingcenters, die TÜV Rheinland Akademie, führt im Rahmen seiner TVET-Programme Schulungen in technischen Kompetenzen für Industriekonzerne weltweit durch. TVET steht für Technical and Vocational Education and Training und basiert auf dem dualen Ausbildungsmodell, das in Deutschland sehr erfolgreich ist. Kunden sind Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Regierungen, die in die Entwicklung der technischen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter investieren. Die TÜV Rheinland Akademie berät ihre Kunden, entwickelt Bildungskonzepte und Ausbildungspläne und betreibt Ausbildungseinrichtungen – und das weltweit.

150 Ausbilder und 1.000 Lehrlinge mit neuen Ausbildungsplänen im virtuellen Klassenzimmer

Der Aufwand war nicht ohne, angesichts von Corona musste das TVET-Team alles noch einmal neu überdenken. In Saudi-Arabien stellten die rund 150 Ausbilder die aktuellen Ausbildungspläne für Öl- und Gastechniker um, die angehende Schweißer, Elektriker, Prozesssteuerungs- und Betriebsspezialisten gerade durchlaufen. Anstatt regelmäßig zwischen der Ausbildungswerkstatt und dem Klassenzimmer zu wechseln, verlegten sie einen großen Teil des Lehrplans auf digitale Plattformen. Sie zogen die theoretischen Einheiten vor und unterrichteten sie in virtuellen Klassenzimmern.

Virtual Classrooms finden auf einer Internetplattform statt, auf der sich Ausbilder und Studenten gleichzeitig treffen und den Unterricht gemeinsam gestalten. Der Vorteil ist, dass keine physische Präsenz mehr erforderlich ist. Gleichzeitig aber erleben sich Ausbilder und Studierende direkt über ihre mobilen Geräte und können interagieren.
Um dies zu erreichen, mussten die Ausbilder ihre Didaktik und Methoden an die VC-Plattformen anpassen. Die praktischen Teile der Ausbildung wurden zunächst intensiv mit Lehrfilmen und Simulationen vorbereitet. Natürlich muss ein Schweißer den Umgang mit den verschiedenen Schweißgeräten üben, bis er eine gute Schweißnaht herstellen kann.
Mit Simulationswerkzeugen lassen sich bereits einige praktische Fertigkeiten entwickeln, auch wenn die Auszubildenden in der Lehrwerkstatt nicht an einem realen Gerät arbeiten können. Schweißsimulatoren vermitteln bereits ein technisches Gefühl für die Bedienung der Geräte und die Materialeigenschaften. Nach Beginn der Corona-Lockerungen waren die Teilnehmer so gut auf den ersten Einsatz der Maschine vorbereitet – natürlich mit dem nötigen Abstand und in kleinen Gruppen.

In der Zwischenzeit werden die praktischen Module nachgeholt. Unsere Erfahrungen mit Corona zeigen auch, dass vieles machbar ist, was vorher unmöglich schien. Die Ausbilder vor Ort zeigten durchweg großes Engagement. Kein Teilnehmer blieb auf der Strecke oder fiel gar durch – im Gegenteil. Einige der Ausbilder berichteten sogar, dass es ihnen gelang, ihre Leistungskontrolle noch zu verbessern. Denn jeden Tag weisen sie den Teilnehmern Aufgaben zu, die diese umsetzen und vorlegen müssen. Dadurch machten sich Leistungsdefizite und Verständnisprobleme teilweise eher bemerkbar als in konventionellen Unterrichtssituationen, in denen diese Herausforderungen möglicherweise untergegangen wären.

Fazit: VCs sinnvolle Bereicherung, um technische Kompetenzen zu entwickeln

Auch wenn die praktische Ausbildung der Berufsbildungsprogramme ein zentraler Bestandteil bleibt, ist es denkbar, dass die Virtuellen Klassenzimmer zu einer festen Komponente der beruflichen Bildung werden. Anfahrt und Unterbringung werden nur noch für die praktischen Module notwendig sein, was für Riesenreiche wie China große Kostenvorteile birgt.
Investitionen in mobile Geräte werden dann weniger entscheidend sein, insbesondere dann, solange “Physical Distancing” notwendig ist. Auch die TÜV Rheinland Akademie wird die Leistungsbeurteilung und sogar Prüfungen künftig online mit erprobten Tools organisieren können. Und die Erfahrungen, die wir alle während der Pandemie gemacht haben, zeigen, dass bei den Methoden, wie sich technische Kompetenzen entwickeln lassen, das Virtuelle Klassenzimmer eine sinnvolle und bereichernde Ergänzung zu konventionellen Maßnahmen ist.

Hier finden Sie die aktuellen Angebote in den Virtuellen Klassenzimmern der TÜV Rheinland Akademie.

KompetenzmanagementTÜVRheinlandAkademie